Mai 1997, 17. Gespräch

 

Gespräche über Sterben und Tod

Vorbereitung auf den Tod

Die Fesseln der Lebendigkeit sprengen

Vitalität und Tod - ein Widerspruch ?

Die Funktionen des Sterbens

Funktionsfehler im Sterbeprozeß

Die Hingabe an den Energiefluß ist die Hingabe an das Universum

Gewißheit - Gewissen

Geister

Der Tod und das wahre Licht

Die Erde - eine Lerninstitution

Wilhelm Reich über seinen eigenen Tod

Der Ort der Klärung

Bewußtseinserweiterung und Wiedererkennen im Tod

Die selbstgemachte Hölle

Gefühle im Diesseits und im Jenseits

Wie wir im Jenseits aussehen

Wie wir im Diesseits aussehen

Über www.orgon.de und die Aufgaben der Zukunft

 

 

 


 

 

 

Gespräche über Sterben und Tod

 

 

Jürgen Fischer: Der Punkt, an dem ich mich entschlossen hatte, hierher zu fahren, das war eine Radiosendung über Sterben und Sterbebegleitung. An dieser Stelle hatte ich das Gefühl, daß Sie mich rufen.

 

Wilhelm Reich: So ist es.

 

JF: Ich hatte den Gedanken, daß neben den Bereichen Sexualität, die Sie vom Irrationalismus befreit haben und den Menschen als Menschenrecht zurückgegeben haben und der Spiritualität, die Sie in den letzten Gesprächen auch als eine Kraft im Menschen aus der falschen Religiosität herausgenommen haben... daß auch das Sterben dazugehört - das Sterben und der Tod - und daß Sie uns mit dem, was Sie zu sagen haben, ein besseres Verständnis von Tod und Sterben geben können.

 

WR: Ja, genauso ist es.

 

Dadurch, daß ich selber diese Erfahrung bewußt beschritten habe und auch jetzt aus der jenseitigen Sphäre - für Menschen gesehen - den Bereich des Todes sehr aus der Nähe erforscht habe, indem ich bei vielen, vielen sterbenden Menschen dabeigewesen bin, mir ein genaues Bild über die physischen, körperlichen, aber auch die ätherischen Vorgänge gemacht habe, ist es mir ein sehr, sehr wichtiges Anliegen, den Menschen den Tod und auch die Prozesse, die während des Todes geschehen, nahezubringen, klarer erläutern zu können, um den Tod die Angst und diesen Wahnsinn zu nehmen, den das Leben der Menschen umgibt, weil sie sich nicht mit ihrem Tod beschäftigen wollen, weil das Thema Tod für sie ein Tabu ist, eine Grenze, über die sie nicht schauen wollen.

 

JF: Ein weites Thema.

 

WR: Es ist ein sehr weites Thema. Wenn ich anfange bei den physikalischen und chemischen Prozessen, die im Körper während des Todes vor sich gehen. Wenn ich dann weiter erläutere, wie die ätherischen Körper sich gleichzeitig mitverändern müssen, sich mit lösen müssen vom Körper und wie der Mensch als Geist, als Seele sich verhalten muß, damit es einen leichten Tod gibt. Es ist sehr, sehr komplex. Ich möchte es nur anschneiden und insofern erläutern, daß den Menschen eine Möglichkeit gegeben wird, ihrem Tod mit Freude ins Auge zu blicken, mit Freude entgegenzublicken; den Tod wirklich als das zu sehen, was er ist, als Übergang zur wahren Existenz, zum Sein an sich, zur Lebendigkeit, zur wahren Lebendigkeit - zur fast grenzenlosen Lebendigkeit.

 

JF: Das heißt, das eigentliche Leben beginnt nach dem Tod?

 

WR: Das eigentliche Leben sollte - so wie Sie meine Lehre und meine Bemühungen kennen - hoffentlich niemals nach dem Tod beginnen, aber nach dem Tod sollte es viel, viel, viel lebendiger, glücklicher und freier weitergehen. Dazu gehört aber im Leben, in der irdischen Existenz eine gravierende Vorbereitung auf den Tod hin, über den Tod hinaus.

 

JF: Gut. Fangen wir damit an.

 

WR: Gut!

 

Vorbereitung auf den Tod

 

JF: Wie sollte Ihrer Ansicht nach die optimale Vorbereitung auf den Tod aussehen?

 

WR: Die optimale Vorbereitung auf den Tod sollte sein, daß der Mensch sich dessen bewußt ist, daß nach dem Tod seine Existenz weiter fortgeführt wird, daß der Mensch sich dessen bewußt wird, daß es Himmel und Hölle, Satan und den lieben Gott wie die Kirchen es erzählen einfach nicht gibt!

 

Es gibt ein Gewissen, das ist in jedem Menschen verankert und das verbindet ihn mit seinem Schöpfer, unser aller Schöpfer, der einfach die Kraft gibt und der die Liebe ist - aber die wahre Liebe, nicht die verzärtelnde Mutterliebe, diese anhängliche Liebe an irgendetwas. Liebe ist mit menschlichen Worten so nicht zu erfassen.

 

Also zum einen gehört dazu die Bewußtwerdung, daß es etwas gibt, wonach man sich ausrichten muß im Leben und daß man sich am besten über das eigene Gewissen, was man in sich trägt, mit diesem etwas, diesem Schöpfer verbinden kann. Danach sollte man sein Leben ausrichten. Dann wird einem der Tod so oder so mit der Zeit in einem ganz neuen Licht präsentiert werden.

 

Weiterhin gehört dazu eine gewisse Neugier: "Wie geht es weiter? Was kommt danach?" Das hilft, die Angstschwelle des Todes, die in jedem Körper doch sehr stark vorhanden ist, zu erleichtern und zum Abklingen zu bringen.

 

Und weiterhin gehört dazu eine Freude an der wahren Existenz, eine Liebe zur Existenz an sich. Mit der Gabe des Lebendigsein des Geistes, des Inneren, auch wenn der Körper nicht mehr mitmacht. Die Menschen sollten lernen, gerade im Alter, wenn sie spüren, daß der Körper schwach wird, frei zu werden von den menschenerdachten Fesseln und sich in himmlische Höhen zu schwingen. Dann werden sie es in der Stunde ihres Todes ganz genauso tun können, wie sie es sich oft in Gedanken erdacht haben - problemlos und angstfrei.

 

JF: Die geistige, intellektuelle Beschäftigung mit dem Tod, mit der Tatsache, daß wir sterben, sieht ja für junge, mittelalte und ältere Menschen völlig unterschiedlich aus. Junge Menschen können es sich meistens leisten, den Tod zu verdrängen.

 

WR: So ist es.

 

Die Fesseln der Lebendigkeit sprengen

 

JF: Weil sie noch weit weg sind - jedenfalls in der Vorstellung. Menschen, die voll im Leben stehen, so zwischen 30 und 60 meinetwegen, haben meistens viel zu wenig Muße, sich mit der Tatsache des Todes zu beschäftigen und ältere Menschen, die dem Tode nahe sind, haben oft einfach so viel Angst und Panik, daß sie ihn verdrängen. Deshalb habe ich gedacht, vielleicht könnten Sie zu den verschiedenen Lebensphasen der jungen, älteren und alten Menschen etwas sagen im Verhältnis zur Verdrängung des Todes und zum Akzeptieren, daß der Tod einfach das objektive biologische Ende des Lebens ist. Also meiner Meinung nach gehört das zum Leben dazu als eine Erfahrung, die jeder Mensch unweigerlich machen wird.

 

WR: Das tiefe Problem der heutigen Zeit, der heutigen Gesellschaft ist, daß in keinem Alter eines Menschenlebens die Masse Mensch sich dessen bewußt ist, wie das Universum, wie die Erde wirklich funktioniert und was dahinter steht. Die Wissenschaften, die Kirche, aber auch die gläubige Politik schreiben bestimmte Bahnen vor und die Eltern erziehen die Kinder in diese bestimmten Bahnen hinein, so daß überhaupt kein Raum bleibt für Lebendigkeit, für Freiheit und für Gedanken an Geburt und Tod. Deswegen ist es für mich nicht einfach, auf die bestimmten verschiedenen Altersstufen einzugehen. Weil: das Leben und der Tod werden gleichzeitig verdrängt von Fesseln, die den Menschen angelegt werden und die die Menschen sich anlegen lassen. All die Menschen, die diese Fesseln sprengen - ob sie es wissen oder nicht - durch eine schwere Krankheit, durch einen sehr lebendigen Geist, der sie einfangen läßt zu denken und lebendig sein zu wollen, vielleicht auch die ihre Grenzen sprengen durch ihre Liebe zum Sport oder zur Kultur, werden von selber dahin kommen, sich mit dem Leben und mit dem biologischen Tod in irgendeiner Art und Weise auseinanderzusetzen.

 

Die Nicht-Auseinandersetzung mit dem Tod und der Existenz geht einher mit dem in Fesseln gelegten Menschen, mit dem vollkommen eingepanzerten Menschen. In dem Moment wo ein Mensch - aus welchen Gründen auch immer - einzelne Ketten sprengt, einzelne Panzerungen auflöst, ist er sich seinen Lüsten und seinen Ängsten, seinen Begierden und seinen Freuden, die sehr stark körperlich verbunden sind, so extrem ausgesetzt, daß er sich damit auseinandersetzen muß - gerade auch mit dem Tod. Und das ist eigentlich die einzige Lösung, um eine friedliche Begegnung mit dem Tod in Gedanken und später auch in der Tat vollbringen zu können, das Vertrauen in das Universum: daß es einen erhält und daß es einen liebt und daß es irgendeine Instanz gibt, die einen hält - wie die Mutter das Baby. Dieses Vertrauen ist in den Menschen hineingelegt und je mehr er bereit ist, Fesseln zu sprengen, die ihm die Zivilisation, die Bevölkerung aufdrängt, desto mehr wird er lernen, dieses Vertrauen in sich wachsen zu lassen und ganz tief werden zu lassen. Und dieses Vertrauen hebt ihn dann auch aus dem Körper hinaus über die sogenannte Schwelle des Todes hinweg in das Reich des Lichtes hinein.

 

Vitalität und Tod - ein Widerspruch ?

 

JF: Ich bin über einen Widerspruch gestolpert, weil Sie gesagt haben: Menschen, die die Blockaden sprengen und die sehr vital werden, für die ist der Gedanke an den Tod naheliegend. Realistisch ist, daß Menschen, die sehr vital sind - eventuell auch durch eine Therapie - um so mehr am Leben hängen, sozusagen den Genuß so weit in den Vordergrund stellen, daß sie der geistigen Erfahrung der Möglichkeit eines Jenseits noch mehr entfernt sind - daß die Körperlichkeit die Menschen eventuell noch mehr ans Diesseits bindet. Aufgefallen ist mir das bei Menschen, die entsprechende reich´sche Therapien gemacht haben und die meinen sie müßten deshalb, weil sie so vital sind, absolut unspirituell und antispirituell sein und die Existenz eines Geistes mehr oder weniger vollständig leugnen. Wie sehen Sie diesen Zusammenhang?

 

WR: Ich sehe eigentlich eher die Leichtigkeit darin, etwas, was sehr vital ist zu einem glücklichen Tode zu bringen, als etwas, was immer in Ketten gelegt worden ist. Ein Mensch, der in einem vitalen Körper lebt und diese Vitalität vollkommen auslebt, der ist auch in der Lage zu einer gewissen Zeit, wenn er es in sich spürt und dieses Spüren zuläßt - und das sind doch relativ viele - diese Vitalität so auf den Geist zu beziehen, daß er einen freien Tod erleben kann, indem er sich noch einmal von all diesen Fesseln lösen kann, die ihm der Körper gibt, mit seinen Wünschen, mit seinen Begierden, die da sind. Ein Mensch, der nie gelernt hat, vital zu sein, kann es auch im Tode nicht sein, er kann auch dort keinen vollkommen vitalen Geist mitnehmen. Wobei ich jetzt wirklich vom vollkommen gepanzerten Menschen ausgehe, der weder im Geiste noch im Körper vital ist. Ein Mensch, der körperlich sehr krank ist, der aber geistig sehr vital ist, der lebt, der lebendig ist - das ist etwas vollkommen anderes. Ich meine trotzdem, daß Menschen, die sehr am Leben hängen, indem sie Sport treiben, indem sie Aktivitäten ausüben in einer gewissen Weise dem Tod näher verbunden sind, als Menschen die - ich sage mal - abends Sport im TV, Flasch Bier, zwei, drei und morgens ab, wieder Maloche. Diese Menschen werden es schwerer haben, wobei ich jetzt den Tod anspreche genauso wie auch die Schwellen des Todes die überschritten werden müssen, bevor man ins wahre Licht eingehen kann.

 

Ich möchte jetzt nicht näher darauf eingehen, aber nach dem Tod gibt es schon mehrere Sphären, in die Menschen geschickt, gesandt werden, je nachdem wie frei sie im Geiste sind, wie groß die Lebendigkeit ist, die sie haben, wieviel Licht sie ertragen können.

 

Ich möchte noch einmal darauf eingehen: ein Mensch, der am Leben hängt, der seinen Körper benutzt, der das genießt, der nimmt seine Freude mit, er nimmt sie über den Tod mit hinweg. Ein Mensch, der gelernt hat, sich einer Sache hinzugeben, vollkommen, der kann sich auch dem Tod hingeben, wenn er "ja" sagt. Und zu diesem "ja" kann sehr sehr viel auch an göttlicher Gnade dazugeschehen. Wir gehen im Moment von einer Gesellschaft aus, die dem Tod sehr sehr sehr sehr weit entfernt ist, die überhaupt nicht bereit ist, sich mit Tod und mit Liebe auseinanderzusetzen. Natürlich ist es so, daß ein Mensch, der sich in seinem Leben sehr viel mit der wahren Existenz auseinandergesetzt hat, der nie vor dem Tode weggelaufen ist und der trotzdem sein Leben genossen hat, natürlich ganz andere Voraussetzungen hat, um einen Tod zu erleben, der einem Fest gleichkommt, doch davon sind wir für die Masse Mensch sehr weit entfernt.

 

Die Funktionen des Sterbens

 

JF: Das bringt mich auf den Gedanken: Sie haben in Ihren wissenschaftlichen Werk die Sexualität und den Orgasmus sehr exakt beschrieben, sozusagen die krankhafte Situation sehr genau untersucht und auch den "perfekten Orgasmus" beschrieben, als eine wissenschaftliche Beschreibung. Das ist oft mißverstanden worden. Oft stehen jetzt in den Zeitungsartikeln Überschriften wie "Der Papst des Orgasmus", ein Zeitungsartikel heißt "Der politisch korrekte Orgasmus". Gut, das meinen wir alles nicht. Ich meine, daß man eine Sache, eine lebendige Erfahrung in sich als die optimale Erfahrung beschreiben kann und das ist - was die Sexualität angeht - ihr großer wissenschaftlicher Verdienst. Das haben Sie als erster und als einziger in die Welt gebracht. Frage: gibt es genau die gleiche Ebene der Beschreibung für den Tod? So wie im Orgasmus die optimale Entladung stattfindet, gibt es dafür eine Entsprechung im Tod? Gibt es die optimale Entladung des Lebens im Tod?

 

WR: Man könnte es in ganz roher Fassung so nennen. Wenn ich jetzt rein vom Körperlichen ausgehe wird während des Vorgangs des Todes die gesamte Körperenergie, die vorhanden ist, verlangsamt. Sie läßt nach. Zuerst laßt diese Energie - grob gesagt - in den Sexualorganen nach, in der ausscheidenden Verdauungsorganen, dann überhaupt in den Verdauungsorganen. D.h. der Appetit wird weniger, sehr viel weniger, die Verdauung braucht sehr sehr viel länger. Und langsam schläft das ganze immer mehr ein. Die ganze Hormonausschüttung im gesamten Körper sollte sehr viel weniger werden, was aber wirklich nur geschehen kann, wenn sich der Mensch der wohltuenden Müdigkeit, die über ihn kommt, hingeben kann. Das Nervensystem, das direkt zum Körper gehört, ist sehr stark herabgesetzt, mit der Zeit werden auch die Atmung und das Herz gleichzeitig langsamer. Und was ganz stark vorhanden ist, bis ganz zum Schluß des Todes, ist die gesammelte Kraft der Seele, wobei man sagen könnte, sie bleibt noch im Kopf. D.h. der Mensch ist, auch wenn er sich kaum noch bewegen kann - es auch gar nicht mehr möchte - doch immer noch in einer starken Bewußtheit, in einer sehr sehr starken Bewußtheit, und diese Bewußtheit nimmt sehr viel wahr, was außerhalb des Körpers ist. Es ist nicht der Körper, was die Bewußtheit wahrnehmen sollte. Solange der Körper für die Bewußtheit im Vordergrund ist, wird der Mensch, der diese Bewußtheit erlebt, starken Angstschüben ausgesetzt, weil er spürt: der Körper verlangsamt sich und der Mensch kennt nur diesen Körper, seit 80 Jahren, seit 60 Jahren. Wenn der Mensch aber seine Bewußtheit ausrichtet auf das, was er noch empfangen kann, ist der Übergang ganz einfach: er rutsch raus aus dem Körper in eine andere Dimension hinein, die sich ihm darstellen kann als vielleicht eine Person, die neben ihm sitzt und die ihm die Hand hält, die bei ihm ist und Ruhe gibt.

 

JF: Eine Geistperson oder eine reale?

 

WR: Ich spreche jetzt von einer realen Person. Das hilft sehr, weil der Sterbende, wenn er sehr erdverbunden ist, auch den Menschen noch sehr viel näher ist. Und wenn er mit seiner Bewußtheit einen Menschen neben sich spüren kann, der ihn hält, fühlt er sich geborgen und kann aus dem Körper austreten. In dem Moment, wo ein solcher Mensch aus dem Körper draußen ist - er muß raus sein - geht die Bewußtheit durch den Kopf. Deswegen ist dann auch noch der Denkapparat in irgendeiner Weise vorhanden, aber schon in transformierter Art und Weise. In dem Moment, in dem er aus dem Körper vollkommen heraus ist, geht er in die andere Dimension und wird geholt und ist im Licht. Aber solange noch die Bewußtheit im Kopf vorhanden ist, atmet die Lunge und schlägt das Herz.

 

Andere Menschen gehen in den Tod hinein, indem sie schon gleich nach drüben schauen können. Obwohl sie noch im Körper, im Kopf ihre Bewußtheit haben, sehen sie das Licht oder sehen sie ihren Schutzengel oder spüren sie, daß schon verstorbene Freunde um sie sind, oder sie hören eine Stimme, die sie ruft oder sie sehen Farben. Es ist vollkommen unterschiedlich. Es gibt wenige Menschen - Lebewesen auf meiner Ebene - die den Tod auf gleiche Art und Weise empfunden haben. Der Tod ist vollkommen individuell, so wie die ganze Art, das Leben zu spüren - und auch die jetzige Existenz zu spüren, vollkommen individuell ist.

 

Funktionsfehler im Sterbeprozeß

 

JF: Ich habe auch deshalb gefragt, weil: Wenn man die Funktionalität des Todes erklären kann in seinem optimalen Ablauf - auch wenn er sehr individuell ist - können wir Fehler der Funktionalität erkennen und sagen: den Tod so oder so vorzubereiten ist ein großer Fehler. Ich glaube z.B. es wäre ein Fehler, Menschen, die sterben zu betäuben.

 

WR: Menschen die sterben zu betäuben, ist eine ganz große Qual. Weil: diese Menschen gehen betäubt in den Tod und wachen irgendwann - wirklich irgendwann, nicht gleich danach, weil die Betäubung mit in die Seele hineingeht, in das, was hinübergeht - in einer vollkommen fremden Sphäre wieder auf und haben ihren Tod, ihren Übergang nicht erlebt. Es ist ein sehr sehr sehr großer Schock und es ist ganz große Arbeit von uns Diesseitigen - von euch aus gesagt Jenseitigen - diesen armen Menschen zu helfen. Es ist sehr schwer.

 

JF:Das heißt: Funktionsfehler beim Sterben führen zu schweren Existenz-Fehlern.

 

WR: So könnte man es im groben bezeichnen. Ein Mensch, der einen Unfall erlebt, erlebt all das, was ich beschrieben habe, in ganz kurzer Zeit. Er geht lebendig hinüber über die Schwelle. Es ist ein großer Zeitraffer, aber es ist in großer Lebendigkeit. Aber Menschen im Tode zu betäuben - auch Tiere - ist eine ganz große Qual.

 

Sie haben den einzelnen Vorgang ungefähr verstanden, wie es abläuft? Von unten nach oben wird die Kraft weniger, rein körperlich.

 

JF: Von der Peripherie zum Zentrum.

 

WR: So ist es.

 

JF: Den Menschen wird kalt und wenn ich richtig verstanden habe, zieht sich die Energie in das Zentrum des Körpers zurück.

 

WR: Die Energie geht zum Kopf. Der ganze übrige Körper wird immer mehr egal. Der ganze übrige Körper - wenn der Mensch sich richtig hingibt -mag sich nicht mehr bewegen, wird immer ruhiger und tiefer ruhiger - und der Mensch schwebt hinaus.

 

Die Hingabe an den Energiefluß ist die Hingabe an das Universum

 

JF: Diese Hingabe, von der Sie reden, ist sie die gleiche Hingabe wie in der Sexualität, die Hingabe an den Energiefluß?

 

WR: Natürlich.

 

JF: Ich wollte es nur noch einmal bestätigt haben.

 

WR: Es ist ein ganz starker Energiefluß, der für mich, der ich den Tod jetzt oft beobachten durfte, sehr stark zu sehen ist. Er geht vom Körper weg wieder ins Universum hinein. Es ist die Gabe des Menschen, der Dank des Menschen wieder zurück ans Universum. Die ganze Energie wird wieder zurückgegeben zur Schöpferkraft, um etwas Neues entstehen zu lassen. Dem kann man sich nicht erwehren. Mit aller Kraft des Kampfes kann man es nicht erreichen.

 

Gewißheit - Gewissen

 

JF: Nun gibt es ja Umstände beim Tod, beim Sterben, die für die meisten Menschen durch ihre Außergewöhnlichkeit gekennzeichnet sind. Das heißt die Verwandzen darum herum sind am durchdrehen, oder sie liegen in der Klinik in einer vollkommen kalten Atmosphäre, oder sie sitzen in einem Auto und sind gerade eingeklemmt. Also meistens ist der Tod mit ungewöhnlichen Umständen verbunden.

 

WR: Es ist sehr oft so. Das ist in Kurzfassung mit den Worten: Das ist sehr schade so. Doch egal, wo der Tod auf die Menschen trifft: wenn die Hingabe des Menschen an den Tod und an die Existenz danach groß genug ist, ist die Art des Todes in Frieden immer die gleiche. Der Tod hat eine so immens große Kraft, daß er fast die Kraft des Orgasmus übersteigt. Die Vernunft, der Verstand, können innerhalb kürzester Zeit vollkommen ausgeschaltet werden, wenn der Mensch sich dem Tod wirklich vollkommen öffnet und sich hingeben kann. Dann ist es ihm egal, ob er im brennenden Auto sitzt, eingeklemmt, ob er in einem kalten Krankenhaus liegt. Weil: der Tod ist die Rückkehr zur Geborgenheit, die Rückkehr zu einem Stück Wahrheit, die Rückkehr zur Wärme und zum geliebt werden, die Rückkehr zur Freiheit.

 

JF: Ab wann können Menschen das spüren, nachdem sie lange Zeit Angst gehabt haben, nachdem sie mit Panik und Chaos um sich herum fertigwerden mußten. An welchem Punkt sind sich Menschen gewiß, daß sie jetzt in die Heimat kommen oder in Gottes Licht zurückkommen?

 

WR: Die beste Vorbereitung ist: im Leben, im existenziellen Leben - schon die Kinder auf den Tod vorzubereiten. Diese Gewißheit, von der Sie jetzt reden, das ist die Gewißheit, die überall da vorhanden ist, wo der Mensch auf sein Gewissen hört. Der Mensch kann nur dann auf sein Gewissen hören, wenn er ihm zuhören mag, wenn er ihm folgen mag. Das ist das Problem, das der Tod zur Zeit darstellt.

 

Die meisten Menschen kennen diese Gewißheit in sich nicht mehr: daß jetzt etwas notwendig ist, was auch immer. Davon abgesehen kommt der große Frieden über jeden Menschen in dem Moment, wenn die äußere Muskulatur erschlafft ist und der Mensch aufgehört hat, sich zu wehren. - Wenn er den Kampf aufgibt, dann kommt der Frieden.

 

Geister

 

JF: Wenn das nicht kommt, wenn Menschen in Panik sterben und die geistige Panik nicht ablegen können, was passiert dann? Kommt dieser Frieden zu jedem Menschen im Tod oder gibt es Menschen, die aufgrund ihrer Situation so in Panik geraten, daß sie nun gar nichts mehr damit anfangen können?

 

WR: Leider ist es in der heutigen Zeit so, daß es Menschen gibt, die so in Panik geraten, daß sie in der jenseitigen Welt nicht beruhigt werden können. Das gibt es, das kommt vor. Diese Menschen ziehen es sehr oft vor, zur Erde zurückzukehren und zu versuchen, weiter unter den Menschen auf der Erde unter den Menschen zu existieren.

 

JF: Also Geister.

 

WR: Sozusagen Geister, die aber oftmals so kraftlos sind, daß sie noch nicht einmal in der Lage sind, einen ordentlichen Spuk zu fabrizieren. Wenn ich wirklich wollte und Lust dazu hätte, könnte ich es hier im Raum knallen lassen - das ist Lebendigkeit, das ist ein ordentlicher Geist. Solche Menschen können das nicht.

 

Der Tod und das wahre Licht

 

JF: Ich weiß nicht, ob man das quantifizieren kann, weil jeder Mensch ist in sich eigentlich ein Universum. Von den 5 Milliarden Menschen, die existieren und ungefähr so viele Menschen haben schon auf der Erde existiert - wieviele davon gehen ins Licht und wieviele gehen daran vorbei?

 

WR: Ich möchte um einen Moment Geduld bitten. -

 

Ich muß sagen, ich habe da nicht den rechten Überblick, aber wenn ich in Grobfassung etwas dazu sagen dürfte: ins wahre Licht geht ein Millionstel aller, die gelebt haben. Es ist ein ganz geringer Teil an Menschen, der ins wahre Licht eingeht Alle anderen gehen irgendwohin, wo sie es mit Sicherheit sehr sehr schön haben aus ihrer Sicht, aber ins wahre Licht geht nur ein ganz geringer Teil ein.

 

JF: Gut, das ist dann also nach dem Sterbeprozeß der optimale Punkt des Hingehens?

 

WR: Ich meine mit dem wahren Licht die wahre Freiheit, ja.

 

JF: Das entspricht sozusagen dem optimalen Tod, ins wahre Licht zu gehen? Entschuldigen sie, daß ich es so funktionell und kalt ausdrücke.

 

WR: Das würde jetzt nicht unbedingt dem wahren Begriff des Todes entsprechen. Der Tod ist nur - für mich jetzt ganz klar formuliert - die Art und Weise des Übergangs vom irdischen in das geistige Leben - und da ist ein optimaler Tod ein Tod, in dem sich der Mensch hingibt, in Frieden und in Glück, in Glückseligkeit hinüberscheiden kann in unsere geistige Welt.

 

JF: In dieses wahre Licht zu gehen, ist also nicht nur in Situationen des Todes möglich, sondern es ist auch im Lebendigen möglich und für die Wesen im Jenseits?

 

 

WR: So ist es.

 

JF: Also Tod und in das wahre Licht gehen ist nicht das gleiche?

 

WR: Nein, es ist nicht identisch, aber es geht oft miteinander einher in den einigen Fällen.

 

JF: Warum eigentlich?

 

Die Erde - eine Lerninstitution

 

WR: Weil die Erde die größtmögliche Sicherheit bietet für einen, der kurz vor der Schwelle des Lichtes steht, wirklich auch in kurzer Zeit im Licht anzukommen. Die Erde ist eine Schnelldurchlaufstation, eine Schnellprüfstation für jeden einzelnen, ob er seine Lektionen der Existenz begriffen hat. Wenn mich einer haut - haue ich zurück oder denke ich noch einmal nach, warum er mich gehauen hat, ob er Recht hat oder nicht. - Grobform.

 

JF: Eine Lerninstitution sozusagen, die Erde.

 

WR: So ist es Und das für jede Art der Existenz, für die dunkleren genauso wie für die ganz hellen.

 

JF: Das ist wirklich ein weites Feld, den Tod so zu begreifen.

 

WR: Wir werden uns in Ruhe der Sache nähern und das Feld in groben Zügen versuchen abzustecken.

 

Wilhelm Reich über seinen eigenen Tod

 

JF: Eine Frage Friedemanns ist, ob Sie bereit wären uns zu erzählen, wie Sie persönlich den Tod erlebt haben, was passiert ist und was danach passiert ist - sozusagen die Geschichte Ihres Sterbens und Wiedergeborenwerdens im Jenseits.

 

WR: Es ist in gewissem Sinne ein sehr starkes Privaterlebnis, was ich da erlebt habe, und was mich sehr stark angeht. Es möchte es also nicht in allen Einzelheiten jetzt zu dieser Zeit ausbreiten. Was ich aber auf jeden Fall sagen möchte: ich bin vom Tod damals sehr schwer überrascht worden. Ich war mir sicher, ich würde noch leben und würde noch einiges erledigen. Ich war immer noch voller Lebenshoffnung und voller Energie und voller Elan und Kampfgeist. Der Tod hat mich damals zu unerhoffter Stunde ereilt und es war ein sehr sehr schneller Tod. Ich konnte nicht mehr überlegen, gebe ich mich hin oder gebe ich mich nicht hin, habe ich jetzt Angst oder habe ich nicht Angst. Bei mir ging es so schnell, daß ich - was ich noch weiß - in voller Überraschung mitten im Licht woanders war. Es war kein sanftes Hinübergleiten, es war ein Sausefahrstuhl von der irdischen Sphäre zur anderen. Und was ich noch vom irdischen Todeserlebnis weiß: es war ein Gefühl von Kälte, ein Gefühl von großer Kälte und Bewegungsunfähigkeit. Daran kann ich mich noch erinnern. Und gleichzeitig kann ich mich dann fast nur noch erinnern, wie ich im Licht angekommen war und wie mich meine Mutter begrüßen durfte und einige mir sehr wohl bekannte Freunde, wie ich dort Frieden geschlossen habe vor allen Dingen mit meiner Mutter, während mein Vater - wenn ich es grob sagen darf - sich noch an einige Stellen weiter verändern möchte. Und dann bin ich an der Hand meines Bruders - der mich begleitet hat durch mein Leben und der mir sehr mächtig erschien und immer noch erscheint und dem ich mich weise beuge, wenn er mir einen Ratschlag gibt - weggeführt worden in eine andere Existenz hinein, in eine andere Art und Weise zu leben, die Existenz zu erleben, um zu sehen. Es ist sehr schwer in Worten auszudrücken. Ach so: ich bin dann an einen Ort gekommen, hingeführt worden, wo ich mich wohlfühlte, ich versuche es grob zu sagen: wo ich geborgen war, der mir ein absolutes Zuhause war, wo ich mich erholen durfte, wo ich mich vollkommen klären durfte, wo aber keiner meiner Familie und meiner Freunde direkt vorhanden war. Sie haben mich alle begrüßt, ich habe mit allen sozusagen bereinigt, was noch nicht bereinigt worden war, Frieden geschlossen und jeder ist wieder - nehme ich an - an seinen Platz gegangen. Und ich bin mit meinem Begleiter - der auch schon im irdischen Leben bei mir war, obwohl ich ihn nie erkannt habe - an einen anderen Ort gegangen.

 

JF: War es für Sie überraschend, all diese Leute zu treffen?

 

WR: Nein, es war vollkommen normal, es war vollkommen normal an jeder Stelle.

 

JF: Woher kam diese Normalität, Sie haben sich je doch sicher vorher keine Gedanken darüber gemacht.

 

WR: Das ist Existenz. Das ist Wahrheit. Und alles was wahr ist, ist nicht überraschend. Alles, was war ist - da wundert man sich nicht. Wundern tut man sich nur in dem Moment, wo man Blockierungen hat, wo man das nicht glauben will, was man sieht. Aber wenn man in der Lebendigkeit ist, wenn man in der Existenz ist, dann ist es normal, wenn die Wahrheit geschieht und man kann sie so hinnehmen.

 

JF: Das heißt die Erkenntnis ist direkt und wird sofort als Normalität akzeptiert.

 

WR: So ist es.

 

JF: Ich hatte Sie unterbrochen. Wo sind Sie dann mit Ihrem Begleiter hingegangen?

 

Der Ort der Klärung

 

WR: Ich hatte mir große Mühe gegeben, das so klar wie möglich zu umreißen. Sehr viel näher kann ich dies Sphäre jetzt nicht mehr beschreiben, außer: ein Ort des Lernens, des Vergessens sehr vieler irdischer Quatsch-Gedanken und ein Ort an dem ich die Dinge in einem neuen Licht gesehen habe.

 

JF: Es wird in Berichten von Nachtod-Erlebnissen oft von einem Ort berichtet, wo die Seelen hinkommen und wo sie eine Art Klärungs- und Reinigungsprozeß durchmachen.

 

WR: Ich denke, so könnte man das bezeichnen.

 

JF: Eine Art jüngstes Gericht im Individualfall.

 

WR: Naja, ganz so gravierend ist das bei mir nicht gewesen und ich möchte doch von den Begriffen der katholischen und evangelischen Kirche an dieser Stelle etwas abweichen.

 

Es war ein gemütlicher Ort, ich habe mich dort sehr wohlgefühlt und ich habe zwar erkennen müssen, daß ich viele Fehler gemacht habe, aber mir ist gezeigt worden, daß ich nichts zu bereuen habe, sondern daß ich in Frieden mit allem abschließen kann und daß die Fehler, die ich getan habe, nur daraus entstanden sind, weil ich die Wahrheit nicht habe sehen können. Hätte ich damals im Lebendigen auf Erden die Wahrheit sehen können, hätte ich die Fehler eben nicht getan.

 

JF: Es waren für Sie also nur Korrekturen im Bewußtsein, was für Sie dann anstand?

 

 

WR: So ist es. Und so, wie es für mich sich anfühlte und war, ist es für jeden einzelnen Menschen, der auf der Erde lebt.

 

JF: Es gibt also nicht das "böse Gericht", das Strafgericht?

 

WR: Es gibt es nicht. Das machen sich die Menschen selber, wen sie in sich eine Richterinstanz aufbauen, mit der sie sich selber abrichten.

 

JF: Das passiert aber mit jedem, der gestorben ist. Oder muß dazu auch noch eine Bereitschaft dasein?

 

WR: Es geschieht für jeden, der gestorben ist, aber für jeden auf seiner Bewußtseinsebene.

 

JF: Macht es denn einen Unterschied, ob ein Mensch vorher als Materialist gelebt hat oder als gläubiger Mensch?

 

WR: Natürlich macht es einen Unterschied. Weil: man kann nur so weit geläutert werden, wie die eigenen Begrenzungen das zulassen. Wenn Menschen sterben, ohne jemals an das Universum gedacht zu haben, ohne jemals an den Schöpfer gedacht zu haben, also wenn wahrhaft auf sich selbst bezogene Menschen sterben, die sehr stark an der Materie hingen - deren Bewußtsein kann man nicht vollkommen ausschalten. Diesen Menschen kann nur nahegebracht werden, was sie gerade noch so eben begreifen können, was sie gerade noch so eben akzeptieren können. Und so weit werden sie geführt, bis sie wieder neu inkarnieren, wo sie wieder neu lernen, wo sie eine neue Chance bekommen.

 

 

Bewußtseinserweiterung und Wiedererkennen im Tod

 

JF: Haben Menschen im Prozeß des Sterbens und im allgemeinen Wiedererwachen in einer neuen Existenz die Chance, einen Lernprozeß zu machen, einen Sprung aus ihrer Bewußtseinsebene zu machen ... sozisagen den Sprung in ihrer Schüssel zu kitten?

 

WR: Alles ist möglich, und natürlich kann auch das vorkommen. Wenn also Menschen mit einem relativ hellen Geist, mit einem relativ rufenden, suchenden Geist auf der Erde gelebt haben und zum Beispiel sehr oft sehr stark enttäuscht worden sind, bauen sie Charakterzüge auf, die sie sehr stark in Ketten legen. Aber im Moment des Todes, wo das Licht auf sie trifft, wo die Wärme des Schöpfergottes zu ihnen hinkommt, kann es sein, daß es wie eine wohltuende Erlösung ist und diese Menschen zu sich selber finden, zu dem, was sie vor ihrer Geburt waren, vor der Inkarnation waren - und noch darüber hinauswachsen. Natürlich. Es ist alles möglich und kein Mensch könnte jemals versuchen herauszufinden, wo der Mensch, der gerade sterben wird, wohl landen wird. Menschen können es nach meinem Erachten nicht erkennen.

 

JF: Wenn Menschen sterben, was erkennen sie wieder? Gibt es einen Wissensanteil, der dem Bewußtsein des im Körper lebenden Menschen verborgen ist, der dann demjenigen, der gestorben ist, auf jeden Fall wieder erschlossen wird, z.B einen Lebensplan oder eine bestimmte Konsequenz im Leben zu sehen? "Ich habe gelebt, um diese oder jene Aufgabe zu erfüllen". Ist da etwas, was man als Toter auf alle Fälle erfährt, was man als Lebender nicht gewußt hat? Oder ist das auch individuell unterschiedlich?

 

WR: Also was - sage ich mal - jeder, der stirbt, unabhängig davon, auf welcher Ebene er sich befindet, erkennt, ist diese Erkenntnis, daß sein Gewissen da ist, sein Geist da ist und wach ist und es ist auf jeden Fall diese Erkenntnis - ganz ehrlich vor dem eigenen Gewissen, vor dem eigenen Geist - ob er versagt hat oder ob er es geschafft hat. Diese Erkenntnis ist ganz ehrlich und für jeden einzelnen, der den Übergang gegangen ist, einfach da.

 

JF: Und da gibt es auch keine Lüge und keine Abstufungen?

 

WR: Da gibt es keine Lüge und keine Abstufungen. Es ist ein individuelles Wissen. "Ach!" erleichtert, oder: "Hmmpf! Scheiße!" Das ist einfach da und das bleibt auch einfach da. Davor kann man im Leben lange und weit weglaufen - vor dem eigenen Gewissen, das einem sagt: "Das hast du jetzt aber gut gemacht." oder was einem auch sagt: "Wenn du dich nicht sofort änderst auf deinem Lebensweg, dann geht das aber schief." Im Leben kann man davor weglaufen, da kann man sich davor zumachen - nach dem Tode kann man das nicht mehr.

 

Und was dann auch noch für fast alle Menschen da ist, ist das Wiedererkennen von Wesenheiten, die sie schon einmal gekannt haben. Das können genausogut geistige Wesenheiten sein, die sie aus früheren Zeiten in den Himmeln kennen, es können ehemalige Menschen sein, die schon verstorben sind, es kann auch der eigene Schutzengel sein oder andere Engel, die sie kennen. Es gibt immer wieder ein Wiedererkennen von irgendwelchen Persönlichkeiten, die sich mögen und die sich achten

 

JF: Und das ist immer eine freudige Erfahrung, oder liegt da auch Schmerz?

 

Die selbstgemachte Hölle

 

WR: Es kann auch da sehr viel Schmerz liegen, weil es tatsächlich immer wieder Menschen gibt, die solch starke Schäden im irdischen Leben davongetragen haben oder sich selbst haben schlagen lassen oder sich selbst geschlagen haben, daß sie in diesem Schmerz so gefangen sind, daß sie das Licht nicht akzeptieren und nicht sehen wollen. Solche Menschen zu besuchen oder solche Menschen zu sehen ist ein ganz tiefer Schmerz, weil kaum einer von uns in der Lage ist, diese Menschen aus dem Schmerz herausholen zu können. Sie sehen das Licht nicht und sie können es nicht als Licht erkennen. Sie sind nur noch in der Angst. Das gibt es. Aber das ist das, was grob als Hölle bezeichnet wird und sie ist von jeder einzelnen Person selbstgemacht. Jede einzelne Person kann aufstehen und kann sagen: "Jetzt ist Schluß mit der Angst. Jetzt ist Schluß mit der Wut. Jetzt ist Schluß mit der Trauer - nun will ich existieren, nun will ich sein."

 

JF: An welcher Stelle können das Menschen oder Wesen, an jeder Stelle?

 

WR: An jeder Stelle der Existenz, in der irdischen Existenz wie in der geistigen Existenz. Es ist eine Willensentscheidung. Und die Lebendigkeit liegt in der Freude. Die Lebendigkeit, die Bewegung, die Kreativität liegt in der Freude, liegt in der Liebe, liegt im Ausdruck des Seins in allen möglichen Formen. Und der Tod, der psychische Tod, der geistige Tod liegt in dem Eingekauertsein - auch im geistigen - in dem sich absolut nicht mehr bewegen wollen, im absolut Starren, im Erstarren, auch in eine Emotion wie Wut, besonders Angst oder Haß. Das sind erstarrte Formen, vollkommen kraftlos, weil außer diesem einen Ausdruck diese Existenz nichts mehr weiter tun kann.

 

JF: Und das kann eventuell sehr lange dauern? Weil Sie sagten, sie können jederzeit da raus. Aber real ist es doch wohl so...

 

WR: Es ist eine Willensentscheidung und wer haßt, der haßt, so kann man das wohl sagen, genauso wie ich, wenn ich in der Freude bin, in der Freude bleibe. Ja, es kann sehr lange dauern.

 

Gefühle im Diesseits und im Jenseits

 

JF: Sind Gefühle im Jenseits länger als im Diesseits? Ich habe immer das Gefühl, wenn ich eine Emotion oder ein Gefühl sehr stark erlebe - das ist ewig. Und sobald sie vorbei sind, kann ich mich kaum noch daran erinnern. Das ist eine Absurdität, die in der Erfahrung von Gefühl liegt. Ich glaube aber, daß Gefühl im Körper anders funktioniert als Gefühl im Jenseits. Sind Gefühle ewig im Jenseits, oder gibt es da auch diesen Wechsel?

 

WR: Im Jenseits ist es eigentlich mehr die Empfindung des Seins. Die menschlichen Gefühle gehen oft sehr stark noch einher mit Emotionen und mit körperlichen Funktionen von Organen, von Drüsensystemen und Nervenenden. Da der geistige Körper andere Funktionsmechanismen hat, sind es hier mehr Empfindungen, Regungen oder Rührungen, die vorhanden sind, die nicht so einem schnellen Wechsel ausgesetzt sind wie die irdischen Empfindungen, das kann man wohl so sagen. Und in allem ist auch eine sehr große geistige Ruhe, die einen hält. Es gibt nicht dieses Hoch und Tief in den Emotionen und Empfindungen, wie es auf Erden bekannt ist. das stimmt, ja.

 

Wie wir im Jenseits aussehen

 

JF: Nochmal zu Ihrer Erfahrung des Sterbens. Was ich wissen möchte: wir haben ja ein bestimmtes Bild von uns selbst. Ich sehe mich, wie viele ander Menschen auch, wenn ich mich geistig selbst sehe, anders, als wie ich tatsächlich aussehe. Sehe ich im Jenseits so aus, wie ich mich jetzt sehe, wenn ich in einen geistigen Spiegel sehe? Oder sehe ich dann so aus, wie ich jetzt aussehe? Oder habe ich überhaupt kein "Aussehen"?

 

WR: Es gibt ein Aussehen und Sie erkennen sich wieder. Aber es sieht nicht unbedingt so aus, wie Sie es sich im Geistigen vorstellen würden, weil Sie sich einfach nicht gut genug dazu kennen. Und Sie sehen natürlich auch nicht so aus, wie Sie jetzt im Physischen aussehen. Aber wenn Sie sich sehen im Geistigen, in einem geistigen Spiegel zum Beispiel, sind Sie sich sicher, daß Sie sich selber sehen. Und jeder andere, der auf der Erde gelebt hat und Sie zum ersten Mal als geistiges Wesen sieht, wird wissen: das ist Jürgen Fischer, eindeutig. Aber Ihre geistige Form ist eine andere, auch anders, als Sie sich jetzt vorstellen.

 

JF: Aber wenn Sie von sich selbst reden, von einer Identität ausgehen, haben Sie auch das Gefühl von Form.

 

WR: Ich habe das Gefühl von Form, ich habe einen Körper, ja. Wenn ich mich Ihnen jetzt zeigen würde, würde ich mich Ihnen natürlich in den Konturen des ehemaligen Wilhelm Reich zeigen.

 

JF: Das würde ich ja gerne mal erleben.

 

WR: Sie müssen noch etwas üben.

 

JF: Wer? Ich oder Sie?

 

WR: Ich nicht! Sie! Wobei ich mir dann natürlich überlegen könnte, ob ich den jungen Wilhelm Reich nehme, der so 24, 25 war, oder ob ich nicht doch lieber den etwas älteren nehmen sollte, in Schlips und Kragen. Darüber kann ich mir dann noch Gedanken machen, mit welchem Bild ich Sie denn überraschen möchte. Jetzt sehe ich mit meinem geistigen Körper eigentlich anders aus, ja.

 

Wie wir im Diesseits aussehen

 

JF: Warum sehen wir nicht so aus, wie mit unserem geistigen Körper?

 

WR: Weil Sie im irdischen Körper inkarniert sind. Da dieses ganze Erdenleben seht komplex ist, erleben Sie natürlich eine ganze Menge aus Ihrem Geistigen heraus, aber ein großer Teil dessen, was Sie jetzt als Persönlichkeit ausmacht, ist Ihnen anerzogen, ist Ihnen vererbt worden. Es ist auch die Art und Weise, wie Sie in Ihrem Leben auf bestimmte Situationen reagiert haben, das prägt Sie. Auch das alles formt Ihre Persönlichkeit, und diese Persönlichkeit formt einen Teil Ihres Körpers aus, während der andere Teil Ihnen wirklich genetisch von Ihren Eltern mitgegeben wurde.

 

JF: Und die Tatsache, daß in meinem Geist anders aussehe als wirklich, ist das eine Erinnerung an die geistige Existenz? Oder hat das eine ganz andere Ursache? Weil: ich glaube, daß es allen Menschen so geht.

 

WR: Es ist eine teilweise Erinnerung an die geistige Existenz, es ist aber vor allem auch ein Erkennen, wie man selber ist, wie man jetzt selber ist. Mit den Persönlichkeitsabstufungen, die einem eben dieses Leben aufgeprägt hat. Sie sind ja nicht in Wirklichkeit der, den Sie jetzt als Mensch darstellen. Sie werden nach Ihrem Tode feststellen, daß Sie in Wirklichkeit doch anders sind und Sie werden sich wiedererkennen und Sie werden froh sein, daß Sie so sind, wie Sie als Geist sind. - Falls Ihnen das weiterhilft.

 

Das Erdenleben ist mit sehr vielen Prüfungen und mit sehr vielen Härten bestückt. Und dies macht es einem jeden menschlichen Wesen sehr sehr sehr schwer, sich vorzustellen, daß es eine Sphäre gibt, die wirklich voller Licht und voller Freude ist. Daß es eine Sphäre gibt, wo man wirklich zuhause sein kann, wo man nicht rausgeschmissen wird und wo man immer von allem genügend und sogar im Überfluß hat. Es ist fast unvorstellbar. Die Menschen müssen aber immer mehr dahin kommen, diese Freiheit zu leben, sich das auf Erden schon vorstellen zu können und sich das auf Erden so gut wie möglich zu machen , sich das Leben so einzurichten. Dann kann es auf Erden einfacher werden. Das sprengt auch alle menschlichen Fesseln.

 

JF: Das sprengt auch alle Fesseln der Orgonomie, was wir hier sagen.

 

WR: Ja, um einiges.

 

Über www.orgon.de und die Aufgaben der Zukunft

 

JF: Ich glaube, ich werde müde.

 

WR: Orgonomisches Christentum - posthum.

 

JF: Wir werden das alles sehr schnell veröffentlichen, was Sie sagen. Wir haben jetzt eine der größten orgonomischen Internet-Seiten, um die 1000 Besucher im Monat. Und es sind im letzten halben Jahr die Voraussetzungen geschaffen worden, das, was Sie jetzt sagen, innerhalb weniger Tage weltweit bekanntzumachen. Dafür habe ich das letzte halbe Jahr gearbeitet. Es hat auch vieles gut funktioniert, nicht alles. Der Widerstand ist teilweise heftig, aber längst nicht so aggressiv, wie ich mir das vorher vorgestellt habe. Ich kriege sehr viele positive Rückmeldungen, auch von traditionellen Orgonomen und zum Teil bekomme ich Widerstand aus Ecken, von denen ich es nicht gedacht hätte. Manche Leute lassen ihre Kleinheit und Ungläubigkeit sehr stark raushängen, und andere, die ich eher für traditionalistisch eingeschätzt habe, geben mir doch sehr viel Bestätigung, manche im Stillen, sie trauen sich das nicht öffentlich, aber es geht mir darum, daß die Menschen es persönlich glauben und irgendwann werden Sie auch den Schritt machen, das öffentlich zu tun. - Wenn das alles groß genug geworden ist. Es ist für die Leute bestimmt ein Phänomen, was wir hier machen: gleichzeitig Orgonomie zu betreiben und Spiritualität, das ist eine sehr eigenartige Mischung.

 

WR: Es ist die Mischung der Zukunft, also davon kann man ausgehen. Davon abgesehen, daß Sie zukunftsweisend arbeiten auf der Erde, freue ich mich doch sehr über die Masse und über die Geschwindigkeit, mit der Sie diese wirklich wichtigen Informationen über den Erdball verbreiten, und ich denke, es wird noch eine große Menge mehr an Informationen kommen, nicht nur von mir, sondern auch von anderen - schon verstorbenen - Wissenschaftlern oder auch aus anderen Bereichen - Künstlern oder ganz normalen Menschen, die einfach in der Lage sind und die Weisheit und die Kraft besitzen, sich der Menschheit kundzutun. Es ist eine sehr sehr sher große geistige Bewegung, die sich in den letzten Jahren formiert hat, wobei ich sagen muß, daß wir alle - egal aus welchen Teilen der Erde wir in unserer letzten Inkarnation gekommen sind - doch dem großen Christusgeist unterstehen. Wobei ich jetzt einfach in Grobform sagen möchte, daß für die Erde der Christusgeist oder die Person des Christus der Mensch gewesen ist, der sich im Vertrauen und im Wissen um seinen göttlichen Ursprung diesem Göttlichen, der absoluten Fülle, der absoluten Freude und Liebe vollkommen hingegeben hat. Er war der erste Mensch, der im Vertrauen in die Liebe des Schöpfers sich diesem so hingegeben hat, daß er über seinen Intellekt, über seinen Verstand vollkommen hinausgewachsen ist und diese Botschaft den Menschen - sogar noch den heutigen Menschen - überlassen hat: daß es die Hingabe an das Sein, an die Liebe ist, was den Menschen transformiert und ihnen die Angst nimmt.

 

Ich wünsche Ihnen noch einen sehr schönen guten Abend und ich freue mich auf das morgige Gespräch.

 

JF: Ich danke Ihnen.

 

WR: Ich bedanke mich auch und ich stehe nicht allein hier! Oder wie auch immer, ich schwebe...

 

JF: Ja, schönen Gruß an Hildegard und alle anderen.

 

WR: Vielen Dank, sie grüßen zurück.

Fischer-

ORGON-

Technik

 

Jürgen Fischer

Steinbach 2
87739 Breitenbrunn

Tel.:  08263 960 71 70

info@orgon.de

UId-Nr: DE 172054894

www.orgon.de

www.fischer-orgon-technik.de

 

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«Gott» ist die Natur, und Christus ist die Verwirklichung des Naturgesetzes.


Gott (Natur) hat die Genitalien bei allen Lebewesen geschaffen. Er hat das getan, damit diese nach natürlichen, göttlichen Gesetzen funktionieren. Deshalb ist es weder Sakrileg noch Blasphemie, dem Verkünder Gottes auf Erden ein natürliches, göttliches Liebesleben zuzuschreiben. Dieses ist im Gegenteil die Verwurzelung Gottes in der reinsten Tiefe des Menschen.


Diese Tiefe existiert im Leben von Anfang an. Die Fortpflan- zungsfunktion kommt erst in der Pubertät zur Genitalität hinzu.


Die göttliche, genitale Liebe ist schon lange vor der Fortpflan- zungsfunktion da; deshalb wurde auch die genitale Umarmung von der Natur bzw. von Gott nicht nur zum Zweck der Fortpflanzung geschaffen.

 

Wilhelm Reich, aus dem Vorwort des "Christusmord"

 


 

Im Hintergrund sehen Sie das Standbild einer grafischen Darstellung von Kreiselwellen. Unter diesem Link finden Sie Kreiselwellen in einer bewegten Trick-Animation. (Für eine bildschirmfüllende Darstellung betätigen Sie bitte die Taste F11). Diese grafische Darstellung kann die Kreiselwellen nur annähernd zeigen. Was Sie tatsächlich am Himmel sehen, kann sich davon erheblich unterscheiden.

Kreiselwellen sind optische Erscheinungen der Orgon-Energie, die immer nur subjektiv wahrnehmbar sind, d.h. man kann sie nicht fotografieren oder filmen - sie existieren nicht als eigenständiges, objektives Phänomen. Deshalb gehören sie für den Verstand nicht zur "Realität" - dennoch können sie von fast allen Menschen wahrgenommen werden. Hier auf www.orgon.de finden Sie detallierte Anleitungen (auch als kostenloses mp3-Hörbuch), wie Sie die Lebens-Energie sehen, hören und fühlen können.

Es ist sehr einfach ...

Probieren Sie es aus!

 

 

„Haben Sie schon mal über wirkliche Freiheit nachgedacht Willard? Freiheit von den Meinungen Anderer, sogar von den eigenen Meinungen?“

 

Colonel Walter E. Kurtz im Film Apocalypse Now