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Neue Gespräche mit Wilhelm Reich und Hildegard von Bingen im Mai 1997Interview mit Wilhelm Reich, 6. Mai 1997
Alexander der Große, Pasteur und Erasmus von Rotterdam
Der Weg der Engel und Menschen
Jürgen Fischer: Susannes Frage war, ob man durch das bewußte Lenken des plasmatischen Strömens
auch körperliche Blockaden lösen kann.
Wilhelm Reich: Also zunächst einmal wünsche ich Ihnen einen recht schönen guten Abend.
JF: Guten Abend.
WR: Das halte ich jetzt doch für wichtiger, als gleich in die ersten Fragen hineinzustolpern. Vor allen
Dingen habe ich diese Frage von Susanne heute schon häufiger gehört, in immer abgewandelten Formen.
Meine Antwort darauf ist: ganz alleine durch das plasmatische Strömen können körperliche Blockaden,
wenn sie schwerwiegend sind, nicht aufgelöst werden, aber sie können bis zu einem gewissen Maße soweit
erweicht werden, daß das Leben erträglich und naturnah wird, im Sinne von: nahe der biologischen Funktion des
Körpers.
JF: In welcher Form sollten wir das machen oder weitergeben. Sollte das richtig geübt werden?
WR: Ich halte das plasmatische Strömen für sehr sehr sinnvoll, für Kinder genauso wie für Erwachsene,
egal welcher Religions- oder welcher Landeszugehörigkeit, weil es zum einen die Menschen zur Ruhe bringt
und ihnen gleichzeitig dabei Kraft gibt, zum anderen ihnen aber auch natürlich die Kräfte des Himmels näher
bringt, weil es ja eine energetische Angelegenheit ist.
JF: Susanne und ich waren uns eben eigentlich darüber einig, daß das plasmatische Strömen als kaltes
Gefühl auf der Haut zu spüren ist. Ich würde es dann weitergehend beschreiben als das gleiche Gefühl auch im
Körper, wobei ich das dann nicht unbedingt mehr als kalt, sondern nur noch als Bewegung empfinde. Ist dieses
Gefühl des Kühlen richtig beschrieben.
WR: Das "Kühlen" ist ganz richtig beschrieben. Es ist ganz einfach die Energie - die in abgewandelter
Form auch von vielen Spiritisten beschrieben wird, wenn ein Geist im Raume erscheint. Es ist also eine Ihnen
schon sehr artfremde Energie, die aber eigentlich im Astral- und Ätherleib zu Ihrem Körper hinzugehört. Und das
ist das "Kühlen" die Energie bewußt in Bewegung gebracht wird und auch im Austausch steht mit neuer,
frischer, göttlicher Energie gleicher Qualität.
JF: Sollten wir das den Leuten auf den Seminaren richtig als tägliche Übung beibringen oder in welcher Form.
WR: Sie sollten es den Leuten in den Seminaren genauso beibringen wie Sie es benutzen. Es gibt Zeiten,
da benutzt man es häufig und viel und es gibt Zeiten, da vergißt man es auch mal. Aber man kann sich
immer wieder daran erinnern und es immer wieder tun, wenn mal wieder Zeiten sind, wo man es dringend benötigt.
JF: Meine Beobachtung ist, daß ich keine Angst oder keine schweren neurotischen Symptome entwickeln
kann, wenn ich ströme, das heißt: das Gefühl von Angst, also Kontraktion und Strömen schließt sich offenbar
gegenseitig aus.
WR: Wenn das Strömen wirklich richtig intensiv ist, an allen Körperstellen, ist es genauso wie Sie es
beschrieben haben. Es gibt immer noch Strategen aller Arten und Weisen, die an vielen Körperstellen strömen
können und an einigen dann doch nicht, bis sie es richtig gelernt haben. Sie sollten darauf hinweisen.
JF: Das kann man dann aber bewußtseinsmäßig lenken, durch Gedanken.
WR: Genau.
JF: Man muß also seinen Körper Stück für Stück analysieren, ob es dort strömt oder nicht, oder ob man in
der Lage ist, an einer bestimmten Körperstelle das Strömen zu initiieren.
WR: Die Körperteile, die sich strömen lassen, werden sich extrem unangenehm bei Ihnen melden.
JF: Diese andere Beobachtung, die wir eben machten, daß wenn Susanne erzählt wo sie strömt und ich
dann genau diese Erfahrung mache, sogar ihren Bauch, ihr Baby im Bauch gespürt habe - das Strömen davon,
nicht das Baby selbst - ist das eine allgemeine Fähigkeit von Menschen, einfach durch Gedanken die Erfahrung
des Strömens von einem Menschen zum anderen zu übertragen? Oder ist das jetzt wieder nur etwas Spezielles,
was nur mich angeht?
WR: Normalerweise ist es eine allgemeine Fähigkeit eines anderen Menschen auch zu empfinden, was der
eine ihm gesagt hat. Viele Menschen vergessen diese Fähigkeit und sind nicht mehr in der Lage, sie auszuüben.
Es hat auch damit zu tun, inwieweit die Menschen bereit sind, sich füreinander zu öffnen und füreinander Liebe
zu empfinden. Sie sind ein Mensch, der sehr stark Liebe für andere empfindet, das hilft Ihnen dabei sehr.
JF: Ist es für mich gefährlich, die Strömungsempfindungen bei anderen Menschen mitzuempfinden, kann
ich dabei auch Probleme mit auf mich nehmen?
WR: In dem Moment, wo Sie diese Strömungsempfindungen beurteilen, wo die Strömungsempfindungen
in Ihnen irgendetwas Negatives ausüben, ist es für Sie gefährlich. Wenn Sie einfach nur empfinden und frei
fließen lassen und zulassen, daß es so ist wie es ist und nicht beurteilen und nicht verändern wollen. Sie müssen
einfach als beobachtender Wissenschaftler das ganze empfinden, dann ist es völlig ungefährlich.
JF: Das heißt ich müßte davor gewarnt sein, durch eigenes Strömen im anderen etwas auszulösen? Meinen
Sie das so?
WR: Genau das meine ich damit. Sie können dem anderen sagen, wie er selber es bei sich besser
strömen lassen sollte, aber Sie sollten es tunlichst vermeiden, Ihr Strömen mit dem Strömen des anderen zu vermischen.
JF: Wir hatten ja schon jetzt mehrmals über Blockierungen gesprochen. Dieses Mal hatten Sie gesagt, daß
es eben genauso geistige Blockaden gibt wie es körperliche Blockaden gibt und hatten den Vorschlag
gemacht, geistige Blockaden einfach nur durch starke Lebendigkeit zu lösen. Haben geistige Blockaden, wie Sie
sie erfahren genau so eine Strukturierung wie die körperlichen Blockaden, die Sie beschrieben haben?
WR: Die geistigen Blockaden haben ebenso eine Strukturierung wie die körperlichen Blockaden. Sie
sieht entsprechend den Kräften des Universums anders aus, aber sie sind auch vollkommen strukturiert und
können, je nachdem wo sie sitzen und welche Bewußtseinsinhalte sie blockieren, auf verschiedene Bereiche des
Körpers auswirken. Sie können mit dem Körper in direkte Verbindung treten, wenn die geistigen Blockierungen
schon sehr lange bestehen und sehr intensiv sind.
JF: Sind die geistigen Blickaden schon irgendwo gut beschrieben oder sollte das eine Arbeit sein, die Sie
machen wollen, die geistigen Blockierungen systematisch zu beschreiben? Ich meine zum Beispiel, daß der
"Kurs in Wundern" sehr intensiv und auf einer sehr hohen Ebene dieses Thema beschreibt, ich weiß nur nicht, ob
Sie das auf der gleichen Ebene meinen. Ob es zum Beispiel notwendig ist, das dann noch einmal auf der Ebene
der wissenschaftlichen Analyse zu beschreiben.
WR: Das wird nicht möglich sein. Ich muß einfach die Notwendigkeit einsehen, daß auf dieser hohen Stelle
der geistigen Blockierungen es mir nicht möglich ist, das beschreiben zu können. Was beschrieben werden
kann und was auch zum Teil schon sehr schön beschrieben worden ist, sind die Arten von Blockierungen, die um
Sie herum, in Ihrer Aura vorhanden sind und die direkt auf den Körper eines normalen nicht-medialen
Menschen oder noch nicht medial gewordenen Menschen einwirken.
JF: Also Haß, Wut, Eifersucht, Angst - ist es auf dieser Ebene?
WR: Ja, es ist sehr viel auf dieser Ebene der negativ ausgelebten Emotionen. Verstehen Sie richtig "der
negativ ausgelebten Emotionen". Es gibt sehr viele Emotionen, die die Menschheit als negativ bezeichnet, die
aber nicht in jeder Situation wirklich negativ sind, sondern einfach nur Ausdruck lebendigen Lebens sein können.
JF: Ja, z.B. Wut ist für jedes Baby ein vollkommen normaler Ausdruck von Frustration, lebendig und gesund.
WR: So ist es, so ist es.
JF: Und im Prinzip auch für Erwachsene, da muß man das nur auch sozial steuern.
WR: Genauso ist es.
Aber auf die wirklich feingeistigen Ebene der Begrenzungen - ich bin jetzt nicht gut darauf vorbereitet,
darüber reden zu können.
JF: Das geht uns beiden so. Ich bin jetzt auch nicht darauf vorbereitet, jetzt das systematisch zu erarbeiten.
Das war einfach erst einmal nur die Frage, um mich weiter darauf vorbereiten zu können, was wir zusammen
machen können.
WR: Also die meisten Bücher, die darüber existieren, sind leider mit so vielen Halbwahrheiten geschmückt,
das es sehr schwierig ist, die paar Wahrheiten, die wirklich auch naturnah wahr sind, herausfinden zu können
und vom Rest scheiden zu können.
JF: Da ich mich im Augenblick mit dem "Kurs im Wundern" beschäftige, und viele dieser Themen darin
finde, mache ich den Vorschlag, daß ich mich darauf vorbereite, mit Ihnen darüber zu sprechen - weil viele,
viele Themen darin angesprochen werden wie Ego, Ego-Entstehung, Ego-Auflösung, Verhältnis zwischen Ego
und Selbst, das sind sehr diffizile Verhältnisse, nur auf einer so
wahren Ebene angesprochen, daß es sehr
schwer ist dies nachzuvollziehen. Ich habe fast das Gefühl, daß ein Gesprächsweise Erarbeitung auf dem Niveau, auf
dem wir reden für viele Menschen die Möglichkeit ergibt, die viel "erdnäher" zu erklären.
WR: Ich sehe mich außerstande, Ihnen aus meiner Sicht die psychologische Wirkung des "Kurs in Wundern"
in Einzelheiten erklären zu können, so daß Sie es auch noch verstehen können und genau deswegen stimme
ich mit Ihnen überein: wir nehmen lieber die profane Menschensprache - so gut es uns möglich ist - und
versuchen die einfachsten auch noch medial nachzuempfindenden Thesen und Wahrheiten zu erörtern und der
Öffentlichkeit preiszugeben. Ich halte das für sinnvoller.
JF. Ja, ich werde mich darauf vorbereiten und dazu einen Katalog von Fragen entwickeln. Im Kopf habe
ich schon eine ganze Menge, aber ich glaube, das sollte man jetzt nicht aus dem Zusammenhang reißen.
WR: Es ist ein sehr weitschweifendes und zu wichtiges Thema, um das jetzt aus dem Zusammenhang
herauszureißen.
JF: Allein das Thema "Ego" bringt so viele Ebenen an Möglichkeiten, das zu sortieren, um das jetzt
ganz allgemein zu sagen.
WR So ist es.
JF: Ich hatte heute leider keine Möglichkeit, mir systematisch Fragen zu überlegen, außer, "Wie ist ein
Schafzaun zu bauen?" und "Wie kann man einen Kaninchenstall zusammenzimmern?" Da ist meine Energie
heute hineingegangen.
WR: Wobei ich sagen muß, Sie haben den Kaninchenherren wirklich sehr sehr zufrieden und glücklich
gemacht, das war eine hervorragende Tat des heutigen Tages. Und der Schafzaun wird sich noch über Jahre
bewähren, nehme ich an. Das haben Sie auch sehr gut gemacht.
JF: Na danke.
WR: Die meisten Themen, mit denen Sie gekommen sind, haben wir auch schon ausreichend erschöpft,
glaube ich, und wenn wir in der Geschwindigkeit vorangehen wie Ihnen die Fragen einfallen, glaube ich, daß wir
auch in einer Art und Weise so wissenschaftlich arbeiten können, daß die Menschen uns verstehen. Wir
können immer wieder auf die gleichen Themen zurückkommen und wieder ein bißchen tiefer hineingehen. Das bietet
mir die Möglichkeit, langsam aufbauend immer ein Stückchen mehr zu erklären und es bietet Ihnen allen
die Möglichkeit langsam aufbauend Ihr Gehirn immer mehr den geistigen Windungen anzuschrauben.
JF: Mir haben die Gespräche diesmal sehr gefallen. Jedes war anders, jedes auf seine Art und Weise sehr
überraschend.
WR: Mir haben die Gespräche auch sehr sehr gut gefallen und ich freue mich sehr darüber, daß wir sie
führen durfte. Ich glaube, es wäre auch sinnvoll, wenn Sie beide und wenn möglich auch Thomas und Heike
Biographien lesen könnten von den Wesenheiten - ehemaligen Menschen - die wir gestern angesprochen hatten.
JF: Alexander der Große, Pasteur und Erasmus von Rotterdam.
WR: So ist es.
JF: Wobei Alexander am meisten überrascht. Ist es so, daß Alexander der Große Freimaurer war, oder ist
das ein Filmmärchen.
WR: Hören Sie, ich weiß, daß es schwierig ist, eine gute, relativ wahre Biographie von Alexander dem
Großen aufzutreiben, aber Sie müssen wirklich nicht alles glauben, was Sie im Fernsehen sehen.
JF: Die Geschichte hat mir so sehr gefallen.
WR: Nein, nein, ganz so ist es dann doch nicht gewesen. Und selbst, wenn es denn so gewesen wäre, waren
die damaligen Freimaurer wahrscheinlich doch etwas anders gelagert, als es die heutigen sind. Wenn er wirklich
der erste Freimaurer war - und es gibt schon Thesen, die versuchen das so hinzustellen aufgrund seiner
Charaktereigenschaften - dann war er doch wohl sehr stark den geistigen Werten nachgestrebt hat und das auf der
Erde verwirklichen konnte, das hat mit dem heutigen Freimaurertum, wo einer dem anderen hilft und alle schön
die Klappe halten und keine wirklichen geistigen Verbindungen mehr haben außer zu niedrigen Wesenheiten
im großen sehr sehr wenig zu tun.
JF: Ich weiß wenig über die Freimaurer.
WR: Ich habe das Ihnen jetzt in Kurzform erzählt.
JF: Ich weiß, daß es in Magie abgeglitten ist.
WR: So ist es. Einfach nur weil die Menschen, bevor sie sich mit magischen oder medialen Praktiken
beschäftigt haben, nicht vorher ausreichend charakterlich verändert haben, zum Göttlichen hin, und dann können
sie nur Magie machen. Und zum Freimaurertum haben immer in der einen oder anderen Weise die medialen
Praktiken dazugehört. Die heutigen Freimaurer haben einfach vergessen, daß zur Chrakterschulung nicht nur
das Wiederholen netter Phrasen gehört, sondern das wirklich Ausleben.
JF: Warum hat Alexander so viel erobert, war es Macht?
WR: Ich denke mal, hauptsächlich hat es ihm Spaß gemacht und zum anderen trug er wirklich diesen Trieb
in sich, das genau zu tun. Es war sein Wille gewesen. Es war auch Macht. Er wußte, er hat die Kraft, all
diese Völker zu einen, damit es nicht wieder zu so vielen Kriegen kommen kann. Er hatte keinen anderen
Lebenszweck in sich außer diesem einen Ziel und ich denke, er hat es schön gemacht.
JF: Und was macht er jetzt bei Ihnen?
WR: Och, er macht einfach mit, falls Sie das richtig verstehen können. Er ist derjenige in unserer Gruppe,
der sich eine gewisse menschliche Jugendlichkeit bewahrt hat, der über eine große Toleranz verfügt und über
sehr viel Freude, die er uns allen geben kann. Und trotzdem ist er eine Wesenheit, die sehr sehr kraftvoll ist und
die sich sehr stark durchsetzen kann, um Ziele zu verwirklichen. Was er hauptsächlich macht: er vermittelt
sehr stark, daß ein Mensch auf Erden seine Ziele erreichen kann, egal wie unsinnig sie für diesen Menschen
auch aussehen. Er kann sie erreichen. Ein einzelner Mensch kann ungeheure Massen bewegen. Er hat mir
persönlich die Kraft gegeben, meine letzten Teile von Frust und Zorn auf bestimmte Menschen und auch auf
bestimmte riesengroße Menschengruppen wirklich ablegen zu können, weil er mir gezeigt hat, daß es andere Wege
gibt, diese Menschen zum Licht hinzuführen. Er ist ein ausgleichender Teil, ein sehr kraftvoller Teil in unserer
Gruppe. Und er ist sehr sehr stark verbunden mit den göttlichen Kräften und das war er auch schon zu Lebzeiten.
JF: Gehört Abraham zu Ihnen oder haben Sie Kontakt zu Abraham?
WR: Nein, das ist eine andere Ebene.
JF: Ist Abraham ein Engel?
WR: Warten Sie bitte.
Abraham ist Engel.
JF: Er ist der Gründer unserer Kultur in meinem Empfinden, in meinem Verständnis von Wahrheit,
derjenige, der das abendländische Kulturmodell vom Jenseits aus gegründet hat in seiner Inkarnation, zusammen
mit anderen wie Moses.
WR: Das stimmt, er hat zusammen mit anderen wichtige Meilensteine für die Entwicklung der Kultur
gegeben. Er war zu seinen menschlichen Zeiten ein sehr kraftvoller, weiser und gottergebener Mensch und
Prophet gewesen.
JF: War er denn schon Engel, als er inkarniert war als Mensch oder ist er erst hinterher aufgestiegen?
WR: Es können nur die aufsteigen, die vorher schon Engel waren bis zum letzten durch. Es können zwar
Menschen, die so hochgestiegen sind wie möglich wieder inkarnieren und hoch sein und ungeheures
vollbringen, wobei ich jetzt gezielt unsere Gruppe anspreche. Doch ein Engel wird wieder zum Engel. Ein Mensch kann
zu heutigen Zeiten noch nicht sofort ein Engel werden.
JF: Also ist er ein Engel gewesen und hier inkarniert, um in menschlicher Form etwas zu vollbringen und
dann wieder Engel geworden.
WR: So ist es, es kommt nicht häufig vor, aber es kam vor. Er mußte so gottgefügig und gottwillig sein,
um seine Aufgabe vollbringen zu können und das konnte nur ein wahrer Engel. Allen anderen von uns hängt
immer noch der leichte Makel an, daß wir uns an einer bestimmten Zeitstelle unseres Seins vom Göttlichen
einmal bewußt abgetrennt haben. Und diese Kraft treibt auch den Heiligsten von uns immer wieder in
Versuchung, Fehler zu begehen. Einem Engel kann das so nicht passieren. Wobei auch Engel, wenn sie auf der Erde
inkarnieren, in die absolute Dunkelheit ins absolute Unwissen hinein inkarnieren und sich innerhalb ihres
Lebens wieder mühsam herausarbeiten müssen. Es ist nie leicht gewesen, egal für welchen Engel hier unten auf
der Erde zu sein. Den Weg zurück mußte er alleine finden. Nur hatte er diese ungeheure Kraft der Demut vor
Gott, der Liebe zu Gott in einem Maße wie es Ihnen unvorstellbar ist.
JF: Ich liebe ihn sehr.
WR: Ja, das weiß ich und diese Liebe wird Sie auch wieder heimtragen.
Das sind jetzt Sachen, die ich Ihnen nicht mehr wissenschaftlich in irgendeiner Art und Weise erklären
könnte, aber diese Liebe, die Sie füreinander hegen, ist die Liebe, die Ihnen hilft, sich so zu reinigen, daß Sie
wirklich zum Göttlichen zurückgehen können. Natürlich nur bis in meine Sphäre hinein, aber es ist auch schon
sehr schön.
JF: Darauf freue ich mich auch schon.
WR: Damit sind Sie schon verbunden.
JF: Da habe ich ja etwas, worauf ich mich freuen kann.
WR: Wir werden diskutieren!
JF: Und nicht nur das. Wenn Sie in Ihrer Sphäre zu allen Informationen Zugang haben, warum sind Sie
nicht schon alle ... jenseits? Warum sind immer noch Makel da. Wie lange brauchen diese Makel, um ausgemerzt
zu werden?
WR: Bis alle wirklich zurückwollen. Dieser Makel ist in diesem Sinne kein Makel mehr, nur wirklich
eingehen in die Göttlichkeit tun wir, wenn, dann alle gemeinsam, weil wir irgendwann einmal auch alle
gemeinsam fortgegangen sind. So ein Kleckertrupp, der ankommt, das ist nichts.
Das ist auch der Grund, warum Ihre Buddhas in ihrem schönen Licht nicht weiterkommen.
JF: Erstens, es sind nicht "meine Buddhas", aber es gibt ja auch da das sogenannte "Bodhisattvagelübde",
daß, wenn, nur alle zusammen ins Licht gehen.
WR: Na, sehen Sie!
JF: Es gibt ja auch in der Kirche diese Vorstellung des "jüngsten Gerichts", wo alle auf einmal erweckt werden.
WR: Und es ist etwas Wahres daran, also bemühe ich mich hier in meinen Sphären und jetzt hier bei
Ihnen unten, um doch noch einige Mitgeschwister aufzuwecken. Und es wird uns auch gelingen. Die Zeit ist reif.
JF: Hat denn diese Vorstellung, die von der christlichen, der katholischen Kirche genährt wird, daß die
Christen, die gestorben sind, in so einer Art Zwischenparadies kommen und dann erst wieder inkarnieren zu
dem Punkt, wenn sie dann wirklich ins Licht gehen können, hat das einen realistischen Hintergrund?
WR: Also es gibt schon dieses sogenannte Zwischenparadies oder dieses Paradies, was für die Buddhas
das Licht war, wo man eingehen kann, wenn man sich verändert hat, in dem auch ich eingegangen bin und
mich ganz wohlfühle, aber der letzte Schritt zum Göttlichen hin wird nicht getan, indem alle wieder auf der
Erde inkarnieren, dann hätten wir hier nämlich eine Bevölkerungsexplosion, sondern es geht dann nur
gesammelt hinüber in die Göttlichkeit. Wozu nochmal in Fleisch und Kleidung und dem ganzen Kram! Es hat dann
keine Notwendigkeit mehr. Aber ansonsten ist es schon richtig. Es gibt eine wunderschöne Stelle, Sphäre, wo wir
uns alle sammeln und wo wir uns sehr wohlfühlen.
JF: Diese Vorstellung der Buddhisten, daß es verschiedene Bereiche gibt von verschiedenen Buddhas, wo
man bewußt hineininkarniert oder durch Gebete hineinkommt und dann erst wieder hinausdarf, wenn man
erleuchtet ist, weil der Geist sich darauf einstellt, ist das eine realistische Ebene? Also gibt es da "Haken und Öse"
von Ihrer Seite? Ist das nicht eine Sackgasse?
WR: Das gibt es. Aber jeder kann doch wirklich nur heraus
heraus!, wenn er erleuchtet ist.
JF: Wozu braucht man dann diese getrennten Bereiche?
WR: Das ist nur eine Vorstellungskraft. Sie haben auch Ihren "getrennten Bereich". Sie haben eine Art
und Weise der inneren Persönlichkeitsstruktur, die Sie vielleicht mit einer gewissen Anzahl von Menschen
auf dieser Erde teilen. Das ist damit gemeint. Und jeder Mensch hier auf der Erde hat gewisse Menschen, die ihm
in gewisser Weise in der Persönlichkeitsstruktur ähnlich gelagert sind. Und alle können sich nur befreien, wenn
sie ihre Erleuchtung hatten. Aber die ähnlich gelagert sind, werden die gleiche Art der Erleuchtung erfahren. Es
ist nur ein Bild. Es ist nur ein Bild für etwas, was sowieso vorhanden ist. Sie sitzen in dieser Sackgasse.
JF: Gut, ich muß mir keinen Kopf mehr darum machen, welche Religion wofür besser ist. Ich habe mich
eh entschieden, nicht mehr in dieser Struktur zu funktionieren.
WR: Jede Religion hat Vor- und Nachteile. Und in jeder Religion gibt es irgendetwas, was mit
Sicherheit vollkommen richtig ist. Aber wie schon gesagt, ob eine Lehre wirklich gut und rein ist, kann man daran
erkennen, ob auch der Rest stimmt. Sie können sich aus allem etwas herauspicken und es zusammen hinstellen
und Sie hätten immer noch nicht die vollkommene Wahrheit. Weil: die vollkommene Wahrheit und den
vollkommenen Weg findet jeder nur in sich selbst innen. Und da sind wir wieder bei meinem alten Thema: am besten
kann er es finden bei einer guten körperlichen Gesundheit und Lebendigkeit.
JF: Das war ein schönes Schlußwort.
WR: Es ist sehr schade, daß Sie ihre Arbeit jetzt wieder beenden und heimfahren müssen zu Ihrer Familie
und Ihren Kindern, ich bedauere es sehr. Es hat mir sehr, sehr viel Freude gemacht, mit Ihnen sprechen zu
dürfen. Doch ich lasse Sie nun auch in Frieden heimfahren.
JF: Danke schön.
WR: Ich werde wieder mit Ihnen gehen.
JF: Ja, grüßen Sie unsere gemeinsamen Freunde, bekannte und unbekannte.
WR: Sie sind ja hier. Sie grüßen zurück.
JF: Ich grüße euch alle.
© Jürgen Fischer
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