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Wissen aus eigener Erfahrung
mit Lebendiger Meditation Phowa - die Todesmeditation von Jürgen Fischer
Phowa wurde und wird hier in Deutschland von Lamas der buddhistischen
Kagyu-Schule relativ weit verbreitet. Die Meditation ist eine Vorbereitung auf den Zeitpunkt des
Todes. Der Geist wird dabei ebenfalls als Energiebällchen im zentralen Energiekanal
visualisiert und in der entscheidenden Phase des Todesprozesses aus dem Scheitel des Kopfes
heraus und in den Buddhabereich des Chenrezig geschossen. Man wird dort wiedergeboren
und kann erst wieder hinaus, wenn man Erleuchtung erlangt hat.
Wie in allen tantrischen Ritualen gehören zu dieser Praxis umfangreiche
Visualisierungen, Texte, Gebete und Mantrarezitationen sowie Gelübde.
Ich habe die Phowa-Belehrungen 1980 von Ajang-Rinpoche erhalten, einem der ersten
tibetischen Lamas, die in Deutschland komplexe Systeme des tibetischen Buddhismus
gelehrt haben. Und ich habe diese Praxis einige Jahre lang den Anweisungen
entsprechend durchgeführt. Ich hatte dabei die Erfahrung machen können, kurzzeitig aus dem
Körper auszutreten.
Es gibt überraschende Parallelen zwischen Phowa und der Lebendigen Meditation auf
das plasmatische Strömen. Wenn die plasmatische Strömung sich nach oben richtet, ist es
möglich, dem Körper über den Scheitel zu verlassen und sich mit dem Strom in den
Himmel tragen zu lassen. An die Beschreibung von Todeserlebnissen erinnert, z.B. auch die
große Kälte, die mit der Erfahrung des plasmatischen Energiestromes einhergeht und das
Gefühl von glitzerndem, strahlendem weißen Licht, in das ich eingehüllt bin. Eine innere
Stimme sagt mir deutlich, daß dies die Erfahrung des Todesprozesses ist und daß es sehr sinnvoll
ist, den Tod auf diese Weise zu üben, damit wir in der Todesstunde selber nicht von der
Angst überwältigt werden.
Die Vorbereitung auf den Tod als den natürlichen Übergang zwischen zwei Welten ist
eines der wichtigsten Ziele spiritueller Arbeit. Wir können nichts mitnehmen aus dieser
Welt, außer unseren Erfahrungen, die wir im Geiste verankert haben. Das Sterben wird
zweifellos um so einfacher und angstfreier erlebbar, je intensiver und vor allem je praktischer
wir in Lebzeiten der Tatsache des Todes als unabwendbare Lebens-Erfahrung begegnen.
Daß es ein Leben nach dem Tode geben soll, ist für den Menschen, der lediglich glaubt
und auf die Lehraussagen der Religionen vertraut, ein schwieriger, von Angst und Zweifel
getrübter Akt. Daher geht die Erfahrung, daß unser Geist auch außerhalb des Körpers
existieren kann, daß diese Erfahrung voller Schönheit und Frieden ist, einher mit der
Gewißheit, daß es das, was wir als Seele bezeichnen, tatsächlich gibt. Es gibt eine lebendige
Erfahrung von Existenz jenseits von physischer Realität.
Die Erfahrung, mit dem Energiestrom in den Himmel aufzufahren, ist voller Frieden,
voller Freude und von der Erfahrung großer Gewißheit erfüllt. Sie ist in sich selber
vollkommen wahr.
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