Neue Gespräche mit Wilhelm Reich und Hildegard von Bingen
im Mai 1997
Interview mit Wilhelm Reich, 4. Mai 1997
Konstruktionsveränderungen an Orgon- und Engel-Energie-Akkumulatoren
UFOs
Menschheitsgeschichte aus geistiger Sicht
Der Ursprung von DOR: weiter unbekannt
Freie Energie und die Dummheit
Buddhismus und Nihilismus
Anweisungen für den Orgon-Energie-Transformator
Persönliche Fragen an Wilhelm Reich
"Der Traumvater"
Reichs Einsamkeit in Orgonon
Jürgen Fischer: Können wir heute wieder mit Reich sprechen?
Susanne: Ich glaube schon, daß das möglich sein wird.
JF: Ich habe noch eine Sammlung verschiedener Fragen, die sich im Laufe der Zeit ergeben hatten.
Eine Frage, die wir ja schon einmal telefonisch angesprochen hatten: Ist es möglich,
Orgon-Akkumulatoren und/oder Engel-Energie-Akkumulatoren so zu bauen, daß in den Elementen auf der Metallseite eine
Beschichtung aus Wachs bzw. aus Wachs und Quarzsand angebracht wird? Als Hintergrund ist eben die Erfahrung,
daß die Transformatoren, die so gebaut sind, sehr sehr viel stärker sind mit dieser Wachsbeschichtung als ohne.
Wilhelm Reich: Das ist genau der Hinweis, den ich Ihnen geben wollte. Sie können es gerne ausprobieren,
die Apparate so zu bauen, doch werden sie nicht für jedermann verwendbar sein, weil sie halt eben sehr, sehr
stark sein werden. Sie sollten sie in gezielten Fällen anwenden, doch ich würde sie nicht für jedermann empfehlen.
JF: Könnte diese Wachsbeschichtung die Innenschichtung an Stahlwolle und Schafwolle ersetzen, so daß
ein einschichtiger Akkumulator daraus wird?
WR: Ich würde Ihnen davon abraten, weil das doch sehr viel verändert in der Art und Weise, wie der
Apparat dann funktionieren wird. Die Schichtung mit der Schafwolle ist vielleicht komplizierter zu bauen, aber sie
ist beständiger in der Art und Weise, wie der Akkumulator arbeitet. Auf längere Sicht gesehen, auf viele
Jahre hinweg gesehen und auf atmosphärische Störungen hinweg gesehen und was noch alles mit hineinkommt,
halte ich die Schafwolle für anwendbarer, gerade für die großen Apparaturen. Aber um es gezielt einzusetzen,
können Sie ruhig mit der Beschichtung experimentieren.
JF: Gezielt für besonders schwache Menschen? Oder was heißt das?
WR: Zum Beispiel. Gezielt auf besonders schwache Menschen. Gezielt auf bestimmte Krankheitsbilder,
die besonders starke, große Schübe von Orgonenergie gebrauchen können. Sie sollten zum Beispiel vorsichtig
sein bei den schweren psychischen Erkrankungen. Zu viel Orgonenergie auf einmal dort eingesetzt könnte zu
massiven Heilungsschüben führen. Da ist die seichte Orgon-Energie, über mehrere Stunden hinweg gegeben,
doch um einiges sinnvoller. Experimentieren Sie, probieren Sie aus.
JF: Ja. Eine andere Konstruktion, die auch öfter mal verlangt wird, ist der Akkumulator zum Liegen. Ich
kenne die Vorbehalte, daß eben die Akkumulatoren, weil sie entspannend wirken, dazu führen können, daß
Menschen einschlafen und daß es im Liege-Akkumulator, wenn Menschen einschlafen, zu ungewollten
Überladungen kommen kann. Deshalb: kann man diese Geräte anwenden, eventuell unter Überwachung oder mit Wecker
oder halten Sie es für überhaupt nicht für sinnvoll?
WR: Ich halte es nicht unbedingt für nicht sinnvoll. Wenn Sie mit Wecker arbeiten, kann es auch noch
einige Probleme geben, weil man dann hinausgehen sollte, wenn man spürt, daß man fertig ist und nicht, wenn
der Wecker schreit. Für Privatpersonen halte ich den Liege-Akku nicht immer für vollkommen angebracht.
Für *Mehr-Personen-Haushalte oder auch für Kliniken würde ich schon zustimmen, Liege-Orgon-Akkumulatoren
zu bauen und zu vertreiben, wobei Sie immer genau das Umfeld prüfen sollten.
JF: Wegen dieser Überladungsgefährdung.
WR: Wegen der Überladungsgefährdung, ja. Es ist übrigens die einzige Gefährdung, die dabei auftreten
kann. Doch da sie sehr schwerwiegende Folgen haben kann, würde ich Ihnen raten, das genau abzuchecken.
JF: Das gilt auch für den Engel-Energie-Akkumulator, da gibt es keinen Unterschied in der Beurteilung?
WR: Nein, da gibt es keinen Unterschied. Auch mit Engel-Orgon-Energie kann man sich überladen.
JF: Ja.
WR: Und zwar in erheblichem Maße.
JF: Ja, die fette Wolle wirkt natürlich viel viel stärker. Sie ist ja schon so etwas Ähnliches wie eine
Wachsbeschichtung.
WR: So ist es. Und vor allem wirkt sie sehr sehr viel beständiger, weil sie einen Teil der Energie der
Tiere mitbekommen hat.
JF: Wovor ich bisher zurückgeschreckt bin, oder was ich bis jetzt nicht gemacht habe, ist, normale
Orgon-Akkumulatoren mit der fetten Wolle anzubieten, weil das eben schon eine Konstruktionsänderung
bedeuten würde. Trotzdem würde ich das anbieten, mit dem Hinweis darauf, daß es halt keine traditionell
entwickelten Orgon-Akkumulatoren sind, wenn Sie das für sinnvoll hielten. Oder sollten wir die Orgon-Akkumulatoren
jetzt so lassen, wie sie sind.
WR: Sie brauchen sie nicht so zu lassen wie sie sind. Die Orgonomie ist eine lebendige Forschung, die mit
der Zeit mitgehen kann. Zu meiner damaligen Zeit haben mir einfach solche Wollschafe nicht zur Verfügung
gestanden, so daß ich nicht ausprobieren und experimentieren konnte, wie diese Wolle in den Apparaten
wirkt. Doch wie Sie ja gemerkt haben, hat sie eine sehr starke, gute orgonomische Wirkung. Also: benutzen Sie
sie. Natürlich, ich kenne meine jetzige Wissenschaft... tun Sie den Hinweis hinzu. Es wirkt beruhigend.
JF: Wir haben jetzt auch die technische Möglichkeit, diese fette Wolle auch kämmen zu lassen, also
dadurch eine ähnliche Verarbeitbarkeit wie diese andere Wolle.
Eine anderes Thema, das immer wieder auftaucht, auch in Ihrem Werk, sind die UFOs. Möchten Sie etwas
dazu sagen und wenn ja, was? Das Thema ist eben auch sehr weit.
WR: Da ich mich heute Abend kurz fassen möchte, werde ich Ihnen in Kurzform ein wenig über UFOs
erzählen. Als erstes einmal die Feststellung, aus meiner Sicht gesehen: es gibt sie. Und es gibt viele, viele
verschiedene. Auch die Antriebsweisen dieser UFOs sind verschiedene. Es gibt auch von irdischen Menschen
richtig betriebene UFOs. Es gibt UFOs, die von fremden Planeten oder Sternen kommen, mit netten, freundlichen
und auch mit nicht ganz so netten Insassen. Es gibt sehr sehr wenige UFOs, die auf der Erde wahrhaft
gesichtet werden, von denen, die von fremden Planeten kommen und es gibt eigentlich kaum menschliche wahre
Kontakte mit UFO-Insassen. Es ist sehr vieles davon, was Ihnen auf der Erde erzählt wird über angebliche
UFO-Kontakte absoluter Humbug. So, wie es dargestellt wird von der UFO-Wissenschaft, ist es
nicht.
JF: Die Menschen oder Wesen, die von anderen Planeten kommen, sind das Wesen wie die Menschen auf
einer materiellen Existenzebene?
WR: Nein, nicht unbedingt, sie sind nicht unbedingt in einer materiellen Existenzeben. Das ist zum
Beispiel einer der Gründe dafür, warum es so gut wie keine UFO-Kontakte mit wahren Außerirdischen gibt. Die
meisten Außerirdischen, die UFOs fliegen oder fahren, sind nicht mehr materiell. Sie sind auch nicht rein geistig wie
ich es bin, aber sie sind auch nicht mehr materiell. Das ist der Grund, warum diese UFO-Kontakte, so wie sie
auf Erden erzählt werden, einfach nicht wahr sein können.
JF: Was ist mit diesen Fällen, wo Menschen behaupten, sie seien von UFOs entführt, untersucht worden.
WR: Der größte Teil dieser Menschen sind psychisch schwer krank, fühlen sich außerhalb der Gesellschaft
und spielen mit sich selber, ihrer eigenen Psyche ein makaberes, krankes Spiel. Es ist eine Mode im Moment,
über UFOs zu sprechen, doch die meisten UFO-Sichtungen, die gewesen sind oder auch Fotografien, sind
entweder Trickaufnahmen, oder es sind menschliche UFOs gewesen, irdische, menschliche UFOs. Die gibt es auch.
Die Forschung ist weiter als Sie denken.
Wobei ich aber doch noch sagen möchte, daß es einige wenige Menschen gibt, die wahren Kontakt haben
zu UFOs. Es sind sehr, sehr, sehr, sehr, sehr wenige. Aber es gibt auch sie.
JF: Was ist denn über die Motive derjenigen zu sagen, die hierher kommen.
WR: Ooch. Wissen Sie, die Ebene ist auch nicht so besonders hoch. Also zum größten Teil, denke ich, ist
es auch nur Forscherdrang, wenn ich es richtig sehe. Diese ganze Geschichte mit "die UFOs werden die
Welt retten" oder auch "es gibt einen Kampf um die Erde mit den UFOs" das ist aus meiner Sicht absoluter Blödsinn.
JF: Sie sind einfach auch das, und das ist dann alles?
WR: Ja, und sie gucken ein bißchen rum und sie forschen in der Atmosphäre. Sie sehen auch schon danach,
ob die Erde noch in einem stabilen Zustand ist. Weil die Zerstörung der Erde ja doch einige Auswirkungen in
der halbmateriellen Atmosphäre auslösen würde. Aber letztendlich haben sie keine Auswirkungen.
JF: Was ist von dieser Theorie zu halten, daß die Menschheit, also die Menschen biologische Rasse, eine
Züchtung sind, die von UFOs auf der Erde ausgesetzt worden sind?
WR: Wissen Sie, ich will diesen Forschern und Wissenschaftlern, die solche Dinge in die Welt setzen,
und eigentlich ja auch irgendwo historisch belegen wollen, nicht zu nahe treten. Doch nach allem, was ich
hier erfahren habe, ist eine Theorie, die nicht nur absolut nicht der Wahrheit entspricht, sondern es ist auch eine
sehr fatalistische Theorie, die den Menschen die Eigenverantwortung nimmt und ihnen das Gefühl gibt, in
Wirklichkeit gar nicht frei denken zu können. Es ist eine wissenschaftliche Theorie, der ich keinen Raum geben
würde. Es ist nicht so, daß alles daran vollkommen unwahr ist, aber so, wie es erzählt wird, ist es nicht. Sie sind
nicht von UFOs erschaffen worden.
JF: Haben Sie auf Ihrer Ebene einen Überblick über die biologische Geschichte der Menschen?
WR: Ja natürlich.
JF: Es ist natürlich ein Phänomen, auch in der Biologie und der Archäologie, daß der Ursprung der
Menschheit relativ im Dunklen liegt, während viele ander Tierrassen in ihrer biologischen Entwicklung sehr viel
besser erforscht sind.
WR: Es ist noch nicht an der Zeit, die damaligen menschlichen Überreste finden und erforschen zu
können. Das ist schon alles. Das ist der einzige Grund. Viele andere Tiere sind auch noch nicht richtig erforscht.
Der Mensch sollte sich nicht so wichtig nehmen.
JF: Das führt mich wieder auf eine Bibelstelle hin, die in der Schöpfungsgeschichte beschreibt, daß Gott
alle Wesen aus Erde geschaffen hat und nur die Frau hat er aus einem Teil des Mannes erschaffen.
WR: Na ja, na ja, es ist sehr viel Mystik in dieser Sache mit drin, der ich nicht ihre Wahrheit
vollkommen absprechen möchte. Es geht ja letztendlich wieder in die Richtung dessen, worüber Sie gestern mit
Hildegard von Bingen gesprochen haben, daß der Mann ein sehr starkes Machtbedürfnis hat, und wenn die Frau aus
der Lende des Mannes geschaffen wurde, ist sie ihm vollkommen Untertan, sie ist ein Teil von ihm und er darf
mit ihr machen was er will. Aber davon abgesehen, ist das natürlich absoluter Blödsinn, wissenschaftlich
belegbar, absoluter Blödsinn.
JF: Das ist also eine patriarchalische Umschreibung der Schöpfungsgeschichte.
WR: Ja, so könnte man es nennen.
JF: Wie ist es mit der Entstehungsgeschichte des Patriarchats, so wie sie DeMeo in seiner
Saharasia-These vertritt, daß das Patriarchat gleichzeitig mit der Wüstenbildung entstanden ist. Sehen Sie darin einen
nachvollziehbaren wissenschaftlichen Ansatz. Denn er belegt das mit archäologische Daten, das heißt seinen
Daten entsprechend ist das Patriarchat immer an den Rändern der Wüsten entstanden ist, dort, wo die Menschen
von Naturkatastrophen überrollt wurden und die aggressiven Strukturen in den Gesellschaften, die
kriegerischen Strukturen sich durchgesetzt haben, während vorher eben matriarchale, friedliche Strukturen vorherrschten.
WR: Ich halte sehr viel daran für wahr, einfach aus dem heraus: wenn die Natur sehr stark und kräftig
ist, werden auch sehr die starken, kräftigen Energien der Männer gebraucht, um das Überleben zu sichern. Und
da muß sich die weichere Frau dem Männlichen einfach unterordnen und das ist der Anfang des
Patriarchats. Solange in einer Gesellschaft die weiblichen Strukturen sich dursetzen können - weil Gemüse angebaut
wird, weil das Wetter immer gut ist, weil man friedlich miteinander lebt, weil viel, viel über Disputieren und
Kopfdenken gelöst wird. Da natürlich....
Entschuldigen Sie mich bitte...
Ich glaube, so einfach darf man das nicht sehen, mir wird gerade eben gesagt, daß ich doch versuchen
sollte, Ihnen das ganze auch aus geistiger Sicht zu erklären und mich nicht nur an den menschlichen
Daten entlanghangeln zu wollen.
Aus geistiger Sicht gesehen müssen Sie zu den irdischen Daten, die natürlich mit hinzukommen: da, wo
männliche Kräfte gefordert werden, ist Patriarchat, wo weibliche Kräfte gefordert werden ist das Matriarchat
im Vordergrund. Dazu kommen natürlich die Tendenzen, wie die Erde von geistigen reinen Wesen geführt
wird, nämlich immer im Wechsel. Das ist das Hauptsächliche, worum es eigentlich geht. Mal herrschen die
einen, mal herrschen die anderen und das soll alles nur darauf hinführen, die Menschen zum göttlichen Lichte,
zur Wahrheit wieder zurückzuführen, zur Lebendigkeit. Und dazu wird der Wechsel einfach benötigt. Das ist
jetzt in ganz grober Erklärung auch eine wissenschaftliche Erklärung.
Verstehen Sie, die Geschicke dieser Erde sind zu 90% oder noch ein bißchen mehr natürlich in
Menschenhand. Wie die Menschen leben, denken und fühlen, so preparieren sie natürlich auch die Welt ihrer Zukunft und
so sehen sie auch die Welt ihrer Vergangenheit. Aber ein Teil dessen, nämlich die Hauptlenkung, ist immer
noch der heiligen Geistigkeit überlassen worden, die die Menschen beschützt und die die Erde beschützt,
weil sie Gottes Geschöpfe sind. Und weil Gottes Geschöpfe geachtet werden sollen und in Liebe gehalten
werden sollen, ist ein Teil einfach in göttlicher Führung, um das größte Unrecht zu verhindern, weil es nötig sein
müßte. Und diese Lenker der Geschicke der Erde sind zu einem großen Teil auch mit dafür zuständig zu sagen:
Patriarchat - Matriarchat. Wir schicken sie an den Rand der Wüste, damit sie ein Patriarchat aufbauen und wir
holen sie in liebliche Gegenden, um ein Matriarchat aufzubauen. Hier lassen wir die Männer etwas fauler sein,
hier lassen wir die Frauen herrschen. Einfach nur, um die einzelnen Völker so zu führen, daß die Geister, die
inkarnieren, die größtmögliche Möglichkeit haben, das Licht erkennen zu können.
Davon abgesehen, halte ich die Theorie trotzdem noch für hervorragend gut.
JF: Es gibt einfach in der Vergangenheit der Menschheitsgeschichte bestimmte dunkle Punkte. Zum
Beispiel die Geschichte: was ist vor 600 Jahren passiert? Da fängt die Bibel an. Da fängt unsere eigene Geschichte an,
so wie wir sie als unsere eigene Geschichte sehen, in Ägypten und im Zweistromland. Einerseits führt alles,
was wir an Geschichte sowohl historisch als auch religiös sehen, in diese Zeit hinein, andererseits gibt es gerade
in dieser Zeit ganz ganz große Löcher von Wissen. Ein großes Wissensloch, das haben Sie auch immer
wieder geschrieben: es ist unbekannt, wo DOR herkommt. Wo kommt diese ursprüngliche Negativität in dieser
atmosphärischen Situation her, das heißt, die physikalische Ursache der Wüstenbildung. Was ist da vor 6000
Jahren geschehen? Es gibt viele Möglichkeiten, es gibt Meteoriten, die radioaktives Material in die Atmosphäre
gebracht haben können. Es könnte eine Kultur gewesen sein, die ja damals sehr hochstehend war, die
ägyptische, die physikalische Experimente gemacht hat. Es gibt diese Atlantis-Theorie, daß ein ganzer Kontinent in die
Luft gegangen ist.
WR: Es ist leider noch nicht an der Zeit, Ihnen mehr darüber berichten zu können. Doch ich denke, daß
die Forschung in den nächsten Jahren sehr viel mehr Klarheit in das Dunkel der Anfänge der Menschheit
bringen kann. Die vielem mögliche Ursprünge von DOR werden zu einer sicheren These formuliert werden können.
Es gibt einen Ursprung des DOR und zwar einen einzigen. Doch ist es ein zu früher Zeitpunkt, ihn jetzt zu
benennen. Es ist mir bekannt und es wäre falsch weiterhin über ihn jetzt zu diesem Zeitpunkt reden zu wollen. Es
ist zu einem großen Teil auch ein sehr gefährliches Thema. Wenn bekannt ist, wie DOR entsteht, kann man es
auch in großen Mengen herstellen.
Die kleinen DOR-Quellen zapfen die große Quelle an. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.
JF: Gut. Müssen wir das auf der Erde als Menschen selber herausfinden, oder kann das über Sie aus dem
Jenseits irgendwann bekanntgegeben werden?
WR: Die Menschen werden es herausfinden, damit die Menschen es wirklich verstehen können. Wenn ich
es Ihnen sage, nützt es Ihnen nicht viel. Sie können es nicht nachvollziehen, also muß die Wissenschaft ans
Werk gehen. - Und sie ist ja auch sehr dabei.
JF: Das führt zu dem anderen Aspekt zu der Frage: was heute "freie Energie" genannt wird, also
Energiegewinnung aus der Atmosphäre oder Energiegewinnung aus Magnetismus, N-Motoren, Perpetuum Mobile.
Wir haben schon einmal kurz darüber geredet.
Ich habe hier ein Buch, ich habe es noch nicht gelesen, außer, daß ich den Teil über Wilhelm Reich
gelesen habe, weil ich alternativwissenschaftliche oder esoterisch-wissenschaftliche Bücher eben auch nicht
beurteilen kann. Es wird im Augenblick viel Desinformation veröffentlicht. Ich habe das Gefühl, es ist geradezu
eine Kampagne an Desinformation in alternativwissenschaftlicher Literatur, weil: ich kann mir vorstellen, daß
es Forscher gibt, die die Wahrheit veröffentlichen und daß die Gegenkampagne nicht so aussieht, diese
Forscher zu bekämpfen, sondern daß so viel an dieser Information veröffentlicht wird, daß keiner mehr weiß, was
wirklich ist. Trifft diese Einschätzung zu?
WR: Oh ja, dazu kommt aber noch, daß jeder, der etwas veröffentlicht, auch glaubt, daß es wirklich so ist.
JF: Ja, ich habe viele Bücher gesehen, wo das Thema Wilhelm Reich und Orgon erarbeitet worden ist und
wo einfach Unsinn drinsteht. Das kann sein, daß die das glauben. Aber wenn ein Teil, der wissenschaftlich
gut erarbeitet und veröffentlicht ist, falsch wiedergegeben wird, nehme ich einfach an, daß in diesen Büchern
auch der andere Teil unsauber recherchiert und falsch wiedergegeben worden ist. Ich kann mit nicht vorstellen,
daß dieser Teil unkorrekt ist und ein anderer Teil ist dann wieder korrekt. Das ist für mich die einzige
Möglichkeit zu beurteilen, wie realistisch eine Veröffentlichung ist: das zu lesen, was ich kenne und zu sehen: ist das
korrekt?
Und dieses Buch über Freie Energie von Jane Maning (Omega Verlag) ist das einzige Buch aus dieser
Szene, wo ich die Orgonomie korrekt dargestellt gefunden habe.
WR: Ja, das freut mich sehr.
Es ist ein sehr sehr schwieriges und weitschweifiges Thema, was Sie als freie Energie und Apparaturen
zur freien Energiegewinnung zur Zeit erleben. Es ist nicht unbedingt ein Thema, das mich besonders
interessiert, weil es außerhalb meiner sehr starken Interessensgebiete liegt. Das muß ich Ihnen dazu sagen. Sie dürfen
gerne Fragen stellen, aber es ist ein sehr großes Wirrwarr und sehr viel Nichtwahrheit und das größte Problem ist,
daß die Apparaturen, mit denen irgendetwas gemessen wird, alle nicht angeglichen sind uns alle nicht genügend
in der Lage sind, irgendetwas an feinstofflichen Dingen klar messen zu können, und zwar 100%ig sicher
klar messen zu können. Und so lange die Meßgeräte nicht in der Lage sind, egal was, zuverlässig messen zu
können, und dann auch nur dieses eine, kann man nicht davon sprechen, daß irgendwelche freien Energien
wirklich erforscht worden sind. Die Meßmethoden lassen sehr sehr sehr zu wünschen übrig. Und so kommt es vor,
daß eine bestimmte Energie von ungefähr hundert Wissenschaftlern anders dargestellt wird und einen
anderen Namen bekommt, weil jeder anders an die Sachen herangeht.
Sie müssen dieser Forschung einfach noch Zeit lassen, da wird sich in den nächsten Jahren sehr sehr viel
verändern. Davon abgesehen gibt es für die Erde so etwas wie ein Perpetuum Mobile und gibt es für die Erde
so etwas wie Freie Energie aus dem All. Das gibt es und das muß noch mehr erforscht werden. Und die
Bewußtseine der Menschen müssen sich dem natürlich auch angleichen.
JF: Wird das jenseitig gesteuert, daß dieses Wissen vielleicht so lange unklar und in Begriffsverwirrung
bleibt, bis die Menschheit in der Situation ist, damit positiv umzugehen? Ich stelle mir einfach vor, daß freie
Energie, also eine Energiequelle, die unermeßlich ist, in einer politischen und gesellschaftlichen Situation der Erde
wie sie jetzt ist, sofort zur Vernichtung führen würde.
WR: Also in diesem Falle ist es eher genau umgekehrt. Die Menschen benehmen sich so dumm, daß es
uns leider nicht möglich ist, den Menschen auf diesem Weg ein Stückchen weiterzuhelfen. Natürlich kann
freie Energie den Menschen nur dann wirklich zugänglich sein, wenn die Politik sich vollkommen geändert hat
und die Menschen sich vollkommen geändert haben. Das geht miteinander einher, und solange die Menschheit
sich nicht verändert hat, wird sie auch nicht wahrhaft an diese Energien herankommen. - Das ist aber die
Menschheit, die das steuert. Die paar Personen, die sich diese Energie wünschen, reichen ja nicht aus. Wirklich
wichtig ist ein vollkommener Zusammenbruch der jetzigen politischen Strukturen und der jetzigen Denkstrukturen.
Und dann ein Aufbau eines vollkommen anderen Lebenssystems.
JF: Das scheint unsere Aufgabe zu sein.
WR: Ja, das ist ganz wichtig. Und das so weit wie möglich entfernt vom rein Esoterischen, wo die
Menschen vor ihrer Selbstverantwortung weglaufen und nach Phänomenen haschen und auch so weit wie möglich
entfernt vom kirchlichen Christentum oder anderen Religionen, egal welcher Art.
JF: Aber das Mechanistische hilft da eben auch nicht weiter, die rein technische Lösung.
WR: Die rein technisch-mechanistische Lösung gibt es ja leider in diesem Fall nicht. Ich kann mir nur sehr
viel Mühe geben und versuchen, auf einem Stück ein Wegbegleiter für die Erde jetzt zu sein. Aber das ist auch
nur ein Versuch, das müssen Sie wissen.
JF: Eine technische Lösung sähe eben auch so aus, daß es auf der Erde einen Vernichtungskrieg gibt. Daß
so wenige Menschen übrig sind, daß diese eine andere Kultur errichten können.
WR: Sehen Sie, das ist keine technische Lösung, das ist eine notwendige Konsequenz aus dem Verhalten
der Menschen.
JF: Noch mal das Thema, über das wir gestern nicht reden konnten. Wir haben ja mit Hildegard noch
einmal über den Sündenfall gesprochen und ich habe auch mit Susanne gestern Abend noch einmal darüber
gesprochen und uns ist wohl einiges darüber klar geworden.
Mir ist eine Stelle aufgefallen, wo über den Sündenfall geschrieben wird, daß die Bedeutung darin liegt, daß
der Mensch versucht hat, die Schöpferkraft, die in ihm liegt, auf ihn selbst anzuwenden, daß ein
Mißverständnis oder die Überzeugung der Menschen, sie seien selbst Schöpfer, sie seiner Schöpfer ihrer selbst den
Sündenfall ausmacht.
WR: Nehmen Sie es so hin.
JF: Mir ist dabei aufgefallen - ich war ja längere Zeit bei buddhistischen Lehrern - daß genau das der Kern
der buddhistischen Glaubensauffassung ist, das heißt, der Buddhismus zeigt sich als eine Religion, die
atheistisch, also nicht-theistisch ist. Jedes Wesen ist aus sich selbst heraus entstanden, es gibt keinen Schöpfergott und
es gibt nur das Prinzip von Ursache und Wirkung. Das wäre dann also die Religion, die aus diesem
Sündenfall resultiert. Sehe ich das richtig?
WR: In groben Zügen, ja. In Kleinigkeiten bietet der Buddhismus natürlich auch wieder sehr viel Wahres
und Gutes und Lichtvolles, nicht wahr? Und Sie müssen ja den Buddhismus in seiner gesamten Einheit sehen.
JF: Ich meine jetzt diesen Kernpunkt.
WR: Die Religion, die letztendlich daraus resultiert, wenn man das in allen Strängen weiterverfolgt, ist
eindeutig der markante Nihilismus, wo der Mensch sich als Schöpfer seiner Sache anerkennt, daraus aber folgert,
daß es nicht gut ist und alles aberkennt, was in irgendeiner Art und Weise existiert, wo er also aus allem
Lebendigen die Kraft hinausnimmt und an nichts mehr Freude oder Spaß empfinden kann. Also Nihilismus pur, die
absolute Abstraktheit, das Fehlen sämtlicher lebendiger Emotionen, das ist die Schöpferthese bis zum Ende
durchgeführt.
JF: Im Buddhismus heißt es, daß alles, was existiert, alle Wesen und Dinge, als die Projektionsfähigkeit
des Geistes existiert.
WR: So ist es, so heißt es dort.
JF: Aber nicht abhängig von einem Schöpfer, sondern abhängig von der Fähigkeit jedes einzelnen
Wesens, diese Quelle des Geistes anzuzapfen.
Gut, das führt in der Konsequenz in der Religion nicht zu Nihilismus, aber es natürliche die absolute
Leugnung des Schöpfungsgedankens.
WR: Der Geist, der allem Lebendigen innewohnt, ist vom Göttlichen geschaffen worden, doch die Art
und Weise, wie sie sich verhalten und wie ihre Körper krank sind oder gesund sind, ist mit aus dem Willen
der Menschen heraus geschaffen worden. Ihnen ist diese Gabe gegeben worden, weil sie sie haben wollten:
erschaffen zu dürfen. Damit haben sie sich vom göttlichen Ursprung getrennt. Und vieles von dem, was sie auf
der Erde erleben und anerkennen, ist von Menschen geschaffen worden. Es ist nicht aus ihrer geistigen Kraft
erschaffen worden, es ist nicht aus dem Nichts erschaffen worden, aber die haben vom Göttlichen die
Energie bekommen, zu erschaffen was sie wollen, weil sie sich mit diesem Wunsch, nämlich schaffen zu können, so
wie Gott es konnte, von Gott abgetrennt haben.
Haben Sie den Unterschied verstanden? Haben Sie begriffen, wie ich das erklärt habe? Die Menschen, die
hier unten auf der Erde sind, nehmen ihre Gedanken oder ihren Willen oder auch ihre Gefühle und erschaffen
sich damit: Situationen oder sie schnitzen sich einen Stock oder was auch immer. Die Urkraft, damit diese
Menschen schaffen können, kommt von der göttlichen Quelle.
JF: Die Eigenschaft schöpferisch zu sein.
WR: Nein, die Kraft, die Dinge zu tun. Sie könne aus dem Nichts heraus nichts schaffen. Das kann nur
die göttliche Urkraft. Und damit die Menschen das Gefühl haben, schaffen zu können, damit die Menschen
ihre Welt so bauen können, wie sie sie haben wollen, oder auch nicht haben wollen, brauchen sie die Urkraft
des Göttlichen. Und sie bekommen sie auch. Aber sie haben sich mit diesem Wunsch, schaffen zu wollen, so
wie Gott es kann, vom Göttlichen abgetrennt. Sie leben in der Trennung vom Göttlichen, solange sie der
festen Überzeugung sind, daß sie Schöpfer sind, der Mensch an sich: allmächtig und Schöpfer von allem. Damit
trennt er sich vom Göttlichen ab.
JF: Ja, so hatte ich das auch verstanden.
Heute ist das etwas trockener als sonst.
Gibt es denn etwas, was Sie uns noch erzählen möchten, etwas, worauf wir noch nicht gekommen sind.
Ein Thema, was Sie von sich auch bei uns ansprechen möchten.
WR: Also das Thema, was ich doch ganz gerne ansprechen wollte ist: ich möchte mich bei Ihnen bedanken.
Sie schenken wirklich mir, meinem Werk Ihre gesamte Tatkraft und Sie schreiten über alle Grenzen mutig
hinaus
und Sie schreiten auch über Ihre eigenen Grenzen, Ihre eigenen persönlichen Grenzen sehr sehr mutig
hinaus. darüber freue ich mich sehr.
Zum anderen haben Sie vielleicht schon bemerkt, daß ich vieles von dem, was ich ihnen sage, wirklich
nicht alleine darbiete. Das ist für Sie auch wichtig zu wissen und es ist für auch mich eine ganz neue
Erfahrung, wirklich in der Gemeinschaft mit anderen abzusprechen, was wir wie der Menschheit zu sagen haben
oder nicht, in der Hoffnung, dann richtig verstanden zu werden.
Zum anderen: für die Zukunft sehe ich eigentlich sehr viel Erfolg voraus und einen großen
Bekanntheitsgrad und ich bin gerne bereit, mit Ihnen die Ideen durchzuführen, die Sie vorhin im garten angesprochen haben.
Es ist nicht mehr so, daß ich mich darum reiße, diese Publizität zu bekommen und zu haben. Darüber bin
ich hinaus und es wird natürlich auch nicht der Wahrheitsfindung der Menschheit absolut stark helfen, aber ich
bin trotzdem bereit, es zu tun und es ist einen Versuch wert. Sehr viel mehr verspreche ich mir davon nicht.
JF: Es kann dann höchstens wieder materielle Grundlagen schaffen.
WR: So ist es.
JF: Sie werden Anerkennung von vielen unverhofften Seiten bekommen.
WR: Ja, das ist in groben Zügen, was ich ansprechen wollte. Ansonsten: überarbeiten Sie sich nicht. Fassen
Sie alles klar und gründlich und sauber zusammen, so daß es der Allgemeinheit der Menschen wirklich
verständlich sein kann. Das ist sehr sehr sehr wichtig.
JF: Das hatte ich auch vor, was zum Beispiel den Trafo angeht, das muß in eine klare und saubere
Betriebsanleitung münden.
WR: So ist es.
JF: Da gab es noch eine Frage, die immer wieder gestellt wurde: "Wie lange muß eine
energetische Informationsübertragung von einem Medikament zu einem anderen dauern?"
Ich sage immer: "Probieren Sie es aus", aber damit sind die meisten Menschen nicht zufrieden. Sie
wollen mechanische Anleitungen.
WR: Es geht immer darum, die Energie zu übertragen. Und das ist natürlich unterschiedlich, je
nachdem, welche Medikamente übertragen werden sollen.
Homöopathische Mittel niederer Potenzen brauchen keine besonders lange Zeit. Höhere Potenzen
brauchen schon eine längere Zeit, weil sie einfach sehr viel diffiziler zu übertragen sind. Chemische Medikamente
brauchen ebenfalls sehr lange, weil sie sehr schwer sind, wenn sie auch vom Aufbau her relativ einfach
nachzuvollziehen sind, aber da ist es die Schwere, die einen längeren Zeitraum ausmacht. Bach-Blüten brauchen fast
den geringsten Zeitraum, weil diese Energie so leicht ist, daß sie sich sehr leicht übertragen läßt. Geben Sie
eine Stunde an. Das ist ein gutes Mittelmaß.
Bach-Blüten brauchen vielleicht 5 bis 10 Minuten, damit sich im neuen Trägerstoff die Information auch
stark festigt, während ein ordentlich chemisches Medikament gut eine Stunde benötigen kann.
JF: Das ist also die Spanne, zwischen 5 Minuten und einer Stunde.
WR: So ist es. Und ansonsten sollten wirklich fähige Menschen damit experimentieren.
JF: Ich habe jetzt noch ein Problem oder eine Nachfrage: Wenn ich Leuten sage, wie Sie angeboten haben,
sie können an Reich Fragen stellen, dann kommen ganz oft Leute mit persönlichen Fragen. Und die ganze
Struktur der Gespräche, die wir führen, führt eigentlich nichtunbedingt dazu, persönliche Anliegen zu klären. Da
finde ich persönlich auch gerade, ist eine große Qualität unserer Gespräche, daß hier nicht die persönlichen
Verhältnisse einzelnen Leute durchgesprochen werden. Wie soll ich damit umgehen, oder wie wollen Sie damit
umgehen? Sollen diese persönlichen Anfragen einzelner Leute an Sie weitergegeben werden?
WR: Das ist ein schwieriges Thema, doch letztendlich ist jeder Mensch in seiner Persönlichkeit schon
wichtig. Ich denke, zu einem gewissen Teil sollten persönliche Fragen schon auch an mich weitergeleitet werden
können. Das sollte aber für Sie und Susanne auch in einem machbaren Rahmen sein, und es sollte vor allen
Dingen auch an der Stelle für Sie und für Susanne finanziell gedankt werden. Das wäre mir an der Stelle sehr
wichtig. Weil: Sie geben beide Ihre Energie und Ihre Zeit dort mit hinein und die Menschen, die wirklich
persönliche Fragen haben, die ihnen wirklich wichtig sind werden auch dementsprechend von mir die Antworten
bekommen. Doch sie sollen auch zeigen, daß es ihnen etwas wert ist.
Also bitte übermitteln Sie diese Botschaften nur über ein entsprechendes Honorar. Das ist ganz wichtig.
Und das ist für eine einfache Auskunft 50,- DM für Sie und 50,- DM für Susanne. Komplexere Fragen werden
auch mehr kosten. Dann kommen wirklich Fragen bei mir an, die wirklich wichtig sind und die ich weiterhin so
nett beantworten werde wie bisher. Daran können auch Sie beide noch lernen.
JF: Ihr Sohn hat sein Buch "Der Traumvater", es heißt jetzt "Der Wolkenbrecher" wieder im Deutschen
verlegen lassen, was mich sehr freut. Eine Szene hat mich schon bei meiner ersten Lektüre vor 10 Jahren schon
sehr bewegt. Da heben Sie im Nachlaß eine Postkarte an Ihren Sohn hinterlassen, das waren die "betenden
Hände" von Dürer und da hatten hinten draufgeschrieben: "Für Pete, damit er danach betet." Es ist so ziemlich
die einzige Äußerung, die Sie in Ihrem Leben zu diesem Thema hinterlassen haben. Wir hatten ja vorgestern
darüber geredet, daß Sie die Göttlichkeit in Ihrem Leben in ihrer Konsequenz nicht anerkannt haben. Können
Sie sich an diese Postkarte und an das was dahintersteht erinnern?
WR: Natürlich kann ich das. Etwas Wichtigeres hätte ich meinem Sohn doch nicht übermitteln können.
JF: So, wie Sie mit Ihrem Sohn umgegangen sind, was ich von Peter und von Gesprächen mit Ihren
Familienangehörigen und von Ihnen aus Ihrem Werk weiß, hätten Sie Ihrem Sohn niemals das Beten angeboten,
wenn Sie nicht selber gebetet hätten.
WR: Ich hab es versteckt und heimlich - auch vor mir selber - getan. Ich habe es oft nicht bewußt getan. Ich
war einer der Menschen, der wirklich noch gedacht hat, daß er selber Schöpfer ist, seiner Wissenschaft und
seines Denkens. Und doch hätte ich nie die Kraft besessen, mich so kraftvoll durchzusetzen mit dem, was ich
erforscht habe, wenn ich nicht von Zeit zu Zeit einfach nur in Demut die Hände gefaltet hätte und mir Kraft geholt hätte.
JF: Wie kommt es dann aber zu einer so starken Aussage, daß Ihr Sohn beten soll?
WR: Genau aus diesem Grund. Die Kraft für all das, was ich letztendlich vollbracht habe auf Erden, habe
ich mir in den Momenten, in denen es mir nötig erschien, geholt, durch das Gebet, durch die demutsvolle
Hingabe an etwas, was ich in keiner Stelle fassen konnte. Aber ich fühlte, daß es da war. Es war mir aber nie im
Bewußtsein wahrhaft wichtig, außer in den Momenten, wo ich gebetet habe, falls Sie das verstehen können.
JF: Natürlich.
WR: Und in einer - sagen wir - schwachen menschlichen Sekunde ist es mir eingefallen und ich habe ihm
die Karte gemacht, weil es wichtig war, weil es meine innere geistige Botschaft an meinen Sohn war, den ich
sehr, sehr liebe.
Aber wie soll ein Mensch, der nach außen hin oft bärbeißig und hart und egoistisch und jähzornig und vor
allem verbohrt ist in Worten erklären, was beten bedeutet? Gibt es etwas Schöneres als ein Gemälde, ein
Kunstwerk, das es so schön ausdrücken kann, wie die betenden Hände, worum es eigentlich geht? Dieses Kunstwerk
strahlt doch aus, was Demut ist und was auch Bitte um Hilfe ist und was auch Bitte um Hilfe ist und was Gebet
bedeutet. Das hätten Worte von mir nie ausrichten können.
JF: Ich weiß, es hing auch in meinem Kinderzimmer.
WR: Zum Glück ist es bekannt. Ich war an irgendeiner Stelle natürlich gottvertrauend, sonst hätten mich
die Ängste oft umgebracht. Aber ich war es nicht offensichtlich. Ich war es auch für mich selber nicht
offensichtlich. Dazu war mir mein Leben, mein Werk, meine Tätigkeit viel zu wichtig.
JF: Aber Sie waren nicht nihilistisch.
WR: Dann hätte ich nicht arbeiten können. Ein wahrer Nihilist setzt sich in die Ecke und bewegt sich
nicht mehr. Ich glaube, so war ich nicht unbedingt.
JF: Sie waren in Ihrem veröffentlichten Werk bis in die 50er Jahre, als Sie den "Christusmord"
veröffentlicht haben ein definierter Materialist, obwohl Sie Materialismus nicht als Definitionsbegriff benutzt haben,
"Funktionalismus" haben Sie es genannt, aber die Basis des Funktionalismus ist eine materialistische Sichtweise.
WR: So ist es, aber die vielen, wirklich anstrengenden schwierigen Erlebnisse in meinem Leben haben
mir durch Schmerz die innere Tür zum Licht doch öffnen können. Wenn auch nur zeitweise, dann doch aber
sehr intensiv.
JF: Weil Sie keine Bestätigung mehr unter Menschen gefunden haben ab einer bestimmten Zeit? Ich habe
ein Tonband von Ihnen gehört, wo Sie einsam in Orgon über das Verlassenwerden gesprochen haben, sehr
traurig
und sehr deprimiert, im Oranurexperiment sehr angegriffen, Sie hatten schon einen Herzanfall gehabt. Ich
kann mir vorstellen, daß einfach kein Mensch mehr da war, der Sie verstanden hat.
WR: Ich war ein Mensch, der immer an die anderen Menschen geglaubt hat, ich war ein sehr
geselliger Mensch, ein Mensch, der gerne mit anderen Menschen zusammen war, der sich gerne mit ihnen
auseinandergesetzt hat, und der das "unter Menschen Mensch sein" sehr sehr sehr geliebt hat. Das war für mich ein
großer Schock, als diese Menschen einer nach dem anderen mich verließen und fortgingen aus meinem Leben. Es
war ein Teil meines Lebens, Freunde zu haben, Mitmenschen um mich zu haben, mit ihnen zu leben. Ich bin nie
ein Eigenbrötler gewesen in diesem Sinne. Ich habe Menschen um mich herum gebraucht. Das war mein
Lebensinhalt. Meine Wissenschaft und meine Forschung war auch darauf ausgerichtet: für die Menschen mit den
Menschen etwas zu erforschen - über die Menschen. Die Menschen standen für mich immer im Mittelpunkt.
Sie stehen für mich auch im Mittelpunkt des Erdengeschehens.
JF: Hat Sie diese Einsamkeit oder der Schock, verlassen zu werden, dann näher an die göttliche Kraft gebracht?
WR: Nein, an der Stelle wäre ich ohne meine damals schon teilweise Anbindung an die göttliche Kraft -
glaube ich - zerstört worden. Es hat mich fürchterlich verbittert, ja, aber die Anbindung an das Göttliche, das
teilweise Gebet, hatte ich schon zu früheren Zeiten getan. Ich habe in Norwegen einige Erlebnisse gehabt, die mich
dahin gebracht haben, aber ich war nie eine wahrer tiefer Gläubiger, der in der Lage gewesen wäre, solche
schmerzlichen Erlebnisse in Frieden hinnehmen zu können. Diese Erlebnisse, die ich damals erleben mußte, als
meine Freunde mich verließen, das hat mich sehr tief verbittert. Es hat mich wirklich einsam gemacht. Ich kann
es dabei nicht den Menschen anlasten, die mich verlassen haben. Es ist eher ein Teil meines eigenen Seins, was
ich mir nie richtig angeschaut habe: daß ich Menschenfreund bin und daß ich Menschen um mich einfach
gebraucht habe, so wie ich jetzt auch wieder in einer Gruppe bin und es genieße in dieser Gruppe zu sein. Nur habe ich
es damals als Mensch einfach nicht erkannt, daß ich mich dann dementsprechend auch verhalten muß, wenn
ich eine Gruppe um mich aufrechterhalten möchte. Daß von mir sehr viel Rücksichtnahme gefordert wird
und Einfühlungsvermögen, um wahre Freunde auch behalten zu können, um wahren Freunden auch wahrer
Freund zu sein, und nicht Vorreiter und Sieger auf dem Podest. Und das war ich gerne.
JF: Sie konnten sich menschliche Gemeinschaft nur mit sich selbst als der Führerperson vorstellen?
WR: So ist es. Ich habe nie darüber nachgedacht, daß ich damit nicht Freund bin mit den anderen. Ich
hatte Angst, gleich mit den anderen zu sein, weil ich mich selber sehr stark verurteilt habe für Dinge, die in
meinem Leben in früher Jugend geschehen sind. Ich habe das nie vollkommen und ganz verwinden können. Nicht
nur der Tod meiner Eltern, sondern auch dieses Fallen in die plötzliche Armut hinein. Ich mußte an
irgendeiner Stelle mir immer die Freiheit bewahren, der Größte zu sein.
Diese Charaktereigenschaft hat mich natürlich in meinem Leben sehr sehr weit geführt. Ohne diesen
wahnsinnigen Antrieb hätte ich vielleicht nicht so viel gearbeitet und geschuftet und geforscht. Es war gut, daß es so
war. Und es war für mich, glaube ich, auch sehr gut, dieses Erlebnis zu haben, als alle weggingen. Es war gut
gewesen - aus geistiger Sicht. Aus menschlicher Sicht gesehen war es sehr schwer und sehr bitter und hat
danach mich Dinge tun lassen und Dinge aussprechen lassen, die dumm waren, die nicht mehr unbedingt
überlegt waren, sondern die aus emotionalen Gründen geschehen sind.
JF: Meinen Sie jetzt persönliche Angriffe?
WR: Ja.
JF: Oder auch Beobachtungen, wenn Sie zum Beispiel gesagt haben, die Flugzeuge fliegen über das Haus,
um auf Sie aufzupassen, woraus je viele, z.B. Sharaf, eine vermeintliche geistige Unzurechnungsfähigkeit
herauslesen wollten.
WR: Ja. Ich war nicht geistig unzurechnungsfähig. Ich wollte mir nur meinen Größenwahn erhalten. Ich
wollte mir meine Wichtigkeit erhalten.
JF: Das war Aufschneiderei? Haben Sie das geglaubt oder haben Sie die Leute auf die Probe stellen wollen?
WR: Möchten Sie das wirklich wissen?
JF: Na ja, es ist eine Frage, die immer wieder auftaucht. Natürlich. Ich habe viel mit Ihren Biographien zu
tun gehabt.
WR: Es war teilweise beides. Ich habe mich da auch schon sehr verrannt gehabt. Ich habe es irgendwo
auch geglaubt, ja.
JF: Und diese andere Geschichte, die immer wieder diskutiert wird als Ausdruck einer vermeintlichen
geistigen Krankheit, daß Sie behauptet haben, Sie hätten Freunde in der amerikanischen Regierung und würden
vom Präsidenten geschützt und vom Pentagon?
WR: Da habe ich mich leider geirrt. Ich hatte Bekannte in der Regierung. Freunde würde ich sie an dieser
Stelle
vielleicht nicht mehr nennen. Ich habe mich in diesen Menschen verschätzt, aber ich hatte diese Beziehungen.
JF: Und Sie glaubten, sie geheimhalten zu müssen?
WR: Ich war mir dessen sicher. Meine Forschungen waren an einem bestimmten Punkt sehr, sehr, sehr
weit gelangt, vielleicht zu weit schon. Und das hat mir diese Bekanntschaft mit dem Pentagon eröffnet und
ich dachte wirklich, es wären Menschen, die mich schützen würden für das, was ich erforscht habe. Ich habe
mich geirrt. Da habe ich mich wirklich geirrt, ja.
JF: Sie wissen, ich habe einmal eine Reise durch Amerika gemacht und Ihre ehemaligen Bekannten
besucht und auch Leute, die Sie nicht so gut kannten. Ist ihnen dieses Material, die Interviews bekannt?
WR: Ja, es ist mir bekannt.
JF: Ich brauche es Ihnen nicht noch einmal vorzuspielen?
WR: Nein, Sie brauchen es mir wirklich nicht noch einmal vorzuspielen. Ihnen zuliebe kenne ich es. Im
großen und ganzen finde ich sie gut, auch die Aussagen derer, die gesprochen haben.
JF: Ich könnte mir vorstellen, mit dem was ich jetzt weiß, sehr viel präzisere Interviews führen zu können.
WR: Das könnte ich mir auch vorstellen, nur für das, was Sie damals geleistet haben, war es gut. Und auch
die Antworten, die ehemalige Bekannte gegeben haben, waren ehrlich. Sie waren von großer Ehrlichkeit
geprägt und deswegen ist es so gut.
JF: Das stimmt, Ihre Person ist in all diesen Interviews sehr präzise beschrieben worden. Ich habe ein sehr
gutes Bild Ihrer Persönlichkeit bekommen, vielleicht gerade weil ich so naiv in diese Sache hineingegangen bin,
weil ich nicht vorher alle Bücher über Sie gelesen hatte, weder das Buch von Ilse Ollendorff noch das Buch
von Sharaf hatte ich vorher ganz gelesen. Das hätte mich wahrscheinlich sehr voreingenommen gemacht.
WR: Ja, das denke ich.
JF: Nun gut, vielleicht werden diese Sachen ja mal veröffentlicht, nicht von mir, wie Sie wissen, aber
vielleicht wird dieses Material ja mal irgendwann der Menschheit zugute kommen.
WR: Ich schlage Ihnen doch noch eine zweite Reise vor, mit ein paar Zitaten von mir im Jetzigen, in
schönen Übersetzung ins Englische, die Sie vorspielen könnten.
JF: Ich habe vor die Sachen ins Englische zu übertragen. Es ist viel Arbeit, es ist kaum alleine zu schaffen,
aber ich stelle mir schon vor, daß die Interviews im Englischen verbreitet werden sollten.
WR: Es wird sehr viel Aufruhr geben, aber das ist das erste Zeichen dann für die, die mich kannten, dafür,
daß ich es wirklich bin. Weil: für Furore konnte ich immer gut sorgen und in neue Bereiche konnte ich auch
immer gut vorstoßen. Es wird der Wahrheitsfindung dienen, ja.
JF: Ich habe jetzt erst einmal keine Fragen mehr.
WR: Es ist mir ebenfalls sehr recht und würde mich jetzt verabschieden und wünsche Ihnen für morgen
einen sehr schönen Tag unter lauter Pferden und viel Wärme und wünsche Ihnen viel Spaß dabei.
JF: Danke.
WR: Ich wünsche Ihnen noch einen schönen guten Abend und vielen Dank für das wirklich schöne Gespräch.
JF: Ich danke, Ihnen auch.
zum nächsten Interview
© Jürgen Fischer
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Quelle: www.orgon.de | Herausgeber:
Fischer-ORGON-Technik
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