Neue Gespräche mit Wilhelm Reich und Hildegard von Bingen
im Mai 1997
Gespräch mit Hildegard von Bingen, 3. Mai 1997
Atemtherapie und Lebendige Meditation
Das Beten lernen
Hildegard von Bingen: die Botin Gottes, Medium und Prophetin
Wollust ist ein Mittel zur Läuterung
Der Sündenfall - die Machtfrage
Sexualität, Macht und emotionelle Pest
Hildegard von Bingen prophezeite DOR vor 900 Jahren
Zeit im Diesseits und Jenseits
Der Sinn der Prophezeiung
Jürgen Fischer: Vielleicht will ja Hildegard heute mit uns reden?
Hildegard von Bingen: Das wäre schön, ja.
JF: Guten Tag.
HvB: Guten Tag und Guten Abend.
JF: Ich habe mich sehr auf Sie gefreut.
HvB: Ich habe mich ebenfalls sehr gefreut und ich freue mich sehr, daß Sie beide langsam begreifen, wie
unsere "Spielregeln" im miteinander reden doch sind.
JF: Ich habe keine speziellen Fragen für Sie vorbereitet. Ich glaube, daß Sie wissen, was wir in unseren
Seminaren und unseren Meditationen machen und ich soll von Anton, der mit mir die Seminare durchführt
einen schönen Gruß bestellen. Mein Anliegen ist, Sie zu fragen, ob die Integration von athemtherapeutischer Arbeit
in die Lebendige Meditation in Ihrem Sinne ist und wie wir weiterhin damit umgehen sollten.
HvB: Zuerst einmal möchte ich ganz herzlich zurückgrüßen. Zum anderen möchte ich sagen, daß ich einen
sehr guten Überblick habe über das irdische Geschehen, daß ich der Erde gar nicht so sehr ferne bin, wie Sie
vielleicht denken, und Ihnen oft sehr nahe bin und auch vielen, vielen anderen.
Und jetzt zum Thema der Atemtherapie: Sie sollten bei dem, was Sie tun, ganz genau wissen, was Sie
tun. Durch die Veränderung des Atems können sehr große körperliche Vorgänge verändert und auch gesteuert
werden, die sich sehr stark auf das Gefühls- und Gemütsleben auswirken. Aus diesem Grunde sollten Sie mit
der Atemtechnik mit noch neu Meditierenden nicht zu viel machen, sondern immer in einem gewissen Maß
bleiben, um die Menschen nicht zu überfordern, damit sie nicht zu früh in zu geistige Bereiche
hineingestoßen werden, ohne dem gerecht werden zu können, ohne wirklich verstehen zu können, was da vor sich geht.
Das kann Ängste auslösen, das kann genausogut auch Krankheiten auslösen, vor allen Dingen psychische
Krankheiten. Und benutzen Sie die Atemtechniken in Ihren Meditationen nur mit dem festen Ziel, die Menschen
zum Göttlichen hin zu öffnen. Die Art und Weise, den Atem zu verändern, heißt nicht unbedingt, das göttliche
Licht einzulassen. Das muß gezielt gefordert werden.
JF: Wir benutzen bisher den Atem, um das energetische Strömen im Körper fühlbar zu machen.
HvB: Sie sollten dabei die Menschen im göttlichen Licht schützen. Die Veränderung des Atems kann
genauso auch negative geistige Kräfte anziehen, wenn diese Menschen nicht sehr stark positiv göttlich ausgerichtet
sind. Es ist ganz wichtig, den Menschen zu sagen - wenn es auch nur darum geht, das Strömen zu spüren - sich
im göttlichen Sinne beschützt zu fühlen.
JF: Sollen wir das einfach so sagen, oder sollen wir ihnen ein Gebet beibringen?
HvB: Ich halte sehr viel von schönen Gebeten.
Ich würde Ihnen anraten, den Menschen ein schönes Gebet beizubringen. Es kann ruhig kurz sein, aber
schön sollte es sein.
JF: Ich benutze das Strömen, um im Akkumulator in ein Gefühl von hingebungsvollem Gebet zu kommen.
Das habe ich bisher noch nicht gelehrt. Ich habe höchstens einmal erwähnt, daß es so etwas gibt. Ist das etwas,
was den Menschen zur Verfügung steht, ist das ein allgemeiner Punkt der Lehre?
HvB: Es ist eine Art und Weise, eine Möglichkeit, einen Weg zum hingebungsvollen Gebet zu öffnen.
Dieser Weg ist für alle Menschen begehbar. Welche Art und weise von hingebungsvollem Gebet die Menschen
auf Dauer beten werden, ist vollkommen gleichgültig, aber es ist sehr schön, wenn die Menschen auf diesem Weg
- durch das Strömen - lernen könnten, hingebungsvoll zu beten. Wobei zu der Hingebung an das Strömen, an
das Göttliche, für das wahre Gebet immer noch hinzukommt, das Herz zu weit öffnen zu können, daß es
Liebe verströmen kann, für das, wofür man betet oder zum Göttlichen hin, oder zum Christuslicht hin. Diese
beiden Aspekte gehören zusammen: die Hingabe, das Vertrauen an das Göttliche genauso wie die Liebe für den,
für den man betet oder zu dem man betet.
JF: Ich habe bis jetzt gewisse Hemmungen mit den Menschen die zu mir kommen - sie wollen ja erst
einmal ein Seminar machen und über Meditation etwas hören - mit denen zusammen zu beten. Ich hätte im
Prinzip nichts dagegen. Ist es ratsam, mit Menschen zusammen zu beten, die sich gegenseitig noch fremd sind, wo -
auf der menschlichen Ebene - noch keine gegenseitige Öffnung stattgefunden hat? Ist das ein Weg, sich zu
öffnen oder ist das sich öffnen und sich miteinander Wohlfühlen die Voraussetzung?
HvB: Weder das Öffnen, noch das sich miteinander Wohlfühlen, ist die Voraussetzung zum Gebet. Weil:
jeder Mensch, der betet, öffnet sich nur einem, nämlich der göttlichen Kraft. Ob man in einer Gruppe betet, oder
ob man alleine betet, macht nur den Unterschied aus in der Gebetskraft, die nach oben geschoben wird. Doch
betet immer jeder für sich alleine.
JF: Wie soll ich damit umgehen, weil Menschen diese Form des Gebets, was ja eine sehr intime Öffnung
ist... Da spreche ich von mir, ich habe es bis jetzt eher als störend empfunden, in einer Gruppe zu beten, ob das
nun als Kind in der Kirche war oder auf Veranstaltungen, wo gemeinsam gebetet wurde, mir war das immer zu
intim zu beten, mich selbst in der Öffentlichkeit zu öffnen. Das war für mich oft mit Verletzung verbunden.
Ich kann gut meine Haltung verändern, ich kann meinen Irrtum berichtigen und mit Menschen zusammen
beten. Das würde ich tun, aber ich habe aus diesen traumatischen Erfahrungen heraus, die ich selber gemacht
habe, natürlich auch in Bezug auf andere Menschen Schlüsse gezogen.
HvB: Diese traumatischen Erfahrungen - wie Sie sie nennen - macht jeder Mensch, der mit anderen beten
soll. Einfach weil er denkt, daß der andere während des Betens in ihn hineingucken kann. Doch es ist nur die
göttliche Kraft, die zum Fließen kommt. Das aber wiederum bereitet den Ego- und Verstandesanteilen eines
jeden Menschen große Probleme. Es ist aber nur eine vorgemachte Illusion. Die anderen Menschen sind genauso
mit der Schwere ihres Gebetes beschäftigt in der Gemeinschaft mit den anderen, wie Sie es sind. Sie kommen
gar nicht dazu, Sie verletzen zu können - und verletzen können sie Sie eh nicht, weil Sie sich ja vollkommen
dem Göttlichen hingegeben haben. Was ihnen dieses eigenartige Erlebnis beschert, ist, daß sich Ihr Verstand
wehrt. Das ist eine von uralt her überbrachte "Tradition", die Sie mit fast allen Ego-Verständen in den letzten
Jahrhunderten im westlichen Bereich der Zivilisationen teilen. Setzen Sie sich darüber hinweg. Reden Sie mit
Ihrem Verstand. Es ist nur eine Illusion
JF: Und den Menschen, die ja auch zu mir kommen, die materialistisch eingestellt sind, den kann ich
sagen: "Setzt euch da hin und wartet ab. Schaut einfach zu, was mit uns passiert."? Oder wie soll ich mit denen
umgehen.
HvB: Sie müssen es den Menschen so beibringen, daß diese Menschen wissen, daß es nicht darum geht,
nicht wie in der Kirche zu Gott zu beten, daß es für die Menschen darum geht, in einer ganz tiefen Hingabe zu
etwas zu beten - was sie eventuell ja noch gar nicht kennen und gar nicht empfinden können. Sie sollen den
Menschen einfach nur in einer Übung zeigen - genau wie in der Meditation - wie es funktioniert, an etwas, wovon
man glaubt, daß es Liebe ist, sich hinzugeben und unendlich viel Liebe zu geben. Es geht um einen Versuch, es
geht darum, etwas Neues zu lernen, sich einer Sache hinzugeben und dieser Sache Liebe zu geben. Und sie
sollen sich einfach eine göttliche Quelle vorstellen, einen Ursprung vorstellen. Sie müssen nicht sagen, daß sie
der festen Überzeugung sind, daß diese göttliche Quelle die absolut einzige Wahrheit ist. Wenn Sie
Nihilisten zwischen sich haben, die können Sie nicht dazu überzeugen, daß Ihre Worte, die Sie sprechen, wahr sind.
Aber Sie können Sie dazu überzeugen, mit Ihnen diese Übung zu machen. Ganz frei und unabhängig davon, ob
es existent ist oder nicht. Weil: ein Nihilist zweifelt letztendlich alles an. Er zweifelt letztendlich auch die
feste Materie an. Und dann könnten Sie statt dem Göttlichen auch einen Stuhl hinstellen, und der Nihilist
könnte auch noch diesen Stuhl anzweifeln. Sie können diese Menschen mit ihren eigenen Gedankengängen
dazu überzeugen, daß sie es ja mal versuchen könnten, alle gemeinsam sich diesem einzigen Bild hinzugeben:
einer göttlichen Quelle, einem göttlichen Licht, einer großen Liebe, einer Vorstellung.
JF: Die Vorstellung, die Phantasie sehe ich oft in dem, wie Menschen sie benutzen, eher als ein Hindernis
für die geistige Erkenntnis an, weil die Menschen dann zum Beispiel Phantasiereisen machen oder sich ein
Bild schaffen, ein geistiges Bild, und sich dann auf dieses geistige Bild beziehen und dann eben nicht auf die
Liebe, nicht auf Gott, nicht auf die Erkenntnis dessen, was tatsächlich ist.
HvB: Wir reden im Moment über Menschen, die nicht bereit sind zu beten. Weil sie nicht glauben und weil
sie sozusagen dann auch nicht lieben können. Diesen Menschen können Sie die Bilder nicht fortnehmen. Wenn
Sie diesen Menschen auch noch die Bilder fortnehmen, also die Vorstellung fortnehmen von etwas, was sie
sich sowieso nicht vorstellen können, was gar nicht in ihrem Erfahrungsbereich ist, dann haben diese
Menschen keine Möglichkeit und keinen Zugang. Es ist eine niedere Erkenntnisstufe. Wir reden jetzt hier von
Menschen, die noch nicht in der Lage sind zu erkennen. Sie müssen langsam hingeführt werden. Es geht jetzt nur um
diese Menschen.
JF: Reden wir jetzt von allen Menschen...
HvB: Wir reden jetzt von den Menschen, von denen Sie glauben, daß sie nicht mit Ihnen beten möchten.
JF: Wäre für diese Menschen eine Erfahrung, also meinetwegen die Erfahrung des Strömens, des
inneren Lauschens eine Bezugseben, auf die sie sich beziehen können, ohne sich zu verletzen? Daß man sagt: "Wenn
du dieses Strömen empfindest, nimm dieses Strömen als die göttliche Liebe, die in dir ist, deine eigene
göttliche Liebe."
HvB: Ich sehe die Möglichkeit, daß es gehen kann. Ich sehe dabei aber auch die Möglichkeit, daß Sie
diese Menschen vollkommen verwirren, wenn sie davon die ersten Schritte gehen, werden sie eher
möglicherweise auch große Verwirrung empfinden können. Ich erkenne die Möglichkeit, daß diese Menschen verletzt
werden, eher als positiv. Verletzen kann man nur das Ego. Überall, wo das Ego aber verletzt ist, kann der Geist
durchkommen.
JF: Es ist also einen Versuch wert?
HvB: Es ist einen Versuch wert. Und wenn Sie in der Lage sind, genügend Liebe zu geben und wir von
oben Ihnen mithelfen, ist es auch der Rettung wert, ja. Es ist ein besserer Weg, Verletzungen zu schlagen, die
Menschen Schmerz spüren zu lassen und dadurch lebendig werden zu lassen. Im Einzelfall können Sie
trotzdem entscheiden, wie Sie es für richtig halten. Es wird auch immer wieder Menschen geben, die über das
Strömen, das sie als göttlich empfinden können, als göttliche Liebe empfinden können, sehr viel Gutes erfahren
können. Sie werden es schon spüren, wo der richtige Weg ist für jeden einzelnen.
JF: Ich habe noch eine Frage zum Gebet allgemein. Hatten Sie das gesagt? Das Gebet soll sich nur an
Gott richten? Oder an die Dreifaltigkeit?
HvB: Immer nur an Gott.
Das Herz, die Kraft, der Geist, richtet sich immer nur am Göttlichen aus. Natürlich gibt es immer und
immer und immer unendlich viele Überbringer oder Zwischeninstanzen. Wenn Sie sich bedanken bei denen, die
Sie umgeben und die Sie beschützen, geht es über die, die Sie angeredet haben, natürlich zu Gott. Wenn Sie
zu Christus hin beten, geht es über ihn natürlich zur göttlichen Quelle. Wenn ein katholisch denkender Mensch
zu Maria hin betet, geht es natürlich zu Gott. Verstehen Sie, was ich meine? Aber Sie können sich immer
gewiß sein, daß egal, zu wem hin Sie beten, im Dank, in der Freude oder auch in der Bitte. Er wird es immer
weitertragen zur göttlichen Quelle, zum Schöpfer. Und für Sie selber, die stärksten Gebete, die Sie stärken, die
Ihren Geist stärken, die Sie selber läutern, die Ihnen auch die tiefe Geborgenheit geben können, das sind die
Gebete direkt an die Quelle.
JF: Ich fühle mich sehr wohl in Ihrer Gegenwart.
HvB: Darüber freue ich mich sehr. Ich fühle mich Ihnen beiden aber auch sehr verbunden. Wobei, wenn ich
mir einen Scherz erlauben darf, ich mit Susanne schon über sehr viele, über zehn Jahre verbunden bin, ohne daß
sie es gemerkt hat - zu unser beider Vergnügen, denke ich, kann ich sie schon hinweisen, auf Ihre Gedanken in
der Vergangenheit. Und ich freue mich sehr, daß ich nun in der Lage bin, wahre Worte durch ihren Mund
sprechen zu dürfen.
Susanne: Ja, da freue ich mich auch sehr drüber.
JF: Ich habe leider meinen Plan, mich eingehender mit Ihrem Werk, Ihrer Biographie zu beschäftigen,
nicht umsetzen können, ich bin in der Arbeit geradezu versunken.
Ich habe in einer neu erschienenen Biographie zwei für mich sehr aufregende Stellen gelesen. Eine war
eine Bemerkung, daß Sie in Ihrem Werk die Sexualität des Menschen und die Genitalien als etwas dargestellt
haben, was von Gott ist, und daß Wollust niemals vom Bösen sein kann. Das ist eine kurze Zusammenfassung.
Und das ist für eine Nonne, eine Äbtissin aus dem 11. Jahrhundert eine revolutionäre Erkenntnis.
HvB: Sie müssen mich nicht unbedingt nur im Lichte der damaligen Zeit betrachten. Sie müssen mich
wirklich als einen sozusagen vom göttlichen Schöpfer gesandten Boten betrachten. Wenn Sie mich wirklich
betrachten als Äbtissin oder Nonne der damaligen Zeit, werden Sie mir einfach nicht gerecht. Ab einem bestimmten
Zeitpunkt meines Lebens, nachdem ich wirklich sehr viel Läuterung erfahren habe, habe ich mich dem
Göttlichen so vollkommen hingegeben, daß ich einfach bereit war, vom Göttlichen zu empfangen, was mir gezeigt
worden ist und zu sprechen und aufschreiben zu lassen, was mir gesagt worden ist. Und diese Werke sind
überliefert. Sie sehen dabei nicht, wie ich damals als Mensch war, wie mein Ego ausgesehen hat. Ich persönlich war
viel mit Zweifeln behaftet und auch mit Ängsten und mir selber wurde körperliche Wollust gezeigt. Aber sie
war mir doch sehr fremd, und hätte ich sie ausleben müssen, hätte sie mich wahrscheinlich in Panik gestürzt.
Verstehen Sie was ich meine?
JF: Natürlich.
HvB: Davon abgesehen ist mein Werk wahr. Es ist göttlich wahr und es ist vollkommen göttlich richtig.
Aber ich hätte nicht alles aus meinem Werk auch noch vollkommen in die lebendige Tat umsetzen können.
JF: Ja, das meine ich auch nicht.
HvB: Und aus diesem heraus - wenn wir über mein Werk reden - sollten Sie mich vielleicht doch als
göttlichen Boten oder als Medium oder als Prophetin bezeichnen. Da werden Sie mir eher gerecht.
JF: Ja, aber die Aussage selber ist im 11. Jahrhundert so revolutionär wie im 21. Daran hat sich nichts
geändert. Also auch heute noch wird die Wollust als eine höchst zweifelhafte Kraft dargestellt.
HvB: Ja, weil die Wollust ist der Ausgangspunkt dafür, daß der Mensch sich vollkommen sich selbst
wirklich stellen muß. Solange ein Mensch alleine lebt und seine Wollust nicht anerkennt und nicht auslebt, kann er
sich vor sich selbst verstecken, kann er Teile seines Egos einfach vor sich selbst verstecken und muß sie sich
nicht anschauen. Aber in dem Moment, wo er Wollust erlebt, wo er sich nach einem Partner sehnt, wo er
eigentlich mit diesem Partner auch leben will - da fangen die Schwierigkeiten an, weil er sich vor dem Partner nicht
auf Dauer verstecken kann. Und deswegen wird natürlich die Wollust als Geißel der Menschheit betrachtet,
weil, wahr ausgenutzt hilft sie dem Menschen, sich zu läutern.
JF: Ich habe noch eine Bemerkung in einer Radiosendung gehört - also nicht Sie im Original - auch zum
Thema des Sündenfalls: daß es nicht Eva, also nicht die Frau war, die durch ihre Fehlhandlung den Sündenfall
ausgelöst hat, sondern, daß es der Mann war, der durch die mißbräuchliche Benutzung der Sexualität dazu
geführt hat, Sexualität als Machtinstrument zu benutzen und daß hier sozusagen die materielle Ursache, die
faktische Ursache für den Mißbrauch liegt.
HvB: Das ist überhaupt der gesamte Sündenfall gewesen. Ich habe ihn jetzt anhand von Adam und Eva,
anhand der biblischen Geschichte erklärt, aber die Ursache des Sündenfalls ist gewesen, daß die hier auf Erden
lebenden Menschen oder inkarnierten Geistwesen eine Macht ausüben wollten. die zu reinen himmlischen Zeiten
nur Gottes Macht war: die Macht zu schöpfen, die Macht zu schaffen, die Macht, irgendetwas in etwas
anderes umzuwandeln. Das ist die Macht des Mannes, den Leib der Frau zu verändern und das Kind in ihr wachsen
zu lassen. Es ist auch die Macht des Mannes, genau das nicht zu tun, wenn die Frau es sich wünscht und es ist
auf Erden hier immer wieder das Thema
überhaupt: wer hat Macht über den anderen. Und aus diesem
Machtbestreben, aus dieser Macht heraus, schaffen zu wollen, etwas zu meinem eigenen machen zu wollen,
etwas machen zu wollen, was der andere vielleicht gar nicht schön findet oder etwas zu machen, was
nur ich schön finde, besonders schön, und alle anderen sollen es dann auch sehen. Aus diesem Machtbestreben heraus
ist dieser Planet "Erde" in der Materie geschaffen worden und aus diesem Machtbestreben heraus geschieht
all dieses Traurige, was oft auf der Erde geschieht.
JF: Dann ist das Bild der Sexualität, das hier benutzt wird, also auch wieder nur eine Metapher für einen
allgemeinen geistigen Zustand?
HvB: Es ist natürlich nur eine Metapher für einen allgemeinen geistigen Zustand. Aber es ist das stärkste
und kräftigste Bild, was man sich nehmen kann, weil die Sexualität die stärkste und kräftigste Kraft ist, die in
der Materie, auf der Erde herrscht.
JF: Noch ein Gedanke dazu: bei allen weiblichen Tieren ist es so, daß es eine Zeit der Lust und
der Empfängnisbereitschaft gibt. Bei Pferden, bei Katzen, bei Hunden sind die weiblichen Tiere zu einer
bestimmten Zeit auf Sexualität programmiert und zu anderen Zeiten überhaupt nicht. Gibt es ursprünglich auch
diese Zyklen auch bei den Menschen?
HvB: Ja natürlich gibt es sie.
JF: Und gibt es sie immer noch?
HvB: Und gibt es sie immer noch. Und es gibt auch viele Frauen, die ihre Zyklen genau kennen, die sich
einfach nur der Zivilisation oder der Masse angepaßt haben oder sich ihrem Mann anpassen. Aber diese
Zyklen sind vollkommen existent.
JF: Wenn wir jetzt mal die Sexualität als Metapher für die Machtausübung nehmen, und sagen, wir reden
über die Sexualität mit der Metapher im Hintergrund, kann es dann nicht sein, daß sich die Frau dem Mann
angepaßt hat, seinem Trieb, der wie bei männlichen Tieren, jederzeit wenn die Frau ein entsprechendes Signal
gibt, erwachen kann. Kann hier ein gegenseitiges Mißverständnis vorliegen? Daß die Frau meint, weil der
Mann jederzeit sexuell sein kann, müßte sie jederzeit sexuell sein und der Mann hat mißverstanden: "Wenn die
Frau jederzeit bereit ist, dann kann ich jederzeit die Sexualität auch zum Zwecke meiner Machtausübung benutzen."
Also ein gegenseitiges Mißverständnis - was daraus folgt, darüber kann man viel reden, das geht ja dann hin
bis zur Bildung des Patriarchats aus der Ursituation heraus oder aus dem Matriarchat heraus. Also liegt hier
tatsächlich ein biologisch-geistiges Mißverständnis? Das ja immer noch nicht aufgeklärt ist, es wird ja über
diese Zyklen nicht geredet.
HvB: Es ist nicht immer nur Mißverständnis. Im Grunde genommen haben Sie in der Quintessenz dessen,
was Sie gesagt haben natürlich vollkommen recht. Davon abgesehen kommen natürlich viele viele kleine
Feinheiten auch bei der Frau noch hinzu, die einfach alles verschieben können. Wenn es nicht die Zeit der Frau ist
aber - nehmen wir eine Geschichte - der Mann von einer langen, langen Reise nach Haus gekommen ist und
die beiden haben es sich wohlig und warm gemacht und sie liegen zusammen und erzählen sich was und sie
streicheln sich und sie haben es gemütlich und warm, dann erwacht in der Frau einfach auch der Wunsch nach
mehr, nach wirklich körperlicher Verbindung, obwohl es nicht die Zeit der Zeugung ist. Die Frau wünscht sich
hauptsächlich im Biologisch-ätherischen zwei Sachen: das sind zum einen die Zyklen, in denen sie
zeugungsfähig wäre, wo natürlich auch der Moment besonders stark bei ihr ist, sich mit dem Mann vereinigen zu
können. Dazu hat die Frau aber auch das ganz dringende und starke Bedürfnis, ihrem Mann nahe zu sein und sich
von diesem Mann beschützen zu lassen und ihn immer wieder an sich zu spüren und bei sich zu spüren und
zu wissen: "Und er ist da und er ist mit mir." Und das ist dann kein Mißverständnis.
JF: Ja, aber das geht eventuell um den Preis der Liebe, wenn beim Mann die Liebe nicht da ist, sondern
andere Motive ins Spiel kommen, daß eventuell nicht genug geprüft wird: ist hier Liebe im Spiel oder ist hier
vielleicht doch nur Unterwerfung oder Bedürfnis nach Nähe, nach Sicherheit, nach Zuwendung im Spiel. Das meine
ich mit "Mißverständnis".
HvB: Aber schauen Sie, wenn Sie sich die Menschen angucken: welcher dieser Menschen kann wahr
lieben? Fragen Sie es sich ehrlich: welcher dieser Menschen ist in der Lage, wahr zu lieben. Ich meine nicht die
rasende Verliebtheit von Jungen oder von Alten. Ich meine auch nicht dieses Vorgemachte im Kopf, wie Sie die
Bilder angesprochen haben, sondern ich meine die echte, tiefe Liebe. Wer kann das? Das kann sowieso kaum
einer. Aber aus einer Verbindung zweier Partner - wobei ich jetzt einen männlichen und einen weiblichen meine
und nichts anderes - die sie immer wieder umeinander bemühen, und einmal der eine sich dem anderen hingibt,
dem anderen zuliebe und einmal umgekehrt. Wo man durch die Hölle geht, die selbstgemachte, geistige, und
wo man auch im siebten Himmel schwebt, da kann im Laufe der Jahre die Liebe langsam wach werden, weil
die Menschen spüren, wie gut es ist füreinander und umeinander die Dinge zu tun. Es ist sehr sehr viel
Wahrheit verschüttgegangen. Wenn zwei junge Menschen glauben, sie heiraten sich, weil sie sich lieben, so ist das
meistenteils eine große Illusion. Die Liebe, die wahre, göttliche Liebe zwischen den beiden kann erst im Laufe
der Jahre mit harten inneren Kämpfen wirklich entstehen. Mal gibt der eine dem anderen und mal wieder
umgekehrt. Nur, es muß immer gegenseitig sein. Wenn die Frau den Mann braucht, warum soll der Mann ihr
nicht geben, wenn er es kann. Und umgekehrt auch. Warum soll sich die Frau denn dem Mann nicht hingeben,
wenn der Mann es braucht. Wobei beide ehrlich sein müssen, den anderen nicht zu mißbrauchen, sondern
immer umeinander besorgt sein müssen und sich immer wieder vergewissern: "Ist es dir so recht? Ist es so in
Ordnung?" oder auch nicht.
JF: Es gibt, finde ich, einen grundlegenden Unterschied in der Sexualität zwischen Mann und Frau. Ein
Mann kann aggressiv sexuell sein. Der Mann kann seine Wut, seine Macht, seine Gier über die Sexualität
ausdrücken. Ich habe das Gefühl, die Frauen können das in der Form nicht. Sie können vielleicht Lust daran
empfinden, passiv in dieser Situation zu sein, aber ich habe das Gefühl, die Frauen können Sexualität in dieser sehr
stark aggressiv erregten Situation nicht erleben, wobei das bei Männern oft geradezu die einzige Form von
Sexualität ist.
HvB: Es ist ja auch der Mann. Es ist ja auch der Mann, der das Aggressive gibt. Die Frau gibt doch sehr
viel mehr den hingebenden Teil, den annehmenden Teil, den sich vollkommen öffnenden, lustvollen Teil,
während es dem Mann doch gegeben worden ist, das Aggressive zu geben. Nur beide zusammen können wirklich
zum lustvollen Höhepunkt kommen. Wenn eine Frau versucht, aggressiv zu sein und ein Mann versucht, sich
hinzugeben - es ist nicht das gleiche. Aber ein Mann der wahrhaft aggressiv, liebevoll aber dabei ist,
vollkommen aggressiv liebevoll gebend und eine Frau, die sich vollkommen lustvoll hingebend und aufsaugend ist - das
ist eine gute Vereinigung, für beide! Sie geben sich einander genau das, was dem anderen fehlt. Das ist gut! Das
ist nicht negativ!
JF: Nee, das meinte ich auch nicht. Ich merke auch, daß Sie aus der Sphäre in der Sie sind, sehr an der
positiven Sichtweise liegen. Ich meine die Fähigkeit des Mannes, in der Sexualität destruktiv aggressiv zu sein,
die Fähigkeit zu vergewaltigen.
HvB: Sehen Sie, die gefährliche Kraft liegt auch in den Frauen! Es liegt auch in den Frauen, wenn sie
sich eigentlich nach dem Mann sehnen und sich eigentlich vollkommen hingeben wollen und eigentlich
fürchterliche Angst davor haben wollen. Es liegt auch in der Morbidität der Zeit. Es liegt an allem zusammen, es
liegt nicht allein am Mann. Wo wir uns jetzt nur auf die Sexualität beschränken: natürlich könnte ich jetzt von
der Zivilisation ausgehen, könnte von der großen Morbidität ausgehen, die herrscht, von der wirklich sehr
schlechten Erziehung eurer Kinder, von all dem was ja wirklich die Verbrecher fördert, in sämtlichen Gebieten,
von Morden bis zu Sexualdelikten. Aber es ist nicht allein der Mann. Schauen Sie sich die Mode an, schauen
Sie sich die Koketterie der Mädchen an, die hier auf den Straßen herumlaufen. Schauen Sie sich um in den
Magazinen, was Sie sehen können in diesen Bildschirmen. Das fordert die Männer heraus! Ich bin der Meinung -
auch aus göttlicher Sicht gesehen - daß sich sehr viele männliche Menschen doch noch sehr stark zurückhalten
in dem, was sie tun. Und daß sich viele Sexualverbrechen erklären lassen auch besonders für Sie aus den
Werken Wilhelm Reichs. Die Lösung ist - glaube ich - meiner Meinung nach nur zu finden in einer
vollkommenen Umerziehung der Menschheit. Es muß wieder eine Moral herrschen, und zwar eine Moral, die in jedem
einzelnen Menschen angelegt ist.
JF: Aus dem Gewissen heraus.
HvB: Aus dem Gewissen heraus. Das ist der einzig wahre Weg, solche Dinge abstellen zu können. Und
glauben Sie mir: Frauen, die wirklich stark im Göttlichen sind, denen kann auch nur geschehen, was ihnen für
ihren Lebensweg gut tut. Anerkenntnis.
Ich bin gerne bereit, mit Ihnen noch weiter auf dieses Thema einzugehen.
JF: Ich verstehe schon, was Sie meinen, daß auch in der Frau negative Triebimpulse vorhanden sind, die
auf ihrer Ebene genau den gleichen Stellenwert haben wie die Fähigkeit zum Vergewaltigen beim Mann.
Dennoch bleibt die Tatsache, daß Männer in den Krieg ziehen - Frauen auch in manchen Staaten - aber daß Männer
in Krieg ziehen, Kinder töten, Frauen vergewaltigen und so eine Art von Verhalten in dieser Situation der
emotionellen Pest, so wie Reich es beschreibt, für gerechtfertigt halten. So eine Art von Verhalten. Ich bin
beileibe kein Feminist, aber ich sehe, daß hier ein riesiger Verhaltensunterschied ist in der Welt der Männer und in
der Welt der Frauen, daß es hier einen Bereich gibt, in dem - ganz egal in welcher Zivilisation - Männer
zum negativsten Verhalten, das Menschen gegenüber überhaupt möglich ist, bereit und fähig sind, Männer, die
so aufgewachsen sind wie ich und andere Männer in meiner Umgebung und das ist ein Verhalten, das ich in
der Art von Frauen nicht kenne. Gut, vielleicht gibt es, dadurch, daß Mütter diese Kinder erziehen, diese
Mütter sind die Erzieherinner dieser Männer, die so handeln, insofern sind sie ein Teil davon. Das heißt, die Mütter,
die Frauen sind nicht aus dieser Welt herausgenommen, nur weil die Männer diejenigen sind, die diese
Verbrechen begehen. Tatsache ist: sie tun es. Das ist die Gesellschaftssituation des Patriarchats.
HvB; Natürlich ist es die Situation des Patriarchats, die die Männer zum Morden bringt, aber Frauen haben
die gleichen biologischen Mechanismen in sich und wären in der gleichen Situation der Männer zu den
gleichen Morden fähig, wie es die Männer sind.
JF: Aber nicht zur gleichen aggressiven Sexualität in diesem Maß.
HvB: Nein, in dem Maße nicht, das ist unmöglich.
Frauen haben andere Waffen und Frauen haben eine andere Art und Weise, ihre Waffen gezielt
einzusetzen. Frauen können mit Worten oder auch mit der Art und Weise wie sie sich verhalten morden, reihenweise,
bestialisch. Sie können Seelen abtöten. Sie sind es, die ihre Kinder dazu bringen, so viel in sich abzutöten, daß
sie später auch morden können, wenn sie erwachsen sind. Es sind die Mütter, die nicht in der Lage sind, ihre
Kinder mit Strenge und mit wahrer Liebe zu erziehen. Es sind die Mütter, die die Zweifel in die Welt setzen:
"Das ist doch meine Mutter. Die hat mich doch lieb. Oder hat sie mich doch nicht lieb? Jetzt ist sie weg. Ob sie
wohl wiederkommt? Na ja, ich will keine Angst haben." Und da geht die Klappe zu.
Es sind die Mütter, die soviel schimpfen und es nicht wieder gut machen und sich nicht wieder
entschuldigen, was in den Kindern große Diskrepanzen auslöst, weil die Geschichte doch sagt, daß die Mütter ihre
Kinder lieben. "Aber, wenn meine Mutter eine ist, die immer nur schimpft, dann kann ich ja nur ein böses Kind
sein. Also bin ich schlecht." Daraus folgt für den Erwachsenen: "Ich bin schlecht." Und er verhält sich so.
Ich verurteile hier jetzt nicht, wie die Mütter mit ihren Kindern umgehen im Groben, aber die Mütter
sollten doch immer wieder den Kindern klarmachen - bei allem was sonst ist - daß sie sie lieben, und daß auch
sie Fehler begehen können. Und daß über allen Instanzen nicht die Mutter die Großartige ist oder der Vater
der Großartige ist, sondern die himmlische Instanz. Die die Kinder wahrhaft beschützt und wahrhaft liebt.
Die Eltern sollten beide die Kinder immer wieder zum Gebet anregen. Daß die Kinder von klein auf lernen, daß
von dort die wahre Geborgenheit kommt und die große Kraft. Das ist das einzige, was die Eltern den Kindern
wahrhaft beibringen können und was wahrhaft für die Kinder von nutzen ist, für ihr gesamtes Leben. Sie
anzubinden an die göttliche Kraft. Wenn die Eltern das geschafft haben, dann sind sie wahr Eltern gewesen. Menschen,
so wie sie auf Erden leben - sie werden immer wieder Fehler begehen. Sie können den anderen nicht
gerecht werden, weil sie selber nicht vollkommen rein sind. Die Materie ist die Dualität. Die Materie ist nicht das
reine Licht. Und so können die Eltern auch ihren Kindern nicht das reine Licht sein. Aber der Glaube und das
Wissen um das reine Licht herrschen vor, immer noch. Also müssen die Eltern den Kindern von dem reinen
Licht erzählen, von dem Gott im Himmel. Daß es wirklich die wahre Liebe gibt und zwar so, wie sie ja als
Sehnsucht in den Kindern vorhanden ist. Dann werden die Eltern und die Kinder ihren Frieden haben. Und dann sind
die Gewissen wach.
Jetzt sind wir vom Thema der Macht etwas abgewichen.
JF: Nee, nee, das gehört dazu. Wie sollen wir wissen, wie wir mit der Macht umgehen, wenn wir nicht
wissen, wie wir mit den Kindern positiv umgehen sollen. Also es gehört schon eine positive Projektion dazu:
etwas, was wir noch nicht können und was wir dann umsetzen werden als Alternative.
HvB: Vertrauen Sie einfach immer auf die göttliche Führung. Und wenn Sie nicht wissen, wie es richtig
ist, dann legen Sie sich doch in die göttlichen Hände und sagen: "Ich bin jetzt hier, wirke Du durch mich."
Und dann wirken sie, und es wird durch Sie gewirkt. Sie können nicht immer erkennen, was in dieser Situation
das 100%ig Richtige ist. Der Verstand kann es durch denken, aber das Herz kann es nicht immer
vollkommen erkennen. Aber wir von oben, wir können es sehen. Und in späteren Zeiten wird es den Menschen
wieder offensichtlicher werden.
JF: Sie haben sich offensichtlich relativ viel mit Prophetie beschäftigt in Ihrem Werk.
HvB: Ja, das habe ich.
Jf: Ich habe eine schöne Stelle gefunden, wo Sie beschreiben, daß Dunst über die Erde fallen wird und
dieser Dunst wird die Erde austrocknen und das Pflanzenwachstum und die Feuchtigkeit von der Erde nehmen,
so ungefähr. Das heißt, da steht in einer Biographie über Sie, wie DOR funktioniert, ohne daß irgendjemand,
der daran beteiligt gewesen ist, außer Ihnen, gewußt hat, worum es geht und mir der ich es lese und zufällig
Orgonomie verstehe. Das fand ich eine sehr schöne Stelle. Das heißt, daß über so viele Stationen eine
grundlegende Wahrheit, von der nur Sie und ich etwas wissen - und vielleicht andere, die zufällig etwas von
Orgonomie verstehen und ein Buch von Hildegard von Bingen in die Hand bekommen - das ist sehr schön, wie in
dieser Art und Weise Prophetie funktionieren kann.
HvB: Daran können Sie auch sehen, wie stark das göttlich beschützt ist, daß, obwohl über so viele
Jahrhundert hinweg keiner gewußt hat, was ich dort prophezeit habe, wie es trotzdem bis zu Ihnen hingelangen konnte,
über die vielen, vielen Jahre hinweg, auch über die vielen Übersetzungen hinweg. Das ist Wunder.
JF: Mir ist die Funktion von Zeit im Verhältnis zwischen Diesseits und Jenseits überhaupt nicht klar. Da ist
mit inzwischen vieles eher unklar geworden. Wenn ich jetzt mit ihnen spreche und ich habe mit Ihnen im
vorigen Juli gesprochen und im vorvorigen Januar, das ist für mich ein Zeitablauf. In welcher Form erleben Sie
diese Gespräche? Gibt es da ein Vorher und Nachher?
HvB: Es gibt natürlich das Vorher und Nachher. Es ist auch ein Ablauf in der Sache drin. Nur daß ich
natürlich auch schon im "es wird bald kommen" bin und darüber mit bescheidweiß. Zeit in dem Sinne gibt es für
mich nicht, aber wenn ich hier mit Ihnen rede, komme ich dafür hinunter in die Zeit und in den Raum.
JF: Hier erleben Sie Zeit?
HvB: Ja, ich beuge mich der Zeit. Ich erkenne an, daß Sie die Lampe an haben und daß die Sonne hier
im Moment nicht so besonders hell ins Zimmer scheint. Ich erkenne das einfach an. Das ist in meiner
Sphäre natürlich nicht so.
JF: Weil es ja um Prophetie geht: wie ist das mit der Zukunft? Ist es, wenn Sie unsere Zukunft sehen,
eine mögliche Zukunft, ist es eine tatsächliche Zukunft oder ist es für Sie belanglos?
HvB; Also ich meine jetzt den Teil der Zukunft, der wirklich schon festliegt, in Bezug auf uns und die
weitere Planung der Gespräche zwischen Ihnen und mir, die durch Susanne stattfinden. Ich meine das nur in Bezug
auf das und das steht doch zu einem gewissen Prozentsatz schon sehr fest. Weil Sie sich entschlossen haben mit
mir zu sprechen, weil ich mich entschlossen habe, mit Ihnen zu sprechen, weil es vom Göttlichen abgesegnet
ist und weil auch Susanne gesagt hat, sie will das auch. Und diese Dinge stehen fest bis in eine bestimmte
Zukunft hinein. Das muß auch geplant werden, damit ich mit den richtigen Informationen zu Ihnen kommen kann -
in Worten, die Sie hoffentlich gut verstehen können - und Sie mit den richtigen Fragen kommen können und
auch mit einem so offenen Herzen, daß Sie mich verstehen können und auch Susanne sich so weit entwickelt hat,
daß ich mich so durch sie verständlich machen kann, daß auch andere uns noch verstehen können. Das ist
genau austüftelt und jeder von uns gibt sich - jeden Tag für Sie und ich für mich in jeder Spanne meines Seins -
die größte Mühe, dem gerecht zu werden, auch wenn Sie es vielleicht nicht wissen.
JF: Und wie ist es mit dem Weltlauf, also zum Beispiel diese apokalyptischen Prophezeiungen. Da gibt es
ja von Ihnen, von Nostradamus, von vielen anderen relativ exakte Beschreibungen über Zusammenhänge,
die teilweise in der Zukunft liegen, zum Teil schon geschehen sind. Was ist das für eine Zukunft? Sind das
mögliche Zukünfte?
HvB: Diese Dinge, die dort beschrieben werden, sind Zukünfte, die eintreten werden oder schon
eingetreten sind. Wobei nur anscheinend ein geringer Anteil dessen, was prophezeit worden ist, wirklich erkannt
worden ist in Zeiten, in denen es geschehen ist. Menschen sind verblendeter, als man es sich vorstellen kann. Sie
leben in der Prophezeiung und sie sehen sie nicht.
JF: Wozu ist dann die Prophezeiung gut, wenn sie zu dem Zeitpunkt, wo sie eigentlich eine Umkehr
ermöglichen würde, nicht verstanden wird. Zum Beispiel das, was Sie über DOR geschrieben haben, ist für mich
zwar eine schöne Sache, aber es bringt mir natürlich keine neue Erkenntnis, außer, daß Sie davon wußten.
HvB: Es sollte Ihnen die Erkenntnis bringen, daß Sie mit Ihrem Wissen dringend etwas dagegen tun sollten,
und zwar massiv. Sie sollten sich von ihren Ängsten an dieser Stelle nicht aufhalten lassen, sondern Sie
sollten dringend etwas gegen das DOR tun. Diese Prophezeiung ist für Menschen wie Sie gemacht worden: sofort
zu helfen und sofort zu ändern. Und so sind auch die anderen Prophezeiungen immer doch von einigen
Menschen verstanden worden, die daraufhin ändern und wieder in Ordnung bringen. Diese Prophezeiungen sind für
viele gemacht und nur wenige verstehen sie - in dem ganz tiefen Wunsch, daß diese wenigen, die verstehen,
sofort Abhilfe schaffen, sofort alles, was in ihrem Herzen ist, in Bewegung setzen, um wieder in den göttlichen
Ursprung zurückzubringen, um wieder auszuheilen. Dafür sind die Prophezeiungen gemacht. Ohne diese
helfenden Menschen, die die Prophezeiungen verstehen, wäre die Erde verloren. Mein Gerede nützt überhaupt
gar nicht so viel. Es muß richtig gehandelt werden. Dafür sind die Prophezeiungen gemacht. Würden die
Prophezeiungen von weisen Menschen, von genügend weisen Menschen rechtzeitig verstanden werden, wirklich
verstanden werden, weil sie bereit sind, zuzuhören, müßte einige dieser Prophezeiungen gar nicht mehr
eintreten. Hätten Sie die Sache von DOR gelesen vor, ich sage mal, 20 Jahren oder 30 Jahren und hätten sich dem
vollkommen gewidmet, so wie Sie es heute tun, hätten Sie vielleicht schon sehr viel Abhilfe schaffen können,
mit anderen Menschen zusammen, die Sie wachgerüttelt hätten.
JF: So habe ich das noch nicht gesehen. Das heißt, es liegt in den Prophezeiungen immer noch die
Möglichkeit, daß sie nicht eintreten müssen, oder ist das eine unangemessene Hoffnungsduselei?
HvB: Sie kennen sich. Damit kennen Sie auch viele andere Menschen. Es liegt die Hoffnung drin. Aber
eigentlich liegt der Hauptteil der Prophezeiungen darin, sie, wenn sie eintreten soweit abzumildern, wie es
möglich ist. Und was in den Prophezeiungen auch noch stark mitgegeben ist: das tiefe Wundern der Menschen, wenn
die Prophezeiung eintritt und die Menschen sie verstehen, dieses tiefe Wundern: "Oh, das hätte ich jetzt
nicht gedacht!" Es ist eine der vielen Möglichkeiten, den Verstand der Menschen zum Göttlichen hinzudrehen.
Dafür sind die Prophezeiungen auch gemacht.
JF: Als Wunder, sozusagen.
HvB: Ja.
JF: Gut, ich werde mich doch bemühen, in diesem Punkt meine Haltung zu verändern.
HvB: Ach, Sie werden das auch schaffen. Wenn Sie die ersten Grenzen bei sich übersprungen haben, sehe
ich ungeahnte Möglichkeiten kommen, daß Ihnen auch Hilfe von allen Seiten gegeben wird. Vielleicht müssen
Sie nicht jedes Wölkchen alleine herbeizitieren. Es ist Ihnen alles offen.
Ich glaube, ich habe für den heutigen Abend sehr viele Denkanstöße gegeben und ich würde mich sehr
gerne jetzt von Ihnen verabschieden, es sei denn Sie haben noch eine ganz wichtige Frage. Ich bleibe aber
weiterhin doch in Ihrer Nähe.
JF: Danke.
HvB: Ich bedanke mich für den wunderschönen Abend und für das schöne Gespräch. Ich bedanke mich
auch, daß Sie meine Musik angemacht haben.
JF: Es ist mein Leit-Thema.
HvB: Das weiß ich.
JF: Jeder, der meine Internet-Seite anmacht, hört sich Ihre Musik an.
HvB: Sie tut wohl, heute noch wie damals, den Menschen und immer noch auch mir, wenn ich hier unten
bin. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.
JF: Ihnen auch!
zum nächsten Interview
© Jürgen Fischer
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Quelle: www.orgon.de | Herausgeber:
Fischer-ORGON-Technik
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