Mai 199, 19. Gespräch

 

Atemtherapie und Lebendige Meditation

Das Beten lernen

Hildegard von Bingen: die Botin Gottes, Medium und Prophetin

Wollust ist ein Mittel zur Läuterung

Der Sündenfall - die Machtfrage

Sexualität, Macht und emotionelle Pest

Hildegard von Bingen prophezeite DOR vor 900 Jahren

Zeit im Diesseits und Jenseits

Der Sinn der Prophezeiung


 

 

Jürgen Fischer: Vielleicht will ja Hildegard heute mit uns reden?

 

Hildegard von Bingen: Das wäre schön, ja.

 

JF: Guten Tag.

 

HvB: Guten Tag und Guten Abend.

 

JF: Ich habe mich sehr auf Sie gefreut.

 

HvB: Ich habe mich ebenfalls sehr gefreut und ich freue mich sehr, daß Sie beide langsam begreifen, wie unsere "Spielregeln" im miteinander reden doch sind.

 

Atemtherapie und Lebendige Meditation

 

 

JF: Ich habe keine speziellen Fragen für Sie vorbereitet. Ich glaube, daß Sie wissen, was wir in unseren Seminaren und unseren Meditationen machen und ich soll von Anton, der mit mir die Seminare durchführt einen schönen Gruß bestellen. Mein Anliegen ist, Sie zu fragen, ob die Integration von athemtherapeutischer Arbeit in die Lebendige Meditation in Ihrem Sinne ist und wie wir weiterhin damit umgehen sollten.

 

HvB: Zuerst einmal möchte ich ganz herzlich zurückgrüßen. Zum anderen möchte ich sagen, daß ich einen sehr guten Überblick habe über das irdische Geschehen, daß ich der Erde gar nicht so sehr ferne bin, wie Sie vielleicht denken, und Ihnen oft sehr nahe bin und auch vielen, vielen anderen.

 

Und jetzt zum Thema der Atemtherapie: Sie sollten bei dem, was Sie tun, ganz genau wissen, was Sie tun. Durch die Veränderung des Atems können sehr große körperliche Vorgänge verändert und auch gesteuert werden, die sich sehr stark auf das Gefühls- und Gemütsleben auswirken. Aus diesem Grunde sollten Sie mit der Atemtechnik mit noch neu Meditierenden nicht zu viel machen, sondern immer in einem gewissen Maß bleiben, um die Menschen nicht zu überfordern, damit sie nicht zu früh in zu geistige Bereiche hineingestoßen werden, ohne dem gerecht werden zu können, ohne wirklich verstehen zu können, was da vor sich geht. Das kann Ängste auslösen, das kann genausogut auch Krankheiten auslösen, vor allen Dingen psychische Krankheiten. Und benutzen Sie die Atemtechniken in Ihren Meditationen nur mit dem festen Ziel, die Menschen zum Göttlichen hin zu öffnen. Die Art und Weise, den Atem zu verändern, heißt nicht unbedingt, das göttliche Licht einzulassen. Das muß gezielt gefordert werden.

 

JF: Wir benutzen bisher den Atem, um das energetische Strömen im Körper fühlbar zu machen.

 

HvB: Sie sollten dabei die Menschen im göttlichen Licht schützen. Die Veränderung des Atems kann genauso auch negative geistige Kräfte anziehen, wenn diese Menschen nicht sehr stark positiv göttlich ausgerichtet sind. Es ist ganz wichtig, den Menschen zu sagen - wenn es auch nur darum geht, das Strömen zu spüren - sich im göttlichen Sinne beschützt zu fühlen.

 

JF: Sollen wir das einfach so sagen, oder sollen wir ihnen ein Gebet beibringen?

 

Das Beten lernen

 

 

HvB: Ich halte sehr viel von schönen Gebeten.

 

Ich würde Ihnen anraten, den Menschen ein schönes Gebet beizubringen. Es kann ruhig kurz sein, aber schön sollte es sein.

 

JF: Ich benutze das Strömen, um im Akkumulator in ein Gefühl von hingebungsvollem Gebet zu kommen. Das habe ich bisher noch nicht gelehrt. Ich habe höchstens einmal erwähnt, daß es so etwas gibt. Ist das etwas, was den Menschen zur Verfügung steht, ist das ein allgemeiner Punkt der Lehre?

 

HvB: Es ist eine Art und Weise, eine Möglichkeit, einen Weg zum hingebungsvollen Gebet zu öffnen. Dieser Weg ist für alle Menschen begehbar. Welche Art und weise von hingebungsvollem Gebet die Menschen auf Dauer beten werden, ist vollkommen gleichgültig, aber es ist sehr schön, wenn die Menschen auf diesem Weg - durch das Strömen - lernen könnten, hingebungsvoll zu beten. Wobei zu der Hingebung an das Strömen, an das Göttliche, für das wahre Gebet immer noch hinzukommt, das Herz zu weit öffnen zu können, daß es Liebe verströmen kann, für das, wofür man betet oder zum Göttlichen hin, oder zum Christuslicht hin. Diese beiden Aspekte gehören zusammen: die Hingabe, das Vertrauen an das Göttliche genauso wie die Liebe für den, für den man betet oder zu dem man betet.

 

JF: Ich habe bis jetzt gewisse Hemmungen mit den Menschen die zu mir kommen - sie wollen ja erst einmal ein Seminar machen und über Meditation etwas hören - mit denen zusammen zu beten. Ich hätte im Prinzip nichts dagegen. Ist es ratsam, mit Menschen zusammen zu beten, die sich gegenseitig noch fremd sind, wo - auf der menschlichen Ebene - noch keine gegenseitige Öffnung stattgefunden hat? Ist das ein Weg, sich zu öffnen oder ist das sich öffnen und sich miteinander Wohlfühlen die Voraussetzung?

 

HvB: Weder das Öffnen, noch das sich miteinander Wohlfühlen, ist die Voraussetzung zum Gebet. Weil: jeder Mensch, der betet, öffnet sich nur einem, nämlich der göttlichen Kraft. Ob man in einer Gruppe betet, oder ob man alleine betet, macht nur den Unterschied aus in der Gebetskraft, die nach oben geschoben wird. Doch betet immer jeder für sich alleine.

 

JF: Wie soll ich damit umgehen, weil Menschen diese Form des Gebets, was ja eine sehr intime Öffnung ist... Da spreche ich von mir, ich habe es bis jetzt eher als störend empfunden, in einer Gruppe zu beten, ob das nun als Kind in der Kirche war oder auf Veranstaltungen, wo gemeinsam gebetet wurde, mir war das immer zu intim zu beten, mich selbst in der Öffentlichkeit zu öffnen. Das war für mich oft mit Verletzung verbunden.

 

Ich kann gut meine Haltung verändern, ich kann meinen Irrtum berichtigen und mit Menschen zusammen beten. Das würde ich tun, aber ich habe aus diesen traumatischen Erfahrungen heraus, die ich selber gemacht habe, natürlich auch in Bezug auf andere Menschen Schlüsse gezogen.

 

HvB: Diese traumatischen Erfahrungen - wie Sie sie nennen - macht jeder Mensch, der mit anderen beten soll. Einfach weil er denkt, daß der andere während des Betens in ihn hineingucken kann. Doch es ist nur die göttliche Kraft, die zum Fließen kommt. Das aber wiederum bereitet den Ego- und Verstandesanteilen eines jeden Menschen große Probleme. Es ist aber nur eine vorgemachte Illusion. Die anderen Menschen sind genauso mit der Schwere ihres Gebetes beschäftigt in der Gemeinschaft mit den anderen, wie Sie es sind. Sie kommen gar nicht dazu, Sie verletzen zu können - und verletzen können sie Sie eh nicht, weil Sie sich ja vollkommen dem Göttlichen hingegeben haben. Was ihnen dieses eigenartige Erlebnis beschert, ist, daß sich Ihr Verstand wehrt. Das ist eine von uralt her überbrachte "Tradition", die Sie mit fast allen Ego-Verständen in den letzten Jahrhunderten im westlichen Bereich der Zivilisationen teilen. Setzen Sie sich darüber hinweg. Reden Sie mit Ihrem Verstand. Es ist nur eine Illusion

 

JF: Und den Menschen, die ja auch zu mir kommen, die materialistisch eingestellt sind, den kann ich sagen: "Setzt euch da hin und wartet ab. Schaut einfach zu, was mit uns passiert."? Oder wie soll ich mit denen umgehen.

 

HvB: Sie müssen es den Menschen so beibringen, daß diese Menschen wissen, daß es nicht darum geht, nicht wie in der Kirche zu Gott zu beten, daß es für die Menschen darum geht, in einer ganz tiefen Hingabe zu etwas zu beten - was sie eventuell ja noch gar nicht kennen und gar nicht empfinden können. Sie sollen den Menschen einfach nur in einer Übung zeigen - genau wie in der Meditation - wie es funktioniert, an etwas, wovon man glaubt, daß es Liebe ist, sich hinzugeben und unendlich viel Liebe zu geben. Es geht um einen Versuch, es geht darum, etwas Neues zu lernen, sich einer Sache hinzugeben und dieser Sache Liebe zu geben. Und sie sollen sich einfach eine göttliche Quelle vorstellen, einen Ursprung vorstellen. Sie müssen nicht sagen, daß sie der festen Überzeugung sind, daß diese göttliche Quelle die absolut einzige Wahrheit ist. Wenn Sie Nihilisten zwischen sich haben, die können Sie nicht dazu überzeugen, daß Ihre Worte, die Sie sprechen, wahr sind. Aber Sie können Sie dazu überzeugen, mit Ihnen diese Übung zu machen. Ganz frei und unabhängig davon, ob es existent ist oder nicht. Weil: ein Nihilist zweifelt letztendlich alles an. Er zweifelt letztendlich auch die feste Materie an. Und dann könnten Sie statt dem Göttlichen auch einen Stuhl hinstellen, und der Nihilist könnte auch noch diesen Stuhl anzweifeln. Sie können diese Menschen mit ihren eigenen Gedankengängen dazu überzeugen, daß sie es ja mal versuchen könnten, alle gemeinsam sich diesem einzigen Bild hinzugeben: einer göttlichen Quelle, einem göttlichen Licht, einer großen Liebe, einer Vorstellung.

 

JF: Die Vorstellung, die Phantasie sehe ich oft in dem, wie Menschen sie benutzen, eher als ein Hindernis für die geistige Erkenntnis an, weil die Menschen dann zum Beispiel Phantasiereisen machen oder sich ein Bild schaffen, ein geistiges Bild, und sich dann auf dieses geistige Bild beziehen und dann eben nicht auf die Liebe, nicht auf Gott, nicht auf die Erkenntnis dessen, was tatsächlich ist.

 

HvB: Wir reden im Moment über Menschen, die nicht bereit sind zu beten. Weil sie nicht glauben und weil sie sozusagen dann auch nicht lieben können. Diesen Menschen können Sie die Bilder nicht fortnehmen. Wenn Sie diesen Menschen auch noch die Bilder fortnehmen, also die Vorstellung fortnehmen von etwas, was sie sich sowieso nicht vorstellen können, was gar nicht in ihrem Erfahrungsbereich ist, dann haben diese Menschen keine Möglichkeit und keinen Zugang. Es ist eine niedere Erkenntnisstufe. Wir reden jetzt hier von Menschen, die noch nicht in der Lage sind zu erkennen. Sie müssen langsam hingeführt werden. Es geht jetzt nur um diese Menschen.

 

JF: Reden wir jetzt von allen Menschen...

 

HvB: Wir reden jetzt von den Menschen, von denen Sie glauben, daß sie nicht mit Ihnen beten möchten.

 

JF: Wäre für diese Menschen eine Erfahrung, also meinetwegen die Erfahrung des Strömens, des inneren Lauschens eine Bezugseben, auf die sie sich beziehen können, ohne sich zu verletzen? Daß man sagt: "Wenn du dieses Strömen empfindest, nimm dieses Strömen als die göttliche Liebe, die in dir ist, deine eigene göttliche Liebe."

 

HvB: Ich sehe die Möglichkeit, daß es gehen kann. Ich sehe dabei aber auch die Möglichkeit, daß Sie diese Menschen vollkommen verwirren, wenn sie davon die ersten Schritte gehen, werden sie eher möglicherweise auch große Verwirrung empfinden können. Ich erkenne die Möglichkeit, daß diese Menschen verletzt werden, eher als positiv. Verletzen kann man nur das Ego. Überall, wo das Ego aber verletzt ist, kann der Geist durchkommen.

 

JF: Es ist also einen Versuch wert?

 

HvB: Es ist einen Versuch wert. Und wenn Sie in der Lage sind, genügend Liebe zu geben und wir von oben Ihnen mithelfen, ist es auch der Rettung wert, ja. Es ist ein besserer Weg, Verletzungen zu schlagen, die Menschen Schmerz spüren zu lassen und dadurch lebendig werden zu lassen. Im Einzelfall können Sie trotzdem entscheiden, wie Sie es für richtig halten. Es wird auch immer wieder Menschen geben, die über das Strömen, das sie als göttlich empfinden können, als göttliche Liebe empfinden können, sehr viel Gutes erfahren können. Sie werden es schon spüren, wo der richtige Weg ist für jeden einzelnen.

 

JF: Ich habe noch eine Frage zum Gebet allgemein. Hatten Sie das gesagt? Das Gebet soll sich nur an Gott richten? Oder an die Dreifaltigkeit?

 

HvB: Immer nur an Gott.

 

Das Herz, die Kraft, der Geist, richtet sich immer nur am Göttlichen aus. Natürlich gibt es immer und immer und immer unendlich viele Überbringer oder Zwischeninstanzen. Wenn Sie sich bedanken bei denen, die Sie umgeben und die Sie beschützen, geht es über die, die Sie angeredet haben, natürlich zu Gott. Wenn Sie zu Christus hin beten, geht es über ihn natürlich zur göttlichen Quelle. Wenn ein katholisch denkender Mensch zu Maria hin betet, geht es natürlich zu Gott. Verstehen Sie, was ich meine? Aber Sie können sich immer gewiß sein, daß egal, zu wem hin Sie beten, im Dank, in der Freude oder auch in der Bitte. Er wird es immer weitertragen zur göttlichen Quelle, zum Schöpfer. Und für Sie selber, die stärksten Gebete, die Sie stärken, die Ihren Geist stärken, die Sie selber läutern, die Ihnen auch die tiefe Geborgenheit geben können, das sind die Gebete direkt an die Quelle.

 

JF: Ich fühle mich sehr wohl in Ihrer Gegenwart.

 

HvB: Darüber freue ich mich sehr. Ich fühle mich Ihnen beiden aber auch sehr verbunden. Wobei, wenn ich mir einen Scherz erlauben darf, ich mit Susanne schon über sehr viele, über zehn Jahre verbunden bin, ohne daß sie es gemerkt hat - zu unser beider Vergnügen, denke ich, kann ich sie schon hinweisen, auf Ihre Gedanken in der Vergangenheit. Und ich freue mich sehr, daß ich nun in der Lage bin, wahre Worte durch ihren Mund sprechen zu dürfen.

 

Susanne: Ja, da freue ich mich auch sehr drüber.


Hildegard von Bingen: die Botin Gottes, Medium und Prophetin

 

 

JF: Ich habe leider meinen Plan, mich eingehender mit Ihrem Werk, Ihrer Biographie zu beschäftigen, nicht umsetzen können, ich bin in der Arbeit geradezu versunken.

 

Ich habe in einer neu erschienenen Biographie zwei für mich sehr aufregende Stellen gelesen. Eine war eine Bemerkung, daß Sie in Ihrem Werk die Sexualität des Menschen und die Genitalien als etwas dargestellt haben, was von Gott ist, und daß Wollust niemals vom Bösen sein kann. Das ist eine kurze Zusammenfassung. Und das ist für eine Nonne, eine Äbtissin aus dem 11. Jahrhundert eine revolutionäre Erkenntnis.

 

HvB: Sie müssen mich nicht unbedingt nur im Lichte der damaligen Zeit betrachten. Sie müssen mich wirklich als einen sozusagen vom göttlichen Schöpfer gesandten Boten betrachten. Wenn Sie mich wirklich betrachten als Äbtissin oder Nonne der damaligen Zeit, werden Sie mir einfach nicht gerecht. Ab einem bestimmten Zeitpunkt meines Lebens, nachdem ich wirklich sehr viel Läuterung erfahren habe, habe ich mich dem Göttlichen so vollkommen hingegeben, daß ich einfach bereit war, vom Göttlichen zu empfangen, was mir gezeigt worden ist und zu sprechen und aufschreiben zu lassen, was mir gesagt worden ist. Und diese Werke sind überliefert. Sie sehen dabei nicht, wie ich damals als Mensch war, wie mein Ego ausgesehen hat. Ich persönlich war viel mit Zweifeln behaftet und auch mit Ängsten und mir selber wurde körperliche Wollust gezeigt. Aber sie war mir doch sehr fremd, und hätte ich sie ausleben müssen, hätte sie mich wahrscheinlich in Panik gestürzt. Verstehen Sie was ich meine?

 

JF: Natürlich.

 

HvB: Davon abgesehen ist mein Werk wahr. Es ist göttlich wahr und es ist vollkommen göttlich richtig. Aber ich hätte nicht alles aus meinem Werk auch noch vollkommen in die lebendige Tat umsetzen können.

 

JF: Ja, das meine ich auch nicht.

 

HvB: Und aus diesem heraus - wenn wir über mein Werk reden - sollten Sie mich vielleicht doch als göttlichen Boten oder als Medium oder als Prophetin bezeichnen. Da werden Sie mir eher gerecht.


Wollust ist ein Mittel zur Läuterung

 

 

JF: Ja, aber die Aussage selber ist im 11. Jahrhundert so revolutionär wie im 21. Daran hat sich nichts geändert. Also auch heute noch wird die Wollust als eine höchst zweifelhafte Kraft dargestellt.

 

HvB: Ja, weil die Wollust ist der Ausgangspunkt dafür, daß der Mensch sich vollkommen sich selbst wirklich stellen muß. Solange ein Mensch alleine lebt und seine Wollust nicht anerkennt und nicht auslebt, kann er sich vor sich selbst verstecken, kann er Teile seines Egos einfach vor sich selbst verstecken und muß sie sich nicht anschauen. Aber in dem Moment, wo er Wollust erlebt, wo er sich nach einem Partner sehnt, wo er eigentlich mit diesem Partner auch leben will - da fangen die Schwierigkeiten an, weil er sich vor dem Partner nicht auf Dauer verstecken kann. Und deswegen wird natürlich die Wollust als Geißel der Menschheit betrachtet, weil, wahr ausgenutzt hilft sie dem Menschen, sich zu läutern.


Der Sündenfall - die Machtfrage

 

 

JF: Ich habe noch eine Bemerkung in einer Radiosendung gehört - also nicht Sie im Original - auch zum Thema des Sündenfalls: daß es nicht Eva, also nicht die Frau war, die durch ihre Fehlhandlung den Sündenfall ausgelöst hat, sondern, daß es der Mann war, der durch die mißbräuchliche Benutzung der Sexualität dazu geführt hat, Sexualität als Machtinstrument zu benutzen und daß hier sozusagen die materielle Ursache, die faktische Ursache für den Mißbrauch liegt.

 

HvB: Das ist überhaupt der gesamte Sündenfall gewesen. Ich habe ihn jetzt anhand von Adam und Eva, anhand der biblischen Geschichte erklärt, aber die Ursache des Sündenfalls ist gewesen, daß die hier auf Erden lebenden Menschen oder inkarnierten Geistwesen eine Macht ausüben wollten. die zu reinen himmlischen Zeiten nur Gottes Macht war: die Macht zu schöpfen, die Macht zu schaffen, die Macht, irgendetwas in etwas anderes umzuwandeln. Das ist die Macht des Mannes, den Leib der Frau zu verändern und das Kind in ihr wachsen zu lassen. Es ist auch die Macht des Mannes, genau das nicht zu tun, wenn die Frau es sich wünscht und es ist auf Erden hier immer wieder das Thema überhaupt: wer hat Macht über den anderen. Und aus diesem Machtbestreben, aus dieser Macht heraus, schaffen zu wollen, etwas zu meinem eigenen machen zu wollen, etwas machen zu wollen, was der andere vielleicht gar nicht schön findet oder etwas zu machen, was nur ich schön finde, besonders schön, und alle anderen sollen es dann auch sehen. Aus diesem Machtbestreben heraus ist dieser Planet "Erde" in der Materie geschaffen worden und aus diesem Machtbestreben heraus geschieht all dieses Traurige, was oft auf der Erde geschieht.

 

JF: Dann ist das Bild der Sexualität, das hier benutzt wird, also auch wieder nur eine Metapher für einen allgemeinen geistigen Zustand?

 

HvB: Es ist natürlich nur eine Metapher für einen allgemeinen geistigen Zustand. Aber es ist das stärkste und kräftigste Bild, was man sich nehmen kann, weil die Sexualität die stärkste und kräftigste Kraft ist, die in der Materie, auf der Erde herrscht.


Sexualität, Macht und emotionelle Pest

 

 

JF: Noch ein Gedanke dazu: bei allen weiblichen Tieren ist es so, daß es eine Zeit der Lust und der Empfängnisbereitschaft gibt. Bei Pferden, bei Katzen, bei Hunden sind die weiblichen Tiere zu einer bestimmten Zeit auf Sexualität programmiert und zu anderen Zeiten überhaupt nicht. Gibt es ursprünglich auch diese Zyklen auch bei den Menschen?

 

HvB: Ja natürlich gibt es sie.

 

JF: Und gibt es sie immer noch?

 

HvB: Und gibt es sie immer noch. Und es gibt auch viele Frauen, die ihre Zyklen genau kennen, die sich einfach nur der Zivilisation oder der Masse angepaßt haben oder sich ihrem Mann anpassen. Aber diese Zyklen sind vollkommen existent.

 

JF: Wenn wir jetzt mal die Sexualität als Metapher für die Machtausübung nehmen, und sagen, wir reden über die Sexualität mit der Metapher im Hintergrund, kann es dann nicht sein, daß sich die Frau dem Mann angepaßt hat, seinem Trieb, der wie bei männlichen Tieren, jederzeit wenn die Frau ein entsprechendes Signal gibt, erwachen kann. Kann hier ein gegenseitiges Mißverständnis vorliegen? Daß die Frau meint, weil der Mann jederzeit sexuell sein kann, müßte sie jederzeit sexuell sein und der Mann hat mißverstanden: "Wenn die Frau jederzeit bereit ist, dann kann ich jederzeit die Sexualität auch zum Zwecke meiner Machtausübung benutzen."

 

Also ein gegenseitiges Mißverständnis - was daraus folgt, darüber kann man viel reden, das geht ja dann hin bis zur Bildung des Patriarchats aus der Ursituation heraus oder aus dem Matriarchat heraus. Also liegt hier tatsächlich ein biologisch-geistiges Mißverständnis? Das ja immer noch nicht aufgeklärt ist, es wird ja über diese Zyklen nicht geredet.

 

HvB: Es ist nicht immer nur Mißverständnis. Im Grunde genommen haben Sie in der Quintessenz dessen, was Sie gesagt haben natürlich vollkommen recht. Davon abgesehen kommen natürlich viele viele kleine Feinheiten auch bei der Frau noch hinzu, die einfach alles verschieben können. Wenn es nicht die Zeit der Frau ist aber - nehmen wir eine Geschichte - der Mann von einer langen, langen Reise nach Haus gekommen ist und die beiden haben es sich wohlig und warm gemacht und sie liegen zusammen und erzählen sich was und sie streicheln sich und sie haben es gemütlich und warm, dann erwacht in der Frau einfach auch der Wunsch nach mehr, nach wirklich körperlicher Verbindung, obwohl es nicht die Zeit der Zeugung ist. Die Frau wünscht sich hauptsächlich im Biologisch-ätherischen zwei Sachen: das sind zum einen die Zyklen, in denen sie zeugungsfähig wäre, wo natürlich auch der Moment besonders stark bei ihr ist, sich mit dem Mann vereinigen zu können. Dazu hat die Frau aber auch das ganz dringende und starke Bedürfnis, ihrem Mann nahe zu sein und sich von diesem Mann beschützen zu lassen und ihn immer wieder an sich zu spüren und bei sich zu spüren und zu wissen: "Und er ist da und er ist mit mir." Und das ist dann kein Mißverständnis.

 

JF: Ja, aber das geht eventuell um den Preis der Liebe, wenn beim Mann die Liebe nicht da ist, sondern andere Motive ins Spiel kommen, daß eventuell nicht genug geprüft wird: ist hier Liebe im Spiel oder ist hier vielleicht doch nur Unterwerfung oder Bedürfnis nach Nähe, nach Sicherheit, nach Zuwendung im Spiel. Das meine ich mit "Mißverständnis".

 

HvB: Aber schauen Sie, wenn Sie sich die Menschen angucken: welcher dieser Menschen kann wahr lieben? Fragen Sie es sich ehrlich: welcher dieser Menschen ist in der Lage, wahr zu lieben. Ich meine nicht die rasende Verliebtheit von Jungen oder von Alten. Ich meine auch nicht dieses Vorgemachte im Kopf, wie Sie die Bilder angesprochen haben, sondern ich meine die echte, tiefe Liebe. Wer kann das? Das kann sowieso kaum einer. Aber aus einer Verbindung zweier Partner - wobei ich jetzt einen männlichen und einen weiblichen meine und nichts anderes - die sie immer wieder umeinander bemühen, und einmal der eine sich dem anderen hingibt, dem anderen zuliebe und einmal umgekehrt. Wo man durch die Hölle geht, die selbstgemachte, geistige, und wo man auch im siebten Himmel schwebt, da kann im Laufe der Jahre die Liebe langsam wach werden, weil die Menschen spüren, wie gut es ist füreinander und umeinander die Dinge zu tun. Es ist sehr sehr viel Wahrheit verschüttgegangen. Wenn zwei junge Menschen glauben, sie heiraten sich, weil sie sich lieben, so ist das meistenteils eine große Illusion. Die Liebe, die wahre, göttliche Liebe zwischen den beiden kann erst im Laufe der Jahre mit harten inneren Kämpfen wirklich entstehen. Mal gibt der eine dem anderen und mal wieder umgekehrt. Nur, es muß immer gegenseitig sein. Wenn die Frau den Mann braucht, warum soll der Mann ihr nicht geben, wenn er es kann. Und umgekehrt auch. Warum soll sich die Frau denn dem Mann nicht hingeben, wenn der Mann es braucht. Wobei beide ehrlich sein müssen, den anderen nicht zu mißbrauchen, sondern immer umeinander besorgt sein müssen und sich immer wieder vergewissern: "Ist es dir so recht? Ist es so in Ordnung?" oder auch nicht.

 

JF: Es gibt, finde ich, einen grundlegenden Unterschied in der Sexualität zwischen Mann und Frau. Ein Mann kann aggressiv sexuell sein. Der Mann kann seine Wut, seine Macht, seine Gier über die Sexualität ausdrücken. Ich habe das Gefühl, die Frauen können das in der Form nicht. Sie können vielleicht Lust daran empfinden, passiv in dieser Situation zu sein, aber ich habe das Gefühl, die Frauen können Sexualität in dieser sehr stark aggressiv erregten Situation nicht erleben, wobei das bei Männern oft geradezu die einzige Form von Sexualität ist.

 

HvB: Es ist ja auch der Mann. Es ist ja auch der Mann, der das Aggressive gibt. Die Frau gibt doch sehr viel mehr den hingebenden Teil, den annehmenden Teil, den sich vollkommen öffnenden, lustvollen Teil, während es dem Mann doch gegeben worden ist, das Aggressive zu geben. Nur beide zusammen können wirklich zum lustvollen Höhepunkt kommen. Wenn eine Frau versucht, aggressiv zu sein und ein Mann versucht, sich hinzugeben - es ist nicht das gleiche. Aber ein Mann der wahrhaft aggressiv, liebevoll aber dabei ist, vollkommen aggressiv liebevoll gebend und eine Frau, die sich vollkommen lustvoll hingebend und aufsaugend ist - das ist eine gute Vereinigung, für beide! Sie geben sich einander genau das, was dem anderen fehlt. Das ist gut! Das ist nicht negativ!

 

JF: Nee, das meinte ich auch nicht. Ich merke auch, daß Sie aus der Sphäre in der Sie sind, sehr an der positiven Sichtweise liegen. Ich meine die Fähigkeit des Mannes, in der Sexualität destruktiv aggressiv zu sein, die Fähigkeit zu vergewaltigen.

 

HvB: Sehen Sie, die gefährliche Kraft liegt auch in den Frauen! Es liegt auch in den Frauen, wenn sie sich eigentlich nach dem Mann sehnen und sich eigentlich vollkommen hingeben wollen und eigentlich fürchterliche Angst davor haben wollen. Es liegt auch in der Morbidität der Zeit. Es liegt an allem zusammen, es liegt nicht allein am Mann. Wo wir uns jetzt nur auf die Sexualität beschränken: natürlich könnte ich jetzt von der Zivilisation ausgehen, könnte von der großen Morbidität ausgehen, die herrscht, von der wirklich sehr schlechten Erziehung eurer Kinder, von all dem was ja wirklich die Verbrecher fördert, in sämtlichen Gebieten, von Morden bis zu Sexualdelikten. Aber es ist nicht allein der Mann. Schauen Sie sich die Mode an, schauen Sie sich die Koketterie der Mädchen an, die hier auf den Straßen herumlaufen. Schauen Sie sich um in den Magazinen, was Sie sehen können in diesen Bildschirmen. Das fordert die Männer heraus! Ich bin der Meinung - auch aus göttlicher Sicht gesehen - daß sich sehr viele männliche Menschen doch noch sehr stark zurückhalten in dem, was sie tun. Und daß sich viele Sexualverbrechen erklären lassen auch besonders für Sie aus den Werken Wilhelm Reichs. Die Lösung ist - glaube ich - meiner Meinung nach nur zu finden in einer vollkommenen Umerziehung der Menschheit. Es muß wieder eine Moral herrschen, und zwar eine Moral, die in jedem einzelnen Menschen angelegt ist.

 

JF: Aus dem Gewissen heraus.

 

HvB: Aus dem Gewissen heraus. Das ist der einzig wahre Weg, solche Dinge abstellen zu können. Und glauben Sie mir: Frauen, die wirklich stark im Göttlichen sind, denen kann auch nur geschehen, was ihnen für ihren Lebensweg gut tut. Anerkenntnis.

 

Ich bin gerne bereit, mit Ihnen noch weiter auf dieses Thema einzugehen.

 

JF: Ich verstehe schon, was Sie meinen, daß auch in der Frau negative Triebimpulse vorhanden sind, die auf ihrer Ebene genau den gleichen Stellenwert haben wie die Fähigkeit zum Vergewaltigen beim Mann. Dennoch bleibt die Tatsache, daß Männer in den Krieg ziehen - Frauen auch in manchen Staaten - aber daß Männer in Krieg ziehen, Kinder töten, Frauen vergewaltigen und so eine Art von Verhalten in dieser Situation der emotionellen Pest, so wie Reich es beschreibt, für gerechtfertigt halten. So eine Art von Verhalten. Ich bin beileibe kein Feminist, aber ich sehe, daß hier ein riesiger Verhaltensunterschied ist in der Welt der Männer und in der Welt der Frauen, daß es hier einen Bereich gibt, in dem - ganz egal in welcher Zivilisation - Männer zum negativsten Verhalten, das Menschen gegenüber überhaupt möglich ist, bereit und fähig sind, Männer, die so aufgewachsen sind wie ich und andere Männer in meiner Umgebung und das ist ein Verhalten, das ich in der Art von Frauen nicht kenne. Gut, vielleicht gibt es, dadurch, daß Mütter diese Kinder erziehen, diese Mütter sind die Erzieherinner dieser Männer, die so handeln, insofern sind sie ein Teil davon. Das heißt, die Mütter, die Frauen sind nicht aus dieser Welt herausgenommen, nur weil die Männer diejenigen sind, die diese Verbrechen begehen. Tatsache ist: sie tun es. Das ist die Gesellschaftssituation des Patriarchats.

 

HvB; Natürlich ist es die Situation des Patriarchats, die die Männer zum Morden bringt, aber Frauen haben die gleichen biologischen Mechanismen in sich und wären in der gleichen Situation der Männer zu den gleichen Morden fähig, wie es die Männer sind.

 

JF: Aber nicht zur gleichen aggressiven Sexualität in diesem Maß.

 

HvB: Nein, in dem Maße nicht, das ist unmöglich.

 

Frauen haben andere Waffen und Frauen haben eine andere Art und Weise, ihre Waffen gezielt einzusetzen. Frauen können mit Worten oder auch mit der Art und Weise wie sie sich verhalten morden, reihenweise, bestialisch. Sie können Seelen abtöten. Sie sind es, die ihre Kinder dazu bringen, so viel in sich abzutöten, daß sie später auch morden können, wenn sie erwachsen sind. Es sind die Mütter, die nicht in der Lage sind, ihre Kinder mit Strenge und mit wahrer Liebe zu erziehen. Es sind die Mütter, die die Zweifel in die Welt setzen: "Das ist doch meine Mutter. Die hat mich doch lieb. Oder hat sie mich doch nicht lieb? Jetzt ist sie weg. Ob sie wohl wiederkommt? Na ja, ich will keine Angst haben." Und da geht die Klappe zu.

 

Es sind die Mütter, die soviel schimpfen und es nicht wieder gut machen und sich nicht wieder entschuldigen, was in den Kindern große Diskrepanzen auslöst, weil die Geschichte doch sagt, daß die Mütter ihre Kinder lieben. "Aber, wenn meine Mutter eine ist, die immer nur schimpft, dann kann ich ja nur ein böses Kind sein. Also bin ich schlecht." Daraus folgt für den Erwachsenen: "Ich bin schlecht." Und er verhält sich so.

 

Ich verurteile hier jetzt nicht, wie die Mütter mit ihren Kindern umgehen im Groben, aber die Mütter sollten doch immer wieder den Kindern klarmachen - bei allem was sonst ist - daß sie sie lieben, und daß auch sie Fehler begehen können. Und daß über allen Instanzen nicht die Mutter die Großartige ist oder der Vater der Großartige ist, sondern die himmlische Instanz. Die die Kinder wahrhaft beschützt und wahrhaft liebt. Die Eltern sollten beide die Kinder immer wieder zum Gebet anregen. Daß die Kinder von klein auf lernen, daß von dort die wahre Geborgenheit kommt und die große Kraft. Das ist das einzige, was die Eltern den Kindern wahrhaft beibringen können und was wahrhaft für die Kinder von nutzen ist, für ihr gesamtes Leben. Sie anzubinden an die göttliche Kraft. Wenn die Eltern das geschafft haben, dann sind sie wahr Eltern gewesen. Menschen, so wie sie auf Erden leben - sie werden immer wieder Fehler begehen. Sie können den anderen nicht gerecht werden, weil sie selber nicht vollkommen rein sind. Die Materie ist die Dualität. Die Materie ist nicht das reine Licht. Und so können die Eltern auch ihren Kindern nicht das reine Licht sein. Aber der Glaube und das Wissen um das reine Licht herrschen vor, immer noch. Also müssen die Eltern den Kindern von dem reinen Licht erzählen, von dem Gott im Himmel. Daß es wirklich die wahre Liebe gibt und zwar so, wie sie ja als Sehnsucht in den Kindern vorhanden ist. Dann werden die Eltern und die Kinder ihren Frieden haben. Und dann sind die Gewissen wach.

 

Jetzt sind wir vom Thema der Macht etwas abgewichen.

 

JF: Nee, nee, das gehört dazu. Wie sollen wir wissen, wie wir mit der Macht umgehen, wenn wir nicht wissen, wie wir mit den Kindern positiv umgehen sollen. Also es gehört schon eine positive Projektion dazu: etwas, was wir noch nicht können und was wir dann umsetzen werden als Alternative.

 

HvB: Vertrauen Sie einfach immer auf die göttliche Führung. Und wenn Sie nicht wissen, wie es richtig ist, dann legen Sie sich doch in die göttlichen Hände und sagen: "Ich bin jetzt hier, wirke Du durch mich." Und dann wirken sie, und es wird durch Sie gewirkt. Sie können nicht immer erkennen, was in dieser Situation das 100%ig Richtige ist. Der Verstand kann es durch denken, aber das Herz kann es nicht immer vollkommen erkennen. Aber wir von oben, wir können es sehen. Und in späteren Zeiten wird es den Menschen wieder offensichtlicher werden.

 

 

Hildegard von Bingen prophezeite DOR vor 900 Jahren

 

 

JF: Sie haben sich offensichtlich relativ viel mit Prophetie beschäftigt in Ihrem Werk.

 

 

HvB: Ja, das habe ich.

 

Jf: Ich habe eine schöne Stelle gefunden, wo Sie beschreiben, daß Dunst über die Erde fallen wird und dieser Dunst wird die Erde austrocknen und das Pflanzenwachstum und die Feuchtigkeit von der Erde nehmen, so ungefähr. Das heißt, da steht in einer Biographie über Sie, wie DOR funktioniert, ohne daß irgendjemand, der daran beteiligt gewesen ist, außer Ihnen, gewußt hat, worum es geht und mir der ich es lese und zufällig Orgonomie verstehe. Das fand ich eine sehr schöne Stelle. Das heißt, daß über so viele Stationen eine grundlegende Wahrheit, von der nur Sie und ich etwas wissen - und vielleicht andere, die zufällig etwas von Orgonomie verstehen und ein Buch von Hildegard von Bingen in die Hand bekommen - das ist sehr schön, wie in dieser Art und Weise Prophetie funktionieren kann.

 

HvB: Daran können Sie auch sehen, wie stark das göttlich beschützt ist, daß, obwohl über so viele Jahrhundert hinweg keiner gewußt hat, was ich dort prophezeit habe, wie es trotzdem bis zu Ihnen hingelangen konnte, über die vielen, vielen Jahre hinweg, auch über die vielen Übersetzungen hinweg. Das ist Wunder.

 

 

Zeit im Diesseits und Jenseits

 

 

JF: Mir ist die Funktion von Zeit im Verhältnis zwischen Diesseits und Jenseits überhaupt nicht klar. Da ist mit inzwischen vieles eher unklar geworden. Wenn ich jetzt mit ihnen spreche und ich habe mit Ihnen im vorigen Juli gesprochen und im vorvorigen Januar, das ist für mich ein Zeitablauf. In welcher Form erleben Sie diese Gespräche? Gibt es da ein Vorher und Nachher?

 

HvB: Es gibt natürlich das Vorher und Nachher. Es ist auch ein Ablauf in der Sache drin. Nur daß ich natürlich auch schon im "es wird bald kommen" bin und darüber mit bescheidweiß. Zeit in dem Sinne gibt es für mich nicht, aber wenn ich hier mit Ihnen rede, komme ich dafür hinunter in die Zeit und in den Raum.

 

JF: Hier erleben Sie Zeit?

 

HvB: Ja, ich beuge mich der Zeit. Ich erkenne an, daß Sie die Lampe an haben und daß die Sonne hier im Moment nicht so besonders hell ins Zimmer scheint. Ich erkenne das einfach an. Das ist in meiner Sphäre natürlich nicht so.

 

JF: Weil es ja um Prophetie geht: wie ist das mit der Zukunft? Ist es, wenn Sie unsere Zukunft sehen, eine mögliche Zukunft, ist es eine tatsächliche Zukunft oder ist es für Sie belanglos?

 

HvB; Also ich meine jetzt den Teil der Zukunft, der wirklich schon festliegt, in Bezug auf uns und die weitere Planung der Gespräche zwischen Ihnen und mir, die durch Susanne stattfinden. Ich meine das nur in Bezug auf das und das steht doch zu einem gewissen Prozentsatz schon sehr fest. Weil Sie sich entschlossen haben mit mir zu sprechen, weil ich mich entschlossen habe, mit Ihnen zu sprechen, weil es vom Göttlichen abgesegnet ist und weil auch Susanne gesagt hat, sie will das auch. Und diese Dinge stehen fest bis in eine bestimmte Zukunft hinein. Das muß auch geplant werden, damit ich mit den richtigen Informationen zu Ihnen kommen kann - in Worten, die Sie hoffentlich gut verstehen können - und Sie mit den richtigen Fragen kommen können und auch mit einem so offenen Herzen, daß Sie mich verstehen können und auch Susanne sich so weit entwickelt hat, daß ich mich so durch sie verständlich machen kann, daß auch andere uns noch verstehen können. Das ist genau austüftelt und jeder von uns gibt sich - jeden Tag für Sie und ich für mich in jeder Spanne meines Seins - die größte Mühe, dem gerecht zu werden, auch wenn Sie es vielleicht nicht wissen.

 

 

Der Sinn der Prophezeiung

 

 

JF: Und wie ist es mit dem Weltlauf, also zum Beispiel diese apokalyptischen Prophezeiungen. Da gibt es ja von Ihnen, von Nostradamus, von vielen anderen relativ exakte Beschreibungen über Zusammenhänge, die teilweise in der Zukunft liegen, zum Teil schon geschehen sind. Was ist das für eine Zukunft? Sind das mögliche Zukünfte?

 

HvB: Diese Dinge, die dort beschrieben werden, sind Zukünfte, die eintreten werden oder schon eingetreten sind. Wobei nur anscheinend ein geringer Anteil dessen, was prophezeit worden ist, wirklich erkannt worden ist in Zeiten, in denen es geschehen ist. Menschen sind verblendeter, als man es sich vorstellen kann. Sie leben in der Prophezeiung und sie sehen sie nicht.

 

JF: Wozu ist dann die Prophezeiung gut, wenn sie zu dem Zeitpunkt, wo sie eigentlich eine Umkehr ermöglichen würde, nicht verstanden wird. Zum Beispiel das, was Sie über DOR geschrieben haben, ist für mich zwar eine schöne Sache, aber es bringt mir natürlich keine neue Erkenntnis, außer, daß Sie davon wußten.

 

HvB: Es sollte Ihnen die Erkenntnis bringen, daß Sie mit Ihrem Wissen dringend etwas dagegen tun sollten, und zwar massiv. Sie sollten sich von ihren Ängsten an dieser Stelle nicht aufhalten lassen, sondern Sie sollten dringend etwas gegen das DOR tun. Diese Prophezeiung ist für Menschen wie Sie gemacht worden: sofort zu helfen und sofort zu ändern. Und so sind auch die anderen Prophezeiungen immer doch von einigen Menschen verstanden worden, die daraufhin ändern und wieder in Ordnung bringen. Diese Prophezeiungen sind für viele gemacht und nur wenige verstehen sie - in dem ganz tiefen Wunsch, daß diese wenigen, die verstehen, sofort Abhilfe schaffen, sofort alles, was in ihrem Herzen ist, in Bewegung setzen, um wieder in den göttlichen Ursprung zurückzubringen, um wieder auszuheilen. Dafür sind die Prophezeiungen gemacht. Ohne diese helfenden Menschen, die die Prophezeiungen verstehen, wäre die Erde verloren. Mein Gerede nützt überhaupt gar nicht so viel. Es muß richtig gehandelt werden. Dafür sind die Prophezeiungen gemacht. Würden die Prophezeiungen von weisen Menschen, von genügend weisen Menschen rechtzeitig verstanden werden, wirklich verstanden werden, weil sie bereit sind, zuzuhören, müßte einige dieser Prophezeiungen gar nicht mehr eintreten. Hätten Sie die Sache von DOR gelesen vor, ich sage mal, 20 Jahren oder 30 Jahren und hätten sich dem vollkommen gewidmet, so wie Sie es heute tun, hätten Sie vielleicht schon sehr viel Abhilfe schaffen können, mit anderen Menschen zusammen, die Sie wachgerüttelt hätten.

 

JF: So habe ich das noch nicht gesehen. Das heißt, es liegt in den Prophezeiungen immer noch die Möglichkeit, daß sie nicht eintreten müssen, oder ist das eine unangemessene Hoffnungsduselei?

 

HvB: Sie kennen sich. Damit kennen Sie auch viele andere Menschen. Es liegt die Hoffnung drin. Aber eigentlich liegt der Hauptteil der Prophezeiungen darin, sie, wenn sie eintreten soweit abzumildern, wie es möglich ist. Und was in den Prophezeiungen auch noch stark mitgegeben ist: das tiefe Wundern der Menschen, wenn die Prophezeiung eintritt und die Menschen sie verstehen, dieses tiefe Wundern: "Oh, das hätte ich jetzt nicht gedacht!" Es ist eine der vielen Möglichkeiten, den Verstand der Menschen zum Göttlichen hinzudrehen. Dafür sind die Prophezeiungen auch gemacht.

 

JF: Als Wunder, sozusagen.

 

HvB: Ja.

 

JF: Gut, ich werde mich doch bemühen, in diesem Punkt meine Haltung zu verändern.

 

HvB: Ach, Sie werden das auch schaffen. Wenn Sie die ersten Grenzen bei sich übersprungen haben, sehe ich ungeahnte Möglichkeiten kommen, daß Ihnen auch Hilfe von allen Seiten gegeben wird. Vielleicht müssen Sie nicht jedes Wölkchen alleine herbeizitieren. Es ist Ihnen alles offen.

 

Ich glaube, ich habe für den heutigen Abend sehr viele Denkanstöße gegeben und ich würde mich sehr gerne jetzt von Ihnen verabschieden, es sei denn Sie haben noch eine ganz wichtige Frage. Ich bleibe aber weiterhin doch in Ihrer Nähe.

 

JF: Danke.

 

HvB: Ich bedanke mich für den wunderschönen Abend und für das schöne Gespräch. Ich bedanke mich auch, daß Sie meine Musik angemacht haben.

 

JF: Es ist mein Leit-Thema.

 

HvB: Das weiß ich.

 

JF: Jeder, der meine Internet-Seite anmacht, hört sich Ihre Musik an.

 

HvB: Sie tut wohl, heute noch wie damals, den Menschen und immer noch auch mir, wenn ich hier unten bin. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.

 

JF: Ihnen auch!

 

 

Fischer-

ORGON-

Technik

 

Jürgen Fischer

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«Gott» ist die Natur, und Christus ist die Verwirklichung des Naturgesetzes.


Gott (Natur) hat die Genitalien bei allen Lebewesen geschaffen. Er hat das getan, damit diese nach natürlichen, göttlichen Gesetzen funktionieren. Deshalb ist es weder Sakrileg noch Blasphemie, dem Verkünder Gottes auf Erden ein natürliches, göttliches Liebesleben zuzuschreiben. Dieses ist im Gegenteil die Verwurzelung Gottes in der reinsten Tiefe des Menschen.


Diese Tiefe existiert im Leben von Anfang an. Die Fortpflan- zungsfunktion kommt erst in der Pubertät zur Genitalität hinzu.


Die göttliche, genitale Liebe ist schon lange vor der Fortpflan- zungsfunktion da; deshalb wurde auch die genitale Umarmung von der Natur bzw. von Gott nicht nur zum Zweck der Fortpflanzung geschaffen.

 

Wilhelm Reich, aus dem Vorwort des "Christusmord"

 


 

Im Hintergrund sehen Sie das Standbild einer grafischen Darstellung von Kreiselwellen. Unter diesem Link finden Sie Kreiselwellen in einer bewegten Trick-Animation. (Für eine bildschirmfüllende Darstellung betätigen Sie bitte die Taste F11). Diese grafische Darstellung kann die Kreiselwellen nur annähernd zeigen. Was Sie tatsächlich am Himmel sehen, kann sich davon erheblich unterscheiden.

Kreiselwellen sind optische Erscheinungen der Orgon-Energie, die immer nur subjektiv wahrnehmbar sind, d.h. man kann sie nicht fotografieren oder filmen - sie existieren nicht als eigenständiges, objektives Phänomen. Deshalb gehören sie für den Verstand nicht zur "Realität" - dennoch können sie von fast allen Menschen wahrgenommen werden. Hier auf www.orgon.de finden Sie detallierte Anleitungen (auch als kostenloses mp3-Hörbuch), wie Sie die Lebens-Energie sehen, hören und fühlen können.

Es ist sehr einfach ...

Probieren Sie es aus!

 

 

„Haben Sie schon mal über wirkliche Freiheit nachgedacht Willard? Freiheit von den Meinungen Anderer, sogar von den eigenen Meinungen?“

 

Colonel Walter E. Kurtz im Film Apocalypse Now