Gespräch mit dem 130jährigen Steppenwolf

Ein Kapitel aus dem Buch

Stephen Wolf:

Der Kojote kommt zurück

 

ISBN: 9783848228331
202 Seiten
17,95 Euro
auch als Ebook erhältlich

Die Gespräche mit Stephen Wolf waren so inhaltsreich, so voll gepackt mit Informationen, dass ich einige mit seiner freundlichen Zustimmung mit einem Diktiergerät aufgezeichnet habe. Ich empfinde es als einen glücklichen Umstand, dass ich diese Idee hatte und in die Tat umsetzte, denn ich wäre sonst wohl kaum in der Lage gewesen, mir diese vielen Details aus dem Gedächtnis wiederzugeben. Und so bin ich in der glücklichen Lage, Ihnen einen Teil dieser Gespräche – grob nach Themen zusammengefasst – wörtlich wiedergeben zu können.

„Langlebigkeit“

Stephen Wolf sah seine jugendliche Erscheinung und sein beinahe schon biblisches Alter nicht als ein übernatürliches Wunder an, das von den Erwachten auf mystische Weise an ihm zelebriert worden war, auch wenn das auf den ersten Blick so erschien. Er war durchaus kein Mensch, der sich mit einer Erklärung wie „ein unerklärliches, übernatürliches Ereignis“ beschieden hätte.


Die Tatsache seines Alters ließ mich besonders in der ersten Zeit seines Aufenthalts in meinem Haus nicht los. Ich dachte wieder und wieder darüber nach, und er wusste, dass mich dieses Thema beschäftigte.


„Sehen Sie es nicht als ein Wunder an“, fragte ich bei einem unserer abendlichen Zusammentreffen, zu denen er mich von Zeit zu Zeit zu sich in die Mansarde einlud, „das die Erwachten an Ihnen bewirkt haben? Ein Ereignis, das völlig aus den Gesetzen von Zeit und Raum herausfällt und nur den göttlichen Bedingungen gehorcht, ein Ereignis, das so ganz anders ist als diejenigen, die nach den Gesetzmäßigkeiten ablaufen, die unsere menschlichen Gehirne begreifen können?“


„Mir fehlt“, sagte er, nachdem er einige Minuten geschwiegen hatte, was er oft tat, um eine Frage oder Bemerkung in sich aufzunehmen und um eine angemessene Antwort zu finden, „trotz all der erstaunlichen und wunderbaren Ereignisse, von denen mein Leben voll war, der Sinn für Wunder, so wie Sie das soeben formuliert haben. Ich will damit nicht sagen, dass es das nicht geben kann – wer weiß, aber  auch das, was mir geschehen ist, hat für mich im Prinzip völlig natürliche und nachvollziehbare Ursachen. Insofern ist es nicht ein Ereignis, das aus den Naturgesetzen herausfällt. Es stellt sich einfach nur die Frage, welche Gesetzmäßigkeiten hier wirken.“


„Das heißt, Sie erklären sich ihr hohes Alter und Ihre jugendliche Erscheinung, also in diesem Alter völlig gesund und vital zu sein, als ein ganz normales Geschehen?“ Ich war sehr verblüfft. „Können Sie mir das auch erklären? Wie kommt das Ihrer Ansicht nach zustande?“


„Naja, ‘normal’, also der Norm entsprechend, ist das bestimmt nicht.


Sehen Sie,“ sagte er nach er neuerlichen langen Denkpause, „das sind eben zwei Aspekte des Denkens, die man nicht unbedingt vermischen sollte. Der eine Aspekt ist: Gibt es eine Erklärung für die Ereignisse, die ich nicht verstehe? Der andere Aspekt ist: Kann ich diese Erklärung verstehen?


Den ersten Aspekt würde ich immer bejahen. Es gibt immer eine Erklärung, innerhalb der Naturgesetze und die ist mit Vernunft nachvollziehbar. Jedenfalls ist das so in der Welt, in der ich lebe. Es kann natürlich sein, dass wir die entsprechenden Naturgesetze noch nicht verstanden haben. Aber es ist sehr kurzsichtig, alle Phänomene, die unverständlich sind, in den Bereich der übernatürlichen Wunder zu packen, anstatt wenigstens den Versuch zu machen, dafür natürliche Erklärungen anzunehmen. Viele Menschen versuchen das jedoch nicht einmal. Die Durchschnittsneurotiker teilen ihr Denken auf in einen mechanischen Teil, in dem alles, was in der Natur geschieht, wie in einer Maschine vorhersehbar und berechenbar ist. Und alles, was damit nicht erklärt werden kann, gehört dann in den mystischen Teil des Denkens, also Tod, Liebe, Gefühle wie Angst oder Glückseligkeit – und alle weiteren Ereignisse, die sich Menschen nicht erklären können.


Sie sind also geneigt, alle Ereignisse, die sie nicht verstehen können, als übernatürlich, als göttlich oder teuflisch zu sehen. Menschen tun das, weil sie Angst haben. Sie müssten sich eingestehen, dass sie unfähig sind, der Natur zuzugestehen, dass sie intelligenter ist als sie, dass es Naturgesetze gibt, die sie nicht verstehen.  Der Mensch, die ‘Krone der Schöpfung’, kapituliert vor irgendeinem banalen natürlichen Ereignis. Dann kommt es zu der absurden Situation, die in der Naturwissenschaft immer wieder auftritt: Ein natürliches Ereignis wird als nicht existent bezeichnet, weil es der herrschenden Ansicht von Wirklichkeit widerspricht. So durfte sich die Erde nicht um die Sonne drehen und Galilei musste seine Beobachtung widerrufen oder sterben. Und so etwas geschieht heute eher noch öfter als vor 500 Jahren.


Der zweite Aspekt des Denkens ist schwieriger. Kann ich diese Erklärung verstehen? Das liegt nicht nur an mir und meinem Verständnis, sondern am kollektiven Verständnis von Wirklichkeit. Ein Radio hätte auch schon vor 200 Jahren funktioniert, wenn man einen Sender und einen Empfänger gebaut hätte. Aber niemand hätte verstanden, warum da eine Stimme aus dem Kasten zu hören ist und niemand hätte geglaubt, dass diese Stimme, die in Hamburg zu hören ist, im gleichen Moment in Berlin in ein Mikrofon spricht. Und man hätte das für ein Wunder oder für Teufelswerk gehalten. Nur sehr wenige Menschen wären charakterlich fähig gewesen, dies für die simple technische Innovation zu nehmen, die es nun einmal ist.


Beiden Aspekten des Denkens ist gemeinsam: Was ‘Wirklichkeit’ ist, hängt von der Charakterstruktur der Menschen ab, weniger von den Naturgesetzen.“


„Sie meinen also, dass wir alle Phänomene in der Natur verstehen und erklären können?“


„Natürlich nicht, es gibt recht alltägliche Phänomene, die uns täglich umgeben, die unverständlich sind und vorerst auch bleiben werden.“


„Zum Beispiel?“


„Ganz einfach: Zeit und Raum.“


Ich sah ihn etwas ungeduldig an. „Wieso das denn, ich denke, das sind die einfachsten Dimensionen, die uns ständig bewusst sind.“


„Nun ja,“ erwiederte er, „hier auf der Erde scheinen Raum und Zeit erfassbar zu sein. Aber wir können uns den gesamten Raum nicht vorstellen. Wir können Unendlichkeit und Ewigkeit nicht begreifen. Der Verstand meint, dass Raum und Zeit begrenzt sein müssen. Und wenn wir uns vorstellen, dass es eine Begrenzung gibt, fragen wir uns sofort: ‘Was kommt danach, was ist dahinter?’ Wir operieren gleichzeitig mit Endlichkeit und Unendlichkeit, und das Paradox bleibt immer bestehen. Wir gehen von einem Anfang von Raum Zeit aus und nehmen einen Urknall an. Aber Menschen fragen sich dann sofort: ‘Was war davor?“ und wir können uns nicht vorstellen, dass es vor dem Urknall weder Raum noch Zeit gab. Wir können also Raum und Zeit weder als begrenzt noch als unbegrenzt verstehen. Zu beidem ist der menschliche Verstand bisher nicht fähig.“


„Aber es gibt doch wissenschaftliche Erklärungen, mathematische und kosmologische Theorien.“


„Ja natürlich, aber das bleiben wissenschaftliche Theorien. Begreifen können wir das nicht. Ich kann es jedenfalls nicht, weder theoretisch noch praktisch. Vielleicht kann Stephen Hawking das und vielleicht wird auch das dann irgendwann das allgemeine Verständnis der Menschen sein. Vor 600 Jahren konnten sich die Menschen die Welt nur als Scheibe vorstellen. Und die, die als erste gewagt haben zu behaupten, die Erde sei eine Kugel, sind vorsorglich einen Kopf kürzer gemacht worden.“


„Sie mögen ja recht haben,“ ich war nun über seiner langen Rede doch etwas ungeduldig geworden, „aber was ist nun mit der Erklärung Ihres Alters? Wollen Sie damit sagen, dass ich nicht bereit bin, Sie zu verstehen, oder gar, Sie verstehen zu wollen?“


„Wäre es sehr unhöflich, wenn ich Ihre Frage bejahen wollte? Sehen Sie, ich habe eine recht simple und nachvollziehbare Erklärung, aber sie geht über die Dimensionen unseres jetzigen menschlichen Verständnisses hinaus. Und immer, wenn ich es zu erklären versucht habe, bin ich auf die Dimensionen der Ignoranz gestoßen. Das ist ebenso wie mit dem Denken. Einerseits gibt es das harmlose Nichtwissen. Ich habe nicht die richtige Information oder ich kann etwas nicht verstehen. Das ist harmlos. Wenn ich nicht weiß, warum mein Auto nicht anspringt, gehe ich zum Automechaniker. Und dann gibt es die Ignoranz, das Nichtwissenwollen. Man tut dann so, als ob man etwas wüsste und kann das Nichtwissen nicht zugeben. Das ist, warum die Menschen sich so etwas wie Zeit und Raum, wie Tod und Leben dann von Schwätzern wie dem Papst oder irgendeinem Guru oder einem selbstverliebten Wissenschaftler erklären lassen und dann glauben, sie wüssten es. Irgendwann – ich glaube es war 1992 – hat auch die katholische Kirche offiziell zugegeben, dass Galilei recht gehabt hat und ihn rehabilitiert. Und aus genau diesem Mechanismus der Ignoranz heraus glauben die meisten lieber, dass es ein Wunder ist, dass ich nicht altere, als dass sie meine nachvollziehbaren Erklärungen akzeptieren.“


„Wahrscheinlich haben Sie das schon oft mit Menschen erlebt. Aber Sie sollten es schon ausprobieren. Oder habe ich Ihnen einen Anlass gegeben anzunehmen, dass ich Ihnen nicht glaube oder dass ich das, was Sie mir erzählen, innerlich als Unsinn ablehne?“


„Nein, da haben Sie Recht, Sie sind einer der wenigen Menschen, die mir zuhören können, ohne ständig zu widersprechen. Und damit meine ich nicht nur den verbal geäußerten Widerspruch. Ich kann auch den inneren Widerspruch fühlen, den die Menschen in ihrem Kopf als stillen Kommentar denken, während sie mir freundlich lächelnd zunicken. Es ist richtig, das tun Sie nicht. Und dafür bin ich Ihnen sehr dankbar. Ich erzähle Ihnen deshalb sowieso schon mehr als anderen Menschen.“


„Wollen Sie mir schmeicheln?“


„Nein, ganz und gar nicht. Indem ich das ausspreche, werde ich mir selbst der Tatsache bewusst, dass ich Ihnen vielleicht mehr anvertrauen könnte. Ich habe so oft erlebt, dass ich von Menschen innerlich abgelehnt und oft sogar verachtet wurde, dass ich mir angewöhnt habe, nur sehr wenig von mir preiszugeben. Aber ich sehe, Sie möchten endlich wissen, warum ich meine, dass mein körperlicher Zustand bei meinem Alter eine durchaus erklärbare Angelegenheit ist.“


„Ja, das möchte ich immer noch.“


„Also gut, ich will es versuchen.


Ich bin in den 40er Jahren das 20. Jahrhunderts in den USA gewesen...“ begann er endlich seinen Bericht. „... und ich habe dort den Arzt und Freudschüler Wilhelm Reich kennen gelernt. Ich habe mich bei ihm in Therapie begeben, bis er – etwa 1950 – alle Therapien beendet hat, weil, wie er sich ausdrückte, ‘Therapie sinnlos ist’. Er meinte, dass die Individualtherapie vielleicht für einige wenige Menschen eine Erleichterung ihrer Situation mit sich bringt, aber im Großen und Ganzen, weder im gesellschaftlichen Bereich noch individuell das erreicht werden kann, was er sich ursprünglich davon versprochen hatte.“


„Und was war das?“


„Gesundheit, echte körperlich-geistig-emotionelle Gesundheit der Menschen. Der nicht neurotische Charakter oder der ‘genitale Charakter’“


„Ich habe einige seiner Bücher gelesen,“ sagte ich. „Aber ich habe das gar nicht mitbekommen, dass er die Körpertherapie abgelehnt hat. Auch in den Biographien über Reich habe ich eigentlich nichts derartiges gelesen.“


„Ja, das ist nachvollziehbar. Die meisten derjenigen, die sich seither auf Wilhelm Reich beziehen, sind Körpertherapeuten. Und die wollen nicht, dass am Mythos der Therapie gekratzt wird. Sie haben aus Reich nach dessen Tod 1957 eine Ikone gemacht, ein starres Gebilde unveränderlicher Wahrheiten, an dem sie festhalten und das sie verehren. Seine Aussagen über den Unsinn der Individualtherapie haben sie schlicht ignoriert. Sie verehrten einfach den Therapie-Reich von vor 1950, und vergaßen den Reich, der naturwissenschaftlich und medizinisch gearbeitet hat, der sich um die Wiederbelebung der erstarrten Atmosphäre gekümmert hat, um die Bekämpfung der Wüstenbildung, Waldsterben, Klimakatastrophe und UFOs. Es waren die Reichianer, die das Gerücht aufgebracht haben, er sei verrückt geworden. So mussten sie sich nicht mit den sehr unbequemen Erkenntnissen auseinandersetzen, auf die er gestoßen ist.“


„Und Sie führen Ihre Gesundheit und ihr hohes Alter auf diese Therapie zurück?“


„Nein, eigentlich nicht. Die Therapie bei Reich war sehr eindrucksvoll, sie hat mir bestimmt auch geholfen, meine Vitalität zu erhalten. Was ich bei dieser Körpertherapie jedoch erkannt habe, war meine Gesundheit, meine eigenen gesunden charakterlichen Anteile. Ich bin bereits in manchen Anteilen das gewesen, was Reich einen ‘genitalen Charakter’ genannt hat. Ich war nur nicht fähig, diese Anteile zu sehen und zu würdigen. Und indem ich Reich als Mensch erlebt habe, konnte ich diesen gesunden Anteil in mir endlich aus vollem Herzen und ganz bewusst bejahen, leben und genießen. Es war also weniger die Therapie als diese sehr intime Begegnung mit diesem anderen gesunden Menschen.


Aber da war noch etwas, was mir wirklich geholfen hat: das war der Orgonakkumulator. Der ist nun wirklich ein wahrer Jungbrunnen. Ich verstehe ihn als den eigentlichen Grund für mein hohes Alter.“


„Ah, dieses legendäre Gerät, das Wilhelm Reich erfunden hat. Und das hat so phantastisch funktioniert?“


„Ja, auch Wilhelm Reich und andere Ärzte, die bei ihm gelernt haben, haben ihn regelmäßig genutzt. Und alle, die das getan haben, haben dasselbe erlebt. Innerhalb weniger Jahre sind alle Zipperlein verschwunden, alle chronischen Krankheiten und sogenannte Altersbeschwerden. Die Menschen wurden frischer, vitaler und jünger. Reich und zum Beispiel auch Dr. Hoppe, ein von Reich ausgebildeter Arzt, der bis in die späten 70er Jahre in München gearbeitet hat, sie waren überzeugt, dass sie weit älter als 100 Jahre werden, wenn sie den Akkumulator benutzen.“


„Aber Reich ist doch recht jung gestorben, nicht wahr?“


„Ja, mit 60. Er hatte drei Herzinfarkte nach dem ORANUR-Experiment, bei dem radioaktives Material mit hochkonzentrierter Orgonenergie zusammen kam und alles in der Umgebung seines Labors verseuchte. Alle Menschen, die davon betroffen waren, sind schwer krank geworden, sie bekamen so etwas Ähnliches wie die Strahlenkrankheit.“


„Aber ist er nicht im Gefängnis gestorben?“


„Ja, doch er hatte bereits kurz nach dem Experiment zwei Herzinfarkte gehabt. Vielleicht hätte er auch den dritten überlebt, wenn er nicht im Gefängnis gewesen wäre. Wer weiss. Es war tragisch. Er musste ins Gefängnis, weil er sich geweigert hatte, ein Gerichtsurteil zu akzeptieren, das besagte, dass die Lebensenergie, die er ‘Orgon’ nannte, nicht existiert.“


„Wie Galilei?“


„Nur dass Reich sich strikt weigerte, abzuschwören. Er hat einfach weitergemacht und als er einige Orgonakkumulatoren von Maine nach New York transportieren liess, wurde er wegen Missachtung des ersten Urteils ins Gefängnis gesteckt. Er starb dort – wenige Tage vor seiner vorzeitigen Entlassung. Er hatte mit seiner Freundin Aurora schon die Übersiedlung in die Schweiz geplant.“


„Und wie hat der Orgonakkumulator es geschafft, Ihnen ein so langes Leben und Jugendlichkeit zu geben? Wie hat das funktioniert?“


„Nun, es funktioniert immer noch, das ist nichts, was in der Vergangenheit geschah, sehen Sie sebst.“


Er führte mich in die kleine Schlafkammer, in der nun auch noch eine kleine Kabine stand.


„Das ist der Akkumulator. Den benutze ich seit über sechzig Jahren täglich. Dafür brauche ich den großen Schrankkoffer. Ich nehme ihn immer auf meinen Reisen mit.“
„Und da sitzen sie drin? Das ist aber sehr eng.“


„Es ist genau so groß, dass ich bequem darin sitzen kann, ohne die Wände zu berühren, aber so klein, dass die Metallwände dicht an meinem Körper sind.“


„Und darin laden Sie sich täglich mit Energie auf?“


„Ja, es ist wie eine Ladestation. Eigentlich bin ich der Akku, der geladen wird.“ Er sah mich freundlich an. „Sie können es gerne auch probieren. Es ist ein gutes Gefühl, mit lebendiger Kraft aufgeladen zu werden.“


„Vielleicht tue ich das. Aber jetzt möchte ich wissen, wie das auf Sie gewirkt hat.“


„Warum es bei mir so funktioniert? Ganz ehrlich: Ich weiss es nicht. Ich habe auch noch nicht davon gehört, dass es bei anderen in dieser Weise lebensverlängernd gewirkt hätte. Aber das liegt wohl auch daran, dass niemand sonst ihn so lange und intensiv benutzt hat. Ich habe meine Vermutungen. Es sind meine eigenen Hypothesen.


Ich habe einmal ein Interview mit dem Chefarzt einer geriatrischen Universitätsklinik gehört. Dieser meinte, dass das durchschnittliche Lebensalter der Menschen in unserem Kulturkreis von 1840 bis heute um über 100% gestiegen ist. Damals lag es bei 40 Jahren, heute bei über 80. Das bedeutet, dass das durchschnittliche Lebensalter der Menschen jedes Jahr um 3 Monate steigt. Es ist ein linearer Anstieg und es ist nicht bekannt, wie alt Menschen eigentlich werden können. Das genetisch mögliche Alter von Menschen ist unbekannt. Wissenschaftler wollen uns glauben machen, dass die Altersangaben der Urväter in der Bibel, in der behauptet wird, dass Methusalem 969 Jahre alt geworden sei, Rechenfehler waren, dass ursprünglich eigentlich Monate damit gemeint waren. Dann wäre er 80 Jahre alt geworden. Und wenn es doch wahr ist? Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Menschen so alt geworden sind, wenn es möglich ist, dass die durchschnittliche Lebenserwartung in nur 170 Jahren auf das Doppelte ansteigt.


Dann wurde dieser Professor gefragt, was denn eigentlich altern sei, und die Antwort hat mich sehr bewegt. Altern, meinte er, ist die unvollständige Zellerneuerung, zum Beispiel durch freie Radikale. Unsere Körperzellen regenerieren sich ständig. Bis auf Zähne und verfestigte Knochen sind wir einfach nicht derselbe Mensch, der wir noch vor einigen Monaten waren. Alle Zellen werden ständig ersetzt. Bei jungen Menschen funktioniert das meist reibungslos. Bei älteren kommt es bei der Neubildung der Zellen zu Fehlbildungen. Das gesamte Körpergewebe vernarbt und verhärtet dadurch nach und nach, solange, bis das Gewebe so unflexibel wird, dass einzelne Organe nicht mehr funktionieren. Dann stirbt der Mensch. Der Grund dafür, so erklärte er, sind niedrigschwellige Entzündungen, die nicht korrekt ausheilen, sondern eben vernarben. Und er erklärte – das ist die Aussage, die mir so bedeutsam erschien – wenn es möglich sein sollte, niedrigschwellige Entzündungen zu vermeiden beziehungsweise völlig auszuheilen, könnte der Alterungsprozess weitgehend gestoppt werden.“


„Und was ist das: ‘niedrigschwellige Entzündungen’? Das habe ich noch nie gehört.“


„Ja, das ist an sich auch gar nichts Gefährliches. Es sind kleine, lokale, unerhebliche Entzündungen. Es ist eigentlich nur der normale Mechanismus, mit dem der Körper eingedrungene Frendkörper, Viren, Bakterien, Pilze und so weiter bekämpft. Das Immunsystem zerstört die eigenen Körperzellen mit dem Fremdkörper, der damit auch vernichtet wird. Danach werden die zerstörten Gewebezellen wieder hergestellt. Ein genialer Mechanismus, die Selbstheilung halt. Niedrigschwellige Entzündungen sind alle entzündlichen Prozesse im Körper, die nicht zu einer Krankheit oder gar zur chronischen Erkrankung werden. Sie laufen ab, ohne dass wir etwas davon mitbekommen. In gesunden Organismus läuft das korrekt ab. Ist er energetisch schwach, kann es zu allen möglichen Komplikationen kommen.


Das Bedeutsame daran ist: Das ist genau das, was der Orgonakkumulator bewirkt. Der Körper bekommt die Energie, die er braucht, damit das Immunsystem schnell und korrekt arbeitet. Die Heilung nach Entzündungen ist optimiert, das heisst, die Zellregeneration ist extrem beschleunigt und läuft viel korrekter ab. Das Immunsystem wird stabilisiert.“


„Wow, ich dachte nicht, dass Sie mir einen komplexen wissenschaftlichen Vortrag halten.“


„Was haben Sie gedacht? Sie wollten meine Erklärung für mein hohes Alter und meine Gesundheit hören. Es ist, wie gesagt, mein Modell von der Wirklichkeit.“


„Dann meinen Sie, dass alle Menschen so alt werden könnten, wenn sie den Orgonakkumulator benutzen würden?“


„Langfristig, über die Jahrhunderte gesehen, denke ich das, aber kurzfristig: nein. Er könnte dem einzelnen sicher helfen, mit vielen Krankheiten, mit Verletzungen oder auch dem Sterbeprozess sehr viel besser zurecht zu kommen. Die medizinischen Möglichkeiten des Orgonakkumulators sind kaum erforscht, und was bekannt ist, ist fast unglaublich, so wirkungsvoll ist er. Aber damit die Menschen auch ihr Lebensalter entscheidend verlängern können, müsste die allgemeine Neurose beseitigt werden und das ist noch ein sehr langer Weg.“


„Was hat denn die Neurose mit der Lebenszeit zu tun?“


„Wie Reich festgestellt hat, existieren neurotische Störungen als emotionelle, geistige und körperliche Blockaden: emotionell als Ängste, Aversionen, Seelenschmerz usw., geistig als ideologische Fehleinschätzungen, als gestörte Wahrnehmung und falsches Verständnis von Wirklichkeit und körperlich als chronische Krämpfe in der unwillkürlichen Muskulatur. Dort, in der Muskulatur, fliesst die Energie nicht mehr, sie wird in den Spasmen verbraucht und steht dann für lebendige Prozesse nicht mehr zur Verfügung. Hatten sie schon einmal einen Wadenkrampf?“


„Oh ja, ein unangenehmer Zustand.“


„Er absorbiert die gesamte Energie, nicht wahr?“


„Ja, man kann dann nichts anderes mehr tun.“


„Sehen Sie, ungefähr so funktionieren auch die Krämpfe in der unwillkürlichen Muskulatur. Nur sind die kaum zu spüren, ja sie sind besonders unbewusst, weil darin Traumata im Sinn des Wortes festgehalten werden. Es sind unbewältigte Konflikte, Ängste, Traumen jeder Art, die sich als Muskelkrampf manifestieren. ‘Ich halte vor Angst den Atem an,’ sagt man, also man verkrampft die Atemmuskulatur. Und das kann chronisch werden, und es betrifft die gesamte unwillkürliche Muskulatur. Und wie ein Wadenkrampf verbrauchen diese Spasmen fast alle Energie. Die Menschen wissen nichts davon, sie leben damit wie mit einem Panzer oder einer dicken Fettschicht um sich herum. Sie leisten im ganz wörtlichen Sinne Verdrängungsarbeit – Sisyphus ist der Normalfall. Der überwiegende Teil der Kraft der Menschen geht in die Aufrechterhaltung dieser Spasmen und damit in die Erhaltung von Angst und von geistigen Haltungen, die Angst zu rechtfertigen. Das zu behandeln, die Energie wieder zum Fließen zu bringen, war Reichs therapeutischer Ansatz.“


„Und diese Therapie müsste erst einmal im großen Stil geschehen?“


„Nein, das geht nicht. Alle Menschen sind davon betroffen. Sieben Milliarden Neurotiker bräuchten Millionen Therapeuten. Aber es wäre sinnlos, weil nicht einmal die gesund geworden sind, die Reich selbst ausgebildet hat.


Chrakterneurose ist eine riesige Epidemie, mit der sich die Menschen abgefunden haben, von der die meisten nicht einmal etwas wissen, von der sie nichts wissen wollen. Sie leiden, aber sie bleiben sitzen, selbst wenn sie begreifen, was geschieht, bleiben sie sitzen und tun nichts dagegen. Reich hat, wie gesagt, erkannt, dass Therapie an Erwachsenen überhaupt nichts an dieser weltweiten Katastrophe ändern kann, an der die Menschheit seit Jahrtausenden leidet. Er  setzte in seinen letzten Jahren darauf, dass die einzige Chance darin besteht, dass die Kinder der Zukunft gesund aufwachsen können. Aber ich sehe auch das nicht. Wie sollen auch neurotische Erwachsene emotionell gesunde Kinder hervorbringen? Ein Teufelskreis, aus dem ich – zumindest in der Welt wie sie heute ist – keinen Ausweg sehe.“


„Das ist eine sehr pessimistische Sichtweise. Sehen Sie keine positive Entwicklung? Es gibt doch bestimmt noch mehr Menschen, die  charakterlich gesund sind. Oder meinen Sie, Sie sind der einzige auf der Welt?“


„Ganz bestimmt nicht. Ich kann die gesunden Strukturen in jedem Menschen sehen. Das ist ja das Schreckliche. Die Menschen könnten gar nicht leben, wenn sie nicht dieses Wissen hätten, dass da etwas in ihnen ist, was gut, vollständig und im besten Sinne göttlich ist. Jeder fühlt das Lebendige in sich. Und dennoch leben sie in Ketten, in äußerer und innerer Sklaverei. Das hat Rousseau schon formuliert, nur hat er die wahre Ursache nicht erkannt.


Jeder Mensch hat das Potential, aus der Falle auszubrechen, jedes Kind ist ein Versuch des Universums, sich vollständig zu verwirklichen. Das gelingt aber immer nur einzelnen, die sich aus der Falle herauswagen. Doch sobald das geschieht, werden sie wieder eingefangen und in die Herde zurückgeholt. Die wenigsten schaffen es, sich zu befreien und wenn es geschieht, dann nur heimlich.“


Wolf machte eine eine Pause und sah mich freundlich lächelnd an. Dann fragte er: „Wie gefällt es Ihnen, hier mit mir zu sitzen und über all das zu reden?“


„Oh, das ist sehr schön. Ich genieße es, mit Ihnen zusammen zu sein. Doch, es macht mich froh.“


„Woran liegt das Ihrer Ansicht nach?“


„Es ist ein sehr tiefes Gespräch, intensiv, offen. Es ist ... belebend.“


„Ja, so geht es mir auch. Aber woran liegt das? Was ist der Grund dafür?“


„Es ist nicht nur der Inhalt über den wir reden. Es ist der Kontakt. Ja, ich habe das Gefühl, mit Ihnen wirklich in Kontakt zu sein. Sie sind ganz da und ich auch. Ich habe das wirklich nur sehr selten erlebt. Leider.“


„Sehen Sie, das ist es, was ich meine. Sie sind nicht nur mit mir in Kontakt, sondern auch mit sich selbst. Was Sie genießen, ist der Kontakt mit sich selbst, Ihrem inneren Kern. Plötzlich ist der innere gute Mensch, als der sie sich selbst sehen, nicht mehr verschlossen und einsam, sondern er kann sich auch nach außen zeigen. Sie fühlen das und ich auch. Und dann ist plötzlich alles in Ordnung. Sie sind der Mensch, der gesunde, vollständige, erwachsene Mensch, der Sie wirklich sein wollen. Ist das so?“


„Ja, das ist jetzt so. Aber ist das etwas so Besonderes?“


„Sie haben eben selbst gesagt, dass Sie es leider nur sehr selten erleben.“


„Na ja, weil ich eben selten einen Gesprächspartner habe, mit dem ich mich so angeregt unterhalten kann.“


„Und sobald ich mit einem Menschen wie mit Ihnen in Kontakt komme, geschieht, was wir eben jetzt erleben. Die Lebendigkeit in uns beiden geht in Resonanz. Wir können gegenseitig auch im anderen das fühlen, was ich den Kern nenne. Sie haben Kontakt zu Ihrem eigenen Kern und zu meinem und Sie erleben das als Freude. Jeder Mensch mag das, ich auch.“


„Aber warum erlebe ich das mit Ihnen und mit den meisten anderen Menschen nicht?“


„Weil ich fast immer mit meinem Kern in Kontakt bin und Sie einfach dadurch dazu ermutige, auch aus Ihrem Kern heraus zu leben. Ich bin halt meist so. Ich habe auch meine schmerzhaften und kontaktlosen Momente, aber ich erlebe sie bewusst und kümmere mich dann sofort darum, wieder mit meinem Kern in Kontakt zu kommen. Die meisten Menschen sind nicht in Kontakt mit ihrem Kern, sind sich dessen nicht bewusst und deshalb haben sie Angst. Und dann fühlen Sie, wenn Sie mit ihnen reden, im anderen nicht den Kern, sondern seine Angst und die geht mit Ihrer eigenen Angst in Resonanz. Und das ist, wie Sie wissen, leider der Normalfall. Das ist der normale Neurotiker.


Aber was ich Ihnen zeigen wollte: dieser gesunde Kern ist da, er ist erreichbar, in Ihnen und in vielen anderen Menschen. Das ist die Antwort auf Ihre Frage, ich bin nicht der einzige, aber ich bin wohl einer der wenigen, der sich den Luxus leistet, meist dort zu sein, in meinem Kern.“


„Und Sie können mit allen Menschen so direkt in Kontakt treten?“


„Nur mit wenigen. Die meisten haben zu viel Angst davor. Ich muss mir schon sehr bewusst sein, was ich tue, wenn ich Menschen in ihrem Kern berühre. Die neurotischen Kindermenschen können sehr unangenehm werden, wenn man sie aus ihrem Dämmerschlaf weckt.“

Fischer-

ORGON-

Technik

 

Jürgen Fischer

Steinbach 2
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«Gott» ist die Natur, und Christus ist die Verwirklichung des Naturgesetzes.


Gott (Natur) hat die Genitalien bei allen Lebewesen geschaffen. Er hat das getan, damit diese nach natürlichen, göttlichen Gesetzen funktionieren. Deshalb ist es weder Sakrileg noch Blasphemie, dem Verkünder Gottes auf Erden ein natürliches, göttliches Liebesleben zuzuschreiben. Dieses ist im Gegenteil die Verwurzelung Gottes in der reinsten Tiefe des Menschen.


Diese Tiefe existiert im Leben von Anfang an. Die Fortpflan- zungsfunktion kommt erst in der Pubertät zur Genitalität hinzu.


Die göttliche, genitale Liebe ist schon lange vor der Fortpflan- zungsfunktion da; deshalb wurde auch die genitale Umarmung von der Natur bzw. von Gott nicht nur zum Zweck der Fortpflanzung geschaffen.

 

Wilhelm Reich, aus dem Vorwort des "Christusmord"

 


 

Im Hintergrund sehen Sie das Standbild einer grafischen Darstellung von Kreiselwellen. Unter diesem Link finden Sie Kreiselwellen in einer bewegten Trick-Animation. (Für eine bildschirmfüllende Darstellung betätigen Sie bitte die Taste F11). Diese grafische Darstellung kann die Kreiselwellen nur annähernd zeigen. Was Sie tatsächlich am Himmel sehen, kann sich davon erheblich unterscheiden.

Kreiselwellen sind optische Erscheinungen der Orgon-Energie, die immer nur subjektiv wahrnehmbar sind, d.h. man kann sie nicht fotografieren oder filmen - sie existieren nicht als eigenständiges, objektives Phänomen. Deshalb gehören sie für den Verstand nicht zur "Realität" - dennoch können sie von fast allen Menschen wahrgenommen werden. Hier auf www.orgon.de finden Sie detallierte Anleitungen (auch als kostenloses mp3-Hörbuch), wie Sie die Lebens-Energie sehen, hören und fühlen können.

Es ist sehr einfach ...

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„Haben Sie schon mal über wirkliche Freiheit nachgedacht Willard? Freiheit von den Meinungen Anderer, sogar von den eigenen Meinungen?“

 

Colonel Walter E. Kurtz im Film Apocalypse Now