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Wissen aus eigener Erfahrung
mit Lebendiger Meditation

Patchwork-Religion



von Jürgen Fischer

Wir suchen uns aus den spirituellen Angeboten des „Markes" das zusammen, was uns gefällt: etwas Buddhismus vom Dalai Lama, ein wenig Dynamische Meditation von Osho, etwas indianischen Schamanismus von Carlos Castaneda und dazu eine Einhandrute - eine Flickendecke aus alten und neuen Religionen, Halbwahrheiten, Esoterik und Mystik.

Unsere tradierten Religionen - die christlichen Kirchen - sind immer noch ein Teil unserer Kultur, aber nur eines unter vielen Angeboten. Seit zwei Jahrtausenden waren die Kirchen der einzige gangbare Weg zu Gott. Andere, esoterische, individuelle oder sektiererische Wege waren immer mit sozialer Ausgrenzung oder gar mit dem Tod bestraft worden. Nun hat uns die materialistische Kultur der Neuzeit zum ersten mal in unserer Geschichte die Möglichkeit gegeben, selber zu entscheiden, ob und wie wir den Weg zur Gotteserkenntnis gehen wollen.

Seitdem Religion zur Privatsache und zur Gewissensentscheidung wurde - die sie ja auch ist - orientieren sich die meisten Menschen unserer Kultur an dem, was sie tatsächlich glauben: am Materialismus. Man mag es bedauern oder nicht. Es ist die Realität. Ich glaube nicht, daß Menschen früher mehr Zugang zu Gott hatten. Sie hatten keine andere Wahl, als mit der Masse mitzumarschieren und haben sich die Frage, was sie denn glauben wollen, gar nicht gestellt. Und wenn sie sich diese Frage stellten - welche Alternativen hatten sie?

Auch wenn der Begriff „Patchwork-Religion" abfällig klingt: es ist eine wichtige Errungenschaft unserer neuzeitlichen, demokratischen, individualistischen Kultur. Wir können spirituelle Angebote daraufhin überprüfen, ob sie unseren eigenen Einsichten oder einfach nur unserem Geschmack entsprechen. Um die Wahrheit entdecken zu können, müssen wir sie prüfen können.

Auch wenn vieles am New-Age-Markt nach Scharlatanerie aussieht - meist sind die Menschen von dem, was sie anbieten, zutiefst überzeugt. Und eine neue spirituelle Kultur wird nur dann entstehen können, wenn alle Angebote eine Chance haben. Sobald der Staat oder eine regulierende Instanz wie die Kirchen hier eingreifen - und in Deutschland sind „Anti-Sekten-Gesetze" in Arbeit - werden wieder die Bischöfe und Politiker entscheiden, wie unser Weg zu Gott und zu uns selber aussehen muß. Und dann werden auch die tiefen und anspruchsvollen spirituellen Angebote verschwinden.

Viele werden von Menschenfängern an Sekten und autoritäre Organisationen gebunden. Und immer sind diese Menschen davon überzeugt, daß ihr eigener Weg der einzig wahre ist. Die eigene Sekte, der eigene Guru ist "wahr", die anderen, die das nicht wissen, sind "verblendet". Die Menschen, denen das passiert, tun mir leid. Aber wir dürfen nicht vergessen, was die Kirchen im Namen der „christlichen Mission" angerichtet haben: ganze Völker und ihre Kulturen wurden ausgerottet oder unterjocht. Das ist die Alternative zur „Patchwork-Religion".

Sexualität und Spiritualität sind die zwei dominanten Triebkräfte im Menschenleben. Jedes Verbot, jede Regulierung dieser Triebkräfte - im Namen der Aufrechterhaltung von Sitte, Ordnung und Zivilisation - führt unweigerlich in menschliches Chaos und Leid.

Mir geht es darum, mit der Lebendigen Meditation einen direkten Weg zur unmittelbaren Gotteserkenntnis, zur gnostischen Erfahrung zu bieten. Es wird keine Organisation, keine Gurus, Meister oder Priester geben und keine Geheimlehren. Alle Informationen werden veröffentlicht und jeder kann mit dieser Methode nach seinem eigenen Gewissen machen, war er will. Wir können, sagt Wilhelm Reich in der „Massenpsychologie des Faschismus", die Freiheit nie organisieren, da wir als Menschen noch immer freiheitsunfähig sind. Jede menschliche Organisation - besonders jede "Freiheits"-Organisation - erzeugt Politik, Unterdrückung, emotionelle Pest. Jede Organisation ist ein Teil des Ego.

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Quelle: www.orgon.de | Herausgeber: Fischer-ORGON-Technik