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Wissen aus eigener Erfahrung
mit Lebendiger Meditation Menschen - die Existenz im Ego
von Jürgen Fischer
Die Menschen haben sich - als gesamte Gattung - aus der direkten Beziehung zu
Gott entfernt, was als Sündenfall" beschrieben ist. Wir Menschen haben Gott gebeten, so wie
er zu sein, Schöpfer zu sein, was uns auch gewährt wurde. Nur haben wir leider nicht
die Weisheit Gottes, diese Schöpferkraft richtig anzuwenden und wir haben uns eine
eigene, sozusagen virtuelle Realität geschaffen aus Begriffen, Metaphern, Projektionen - die
Welt des Ego. Nun glauben wir Menschen, daß diese Welt, die wir in unseren Köpfen
geschaffen haben und die wir uns gegenseitig immer wieder bestätigen, tatsächlich existiert. Längst
hat dieses Ego seine eigene Realität. Wir glauben, die Welt habe eine eigene, von unserem
Geist unabhängige Existenz. Und anstatt Schöpfer unserer Welt zu sein, empfinden wir uns
als ihre Opfer.
Wir glauben konsequenterweise, wir selber seien ein Ding" in dieser Welt und fühlen
uns einsam, getrennt von Gott und allen anderen Wesen. Wir glauben, daß wir der Körper
sind, der einen Geist hat". Andererseits glauben wir, daß wir einen Körper haben",
dessen Einzelteile austauschbar wäre. Wo also ist dieses ICH"? Wir glauben, unsere Existenz
sei auf das materielle Leben unseres Körpers beschränkt. Wir glauben, daß wir zerstört
werden können und kämpfen daher gegen andere, gegen die Welt, die uns feindlich erscheint
und gegen Gott.
Diese Situation wird von allen Religionen mit unterschiedlichen Begriffen beschrieben.
So wird dies als "Illusion des Samsara" beschrieben oder als Dualität" oder als Sünde".
Die Quelle des Ego sind unsere Gedanken, das unbewußte, ständige projizieren von
Realität". Erst wenn wir aus der Welt der Dinge aussteigen, können wir das Ego als nicht
existent erkennen. In der tiefen Meditation können wir diese Situation erfahren, wenn
alles, was wir für real und scheinbar aus sich selbst existierend gehalten haben, tatsächlich
verschwindet. Das Ego - und damit die gesamte bekannte Welt - verschwindet in dem
Moment, in dem wir es nicht mehr durch unablässige Wiederholung herstellen.
Das Ego läßt sich seine Macht nicht kampflos entreißen. Sobald wir den
Illusionscharakter unserer Projektionen erkennen, schlägt es zu. Es verspricht uns Geld und Macht oder
droht uns mit der Vernichtung. Christus wurde vom Herrn der Welt" versucht, als er in
der Wüste meditierte und Buddha wurde unter dem Bodhibaum von Mara" angegriffen.
Viele Menschen glauben, ein Ego, also eine definierte, bedeutungsvolle Welt, sei als
naturgesetzlich gegeben notwendig. Das ist das Glaubensbekenntnis des Ego: nichts
existiert, wenn ich es nicht mache. Die Welt existiert aber weiter, wenn wir unseren Glauben an
das Ego verlieren. Das einzige, was sich wirklich verändert, ist unsere Einstellung, unser
Glauben, der dann ein Ausdruck unseres Wissens aus eigener Erkenntnis ist.
Dies erkennen und durchdringen zu können, ist die wahre Chance der menschlichen
Existenz. Mit der Geburt in der materiellen Welt fallen wir die Dunkelheit des
Nichtwissens. Erst in dieser Situation, in der wir vermeintlich auf uns selbst gestellt sind, können wir
uns selbst beweisen, was wir als das uralte geistige Wesen, das wir sind, wirklich wissen.
Wir können Fehler machen und aus ihnen lernen. Wenn wir gestorben sind, also wieder
erwacht sind in der jenseitigen" geistigen Welt, können wir unsere Erfahrungen aus der
irdischen Existenz auswerten, Fehler korrigieren und eine neue Existenz wählen, wenn wir
bereit sind, uns einer neuen Prüfung zu unterziehen. All dies entscheiden wir selber,
niemand zwingt uns dazu zu lernen und uns weiterzuentwickeln. Es gibt kein Strafgericht.
Das Ego oder die Sünde" hat nie existiert.
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