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Seite 10
Es handelt sich hier um den zu allergischen, im fortgeschrittenem Stadium zu
autoimmunreaktiven Krankheitsbildern neigenden Organismus. Kennzeichnend für diese Struktur ist
ein Energiestau im Kernbereich, der sich in überschießenden Entladungsreaktionen an Strukturen
der mittleren Schicht und/oder der Peripherie ausdrückt. Als sich aus dieser Konstellation
entwickelnden Erkrankungen sind Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Schuppenflechte, zahlreiche
andere Hauterkrankungen und Asthma bronchiale zu benennen. Das jeweilige Erfolgsorgan für
die resultierende Symptomatik kann durch individualhistorische oder auch toxische
Einflußfaktoren bei Vorliegen der gleichen biopathischen Struktur völlig verschieden sein. Es handelt sich
überwiegend um durch überschießende parasympathische Impulse hervorgerufene Prozesse.
Der grundlegende biopathische Mechanismus ist hierbei eine chronische Sympathikohypertonie,
die dem Betroffenen und dem nicht geschulten Behandler aber nicht auffallend erscheinen muß.
Das in der psychosomatischen Literatur so
benannte ängstliche Getriebensein ist oft von einer
äußerlich gut beherrschten Fassade verdeckt, lediglich die chronisch erweiterten Pupillen können
auf eine Sympathikotonie hinweisen. Die ständige
innere Anspannung führt zu einem Anstau
von Entspannungsimpulsen, der sich im geeignetem Moment überschießend Bahn bricht.
Die Behandlung dieser Reaktionsstruktur erfolgt überwiegend in der Rückenposition, die
Herstellung von koordinierten Ladungs- und Entladungswellen zwischen Kern und der
gesamten Peripherie bildet das Zentrum der Behandlung. Die stehende Position (s. unter
Reaktionsweise 1) kann zur Mobilisierung und Kanalisierung in die obere Extremität
unterstützend eingesetzt werden; es darf nach der Arbeit im Stehen allerdings keine auch nur
zeitlich kurze Ruhepause eingelegt werden, da genau diese Zeitspanne erneut das überschießende
Reagieren mit parasympathischen Impulsen ermöglichen würde. In der Rückenlage wird die
Arbeit mit nach oben gestreckten Armen begonnen; das Becken ist leicht angehoben und die Füße
sind gleichmäßig mit dem Boden verbunden. Nach Einsetzen von Faszikulationen im Bereich
der Ober- und Unterschenkelmuskulatur werden diese durch Druck zwischen die Knie
unterbunden und die Ausbreitung der mobilisierten Kernenergie über die dorsale longitudinale Bahn zu
den Armen angestrebt. Ähnlich wie bei Reaktionsform 1 werden Faszikulationen des
Beckensegments zeitweise unterbunden; unter Verwendung der lumbalen und thorakalen
Druckpunkte wird der Energiefluß zum Brustsegment geleitet.
Die Spannung und Streckung der oberen Extremität wird kontinuierlich am M. pectorales
durch Tasten überprüft; die Arme und Hände wirken in dieser Position wie Ableitungssysteme für
zu starke Ladungsintensitäten im thorakalen Bereich. Es kommt zu ausladenden
kraftvollen Faszikulationen und Schwingungen im Bereich der Arme, welche die gesamte
Schultermuskulatur miteinbeziehen können.
In der stehenden Position kann eine direkte Leitung der Energie über den ventralen
aufsteigenden Kanal durch bewußtes Anhalten dieser Schwingungen durch den Patienten erreicht
werden, während der Behandler den unteren Ansatz des M.sternocleidomastoideus drückt. Oft breitet
sich dann die Energie mit hochfrequenten Vibrationen und Muskelzittern direkt in den Bereich
des Unterkiefers aus. Ist dieses Segment ausreichend mobilisiert, kann durch Beißen auf ein
geeignetes Objekt die Energie über den ventralen Kanal direkt in das Beckensegment
zurückgeführt werden. Die Umkehr des Energieflusses nach caudal führt bei erfolgreicher Intervention
zu heftigen Beckenkonvulsionen, die vom Behandelten als kraftvolle Freisetzung einer
tieferen Energieschicht erfahren werden. Unterbricht man diese Zuckungen nach einiger Zeit, kommt
es zu einem mächtigerem Emporströmen der Energie entlang der dorsalen Bahn als zuvor:
die Faszikulation der Arme entwickelt ein für den Patienten anfänglich schwer zu
tolerierendes Ausmaß. Dieser Prozeß ist von großer Bedeutung, da durch diese Behandlungssequenz
die energetischen Bahnen mehr und mehr an Fülle gewinnen, die Ladungshaltekapazität der
Periphe
rie gesteigert werden kann.
Bei auftretenden Vibrationen im Pektoralis- und Oberarmbereich, die sich als
feinschlägiges Zittern bis in die Hände abbilden können, wird der Patient zu ruhiger und vertiefter
Ausatmung angeleitet. Hat der Organismus über viele Behandlungen, die in gleichmäßiges und
verteiltes Vibrieren des Brustsegments mündeten, eine feine Abstimmung der Spannungs-/
Ladungsvorgänge im Rumpfbereich erreichen können, so kommt es zu einem beeindruckenden Ladung
/Entladungszyklus entlang der dorsalen Bahn: Bei jeder Einatmung kommt es
zu Vibrationserscheinungen im Bereich der Brust, der Arme und Hände; im Verlauf jeder
Ausatmung fließen diese Vibrationen über das Becken in Beine und Füße. Die durch das Auf-
und Absteigen des Zwerchfells entstehenden Druckschwankungen auf die vegetativen
Nervengeflechte und die Kernenergiegebiete des menschlichen Organismus drücken sich anschaulich
in diesem gebahnten Geschehen aus.
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