Der Mann, der mit Wilhelm Reich spricht


 

aus: SKAN READER 5, Oktober 1996

Auf den Namen Jürgen Fischer stößt man früher oder später, wenn man sich mit Wilhelm Reich beschäftigt. Fischer gilt seit Jahren als Experte für den Bau von Orgon-Akkumulatoren. Ein paar hundert Kisten hat er gebaut, und sein vor über zehn Jahren unter dem Pseudonym Jürgen F. Freihold erschienenes Buch "Der Orgonakkumulator nach Wilhelm Reich" wurde wegen der dort veröffentlichten Bauanleitung ein Renner in der Szene. Nebenher machte sich Fischer einen Namen als Übesetzer von Myron Sharafs Reich-Biographie Fury on Earth und schockierte kürzlich die orgonomische Gemeinde mit einem unerwarteten Paukenschlag: er veröffentlichte die umfangreiche Niederschrift seiner medial vermittelten Gespräche mit Wilhelm Reich, von welchem er bei dieser Gelegenheit zum Bau eines neuartigen "Engel-Orgon-Akkumulators" instruiert wurde. Über all dies, sowie über Fischers bewegtes Leben, unterhielten sich mit ihm Axel Konrad und Matthias Piper, Körpertherapeuten und Akku-Bauer aus Hamburg.

 

AXEL Jürgen, seit wann baust du Akkus?

 

JÜRGEN Seit 1977.

 

AXEL Wie hat das angefangen?

 

JÜRGEN Reich habe ich kennengelernt als ich Bücher in Berlin vertrieben habe. Ich hatte einen Freund kennengerlernt, der Therapie machte. Er wollte sich einen Akku bauen. Es hat mich fasziniert, was es damit für Möglichkeiten gibt. In Berlin haben wir - bei Bernd Senf - versucht herauszukriegen, wie man Akkus baut.Die waren aber falsch gebaut. Mein Freund wußte nicht, wie das funktionieren sollte, nachdem er verschiedene Geräte gebaut hatte. Dr. Hoppe, ein Arzt, der bei Reich gelernt hatte, hat dann meinem Freund, erzählt, wie sie richtig gebaut werden.

 

Dann haben wir dieses Buch von Reich entdeckt Der Orgonakkumulator" - eine 50seitige Broschüre, die aber nie in Deutsch erschienen ist. Die habe ich übersetzt, habe aber die Rechte nicht bekommen. Daraufhin habe ich das Buch einfach nochmal geschrieben.

 

AXEL Da muß also was gewesen sein, wofür du losgegangen bist. Irgendetwas ist ja in dir entflammt.

 

JÜRGEN 76-79, das war eine sehr bewegte Zeit. Ich war in Berlin in dieser anarchistischen Szene - immer in kollektiver Arbeit. Ich war nie in politischen Situationen drin, sondern ich war immer im Buchhandel, in Vertrieben, Verlagen. Das war so meine Szene. An einem bestimmten Punkt ist dann alles zusammengebrochen. Das Kollektiv ist geplatzt, meine Freundin ist in eine FrauenWG gezogen, in der ich mich anmelden mußte. Meine Wohnung ist mir gekündigt worden. Und das alles innerhalb von zehn Tagen.

 

Der John, mit dem ich damals diese Akku-Sache angefangen hatte, der ist nach München in eine Therapiekommune, die AAO, gegangen. Und ich habe mir gesagt, ich fahr jetzt erstmal nach Spanien, einen Freund besuchen und auf dem Weg machte ich dann in München Station, in dieser Kommune. Da bin ich dann ein halbes Jahr gewesen und habe wilde Erfahrungen gemacht. Kennt ihr die AAO?

 

In München hat mein Freund gleichzeitig Therapie bei Dr. Hoppe, einem Therapeut, der Reich noch kannte, gemacht, und wir haben in der AAO-Kommune gewohnt, und die Sache war sehr aufregend. Da sind die ersten Therapieversuche abgelaufen, und die waren furchterregend. Ich bin damals an Leute geraten, die absolut keine Kenntnisse hatten, weder praktische noch theoretische. Die hatten nur Reich gelesen. Und dann los auf die Menschheit.

 

Und die AAO war insofern ein Spiegelbild der Szene. All diese Idealismen, die in der linken Szene gelaufen sind, freie Sexualität, kein Eigentum an Produktionsmitteln - das sind alles so Sachen gewesen, die haben wir versucht umzusetzen, nicht mehr nur auf der Kopfebene, sondern eben praktisch umzusetzen.

 

Und das ist so rigide geworden! Es ging nachher darum, daß es keine Beziehungen mehr geben durfte. Es mußte Ficklisten geben! Das heißt, man durfte nicht zwei Nächte mit einer Person zusammen schlafen. Es gab eine Hierarchie, die war von oben nach unten numeriert. Ich war mal in einer Gruppe auf die Nummer 1 der Männerliste gekommenen, die hing immer aus. Dann bin ich ausgerückt, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe.

 

AXEL Was heißt Nummer Eins der Männerliste"?

 

JÜRGEN In der AAO gab es eine richtige Hierarchie.

 

Die Hierarchie wurde immer auf Selbstdarstellungsabenden festgestellt. Abends saßen wir alle aus der Kommune zusammen und haben uns gegenseitig unsere psychische, emotionelle Situationen dargestellt. In theaterähnlichen Darstellungen. Und da wurden auch sogenannte Konkurrenzen ausgeführt: Es wurde festgestellt, wer oben steht, wer unten steht. Die Hierarchien waren allumfassend. Jemand der oben stand, durfte alles bestimmen und mit allen anderen alles machen. Es gab keinerlei Grenzen. Das war dann gleichzeitig der Chef, das war dann Gott, das war alles. Das war eine absolut harte Geschichte. Und: Für alle waren diese Hierarchien schon sehr, sehr wichtig. Das war eine einschneidende Erfahrung, wie stark ich doch unter emotioneller Begrenzung leide und wie wenig mir bewußte Möglichkeiten ich hatte, damit umzugehen; also wieviel unbewußte Dinge am laufen waren, die man im Normalbewußtsein gar nicht wahrnimmt, die im Spiegelbild der Gesellschaft die Charakterstrukturen hervorbringen, die normal sind, die in einer solchen Extremsituation einfach sichtbar werden. Ich trauere der Zeit nicht nach, aber ich finde es auch okay, daß ich das gemacht habe.

 

Nach dieser Zeit haben wir dann in Berlin nochmal eine Kommune gemacht und haben angefangen, diese Sachen für uns zu verarbeiten. Ich habe zusammen mit den Leuten, die das auch erfahren haben, ein Buch geschrieben. Das einzige - würde ich sagen - sachliche Buch über diese Geschichte. Wir haben diese Ebene der AAO, also eben das Thema emotionelle Pest" das eigentlich im Vordergrund stand, auf sexualökonomischer Ebene nachvollziehbar machen wollen.

 

Und erst danach habe ich Reich richtig gelesen, nach dieser Erfahrung. Seitdem interessiert mich an Reich eigentlich auch am meisten die Sexualökonomie. Das ist für mich der weitreichendste Aspekt. Und dann haben wir angefangen, Akkumulatoren zu bauen.

 

Hoppe, der Artz, der das in München gemacht hat, ist dann gestorben. Er war dagegen, daß die Geschichte - Orgonakkumulatoren und Medizin - publik wird. Er hatte Angst: Er war Jude und er war einer - eigentlich der einzige weltweit - der das angewendet hat. Und er wollte nicht, daß es in Deutschland zu einer Situation kommt, wie Reich sie in Amerika erlebt hatte.

 

Als Hoppe starb, war es so, daß wir die einzigen in Deutschland waren, die mit Akkumulatoren praktisch umgingen. Und wie gesagt, ich habe dieses Buch übersetzt und nochmal geschrieben, habe Bauanleitungen zugefügt und alles fotokopiert. Das war aber soviel Arbeit, daß ich es technisch nicht mehr bewältigen konnte, und deshalb mußte ich es als Buch herausgeben. Das bekam eine eigene Dynamik. Ich habe mir einen Akku gebaut und gleichzeitig diese Sachen veröffentlicht.

 

AXEL Das war ja Pionierarbeit hier in Deutschland!

 

JÜRGEN Es hat mich einfach fasziniert, wie Reich die Natur und das Leben beschrieb. Ich habe studiert in Westberlin, habe ein rnarxistisches Studium machen müssen, und das war alles so kopflastig, daß ich nichts verstanden habe. Ich habe zwar die Worte und den Sinnzusammenhang verstanden, aber ich habe nicht verstanden, wie Marxismus oder Materialismus die Welt erklären sollten. Es gab immer mehr Fragezeichen, es praktisch umzusetzen.

 

Reich war der erste und einzige, der mir Wissenschaft und praktisches Erleben mit einer Theorie in Verbindung setzen konnte, daß ich nicht ein praktisches Wesen sein muß, was einfach lebt und ein wissenschaftlicher Mensch, der an gewisse wissenschaftliche Zusammenhänge glaubt. Später kamen dann noch spirituelle Ebenen dazu, was die Sache noch schwieriger machte. Ja _ so in verschiedene Personen aufgespalten sein. Reich hat mir zumindest die Ebene Wissenschaft und Leben" mit meinem praktischen Leben in Verbindung setzen können.

 

AXEL Und was ist im Akku passiert?

 

JÜRGEN im Akku? - Also in der Beziehung zum John, da haben wir diese Thematik immer wiederaufgerollt. Ich habe sieben Jahre damit gelebt, die Welt nur unter orgonomischen Gesichtspunkten zu betrachten. Und ich habe Fragestellungen, die sich für uns ergaben, immer wieder unter dem Aspekt betrachtet, was das bezogen auf die Sexualökoomie bedeute. Das waren wochenlange Gespräche, die immer tiefer wurden. Natürlich haben sich immer mehr Fragen aufgeworfen, aber die Erkenntnisse sind für mich immer klarer geworden.

 

Und der Akku war immer die praktische Ebene, sich damit zu beschäftigen. Das war immer sehr segensreich für meine Erahrungen. Ich habe mich darin immer sehr wohlgefühlt. Ich war nicht krank, ich habe ihn nicht gebraucht. Das ist nichts, wonach ich mich gesehnt hätte. Es ist einfach eine schöne Erfahrung gewesen, die mich in gewisser Weise glücklich gemacht hat. Aber ich würde nicht sagen, daß ich groß gelitten hätte, wenn ich keinen gehabt hätte. Aber es war einfach eine faszinierende Ebene, zu erfahren, was man damit alles machen kann und wie sich das auf das Leben auswirkt.

 

Ich habe irrsinnig viele Fehler im Akku gemacht. Ich habe meine Lautsprecherbox reingestellt und habe gesehen, was damit passiert...

 

AXEL... hast Lampen am Anfang reingebaut.

 

Machst du das immer noch?

 

JÜRGEN Nee. Ich gebe den Leuten Batterielampen, wenn sie gern möchten. Ich habe eine Zeit lang Fotosatz gern über der U-Bahn gewohnt, neben einem Umspannwerk. Das ist dann so heftig geworden, daß ich Herzrhythmusstörungen bekommen habe. Ich hatte keine Ahnung von DOR und Oranur. Ich weiß heute, wieviel Oranur- und DOR-Effekte ich selbst ausgelöst habe oder irf wievielen entsprechenden Umständen ich gewohnt oder gelebt habe, in denen Oranur und DOR die eigentlich bestimmenden Kräfte gewesen waren. Heute würde ich im Rückblick sagen, ich war DOR und Oranursüchtig .

 

Also Oranur-süchtig sein heißt ja, daß man in der Phase der aggressiven Erregung der Energie wahnsinnig aktiv werden kann. Das heißt ja, man wird sowas von aufgepulvert, man geht raus und man meint, man könne die Welt aus den Angeln nehmen. Du gehst in die Disco, mit schwarzem Licht - diese Neonstrahler, es vibriert alles. Du brichst zwar nachher zusammen, aber in der Situation ist es wie eine Sucht. Da war ich lange Zeit, wenn du willst, elektrosmogsüchtig.

 

Ich habe Fotosatz gemacht, das ist eine extrem stressige Terminarbeit. Man arbeitet teilweise unter sehr ungünstigen Umständen, d.h. zehn, zwanzig Stunden hintereinander weg an einem Text, mit viel Kaffee und Termindruck im Hintergrund. Kein Geld. Das ist schon ein extremer Druck. Unter diesen Umständen ist Oranur wirklich die einzige Möglichkeit für mich gewesen, so eine Situation auszuhalten. Das habe ich nach vier Jahren geschmissen und habe das einfach nicht weitergemacht, als ich die Möglichkeit hatte, den Betrieb abzustoßen.

 

AXEL Was meinst du mit Oranur?

 

JÜRGEN... die Erregungsphase, wenn atmosphärische Energie erregt wird durch elektrische Felder ...

 

AXEL... also nicht nur durch Radioaktivität, sondern durch elektrische Felder

 

JÜRGEN... durch eine starke energetische Einflußnahme. Das können Leuchtstoffröhren sein, das kann ein Bildschirm sein, das kann auch Kaffee sein.

 

MATTHIAS Kaffee? Ich hätte gerne einen...

 

JÜRGEN Es ist für mich eine lange Zeit Lebensinhalt gewesen, nicht wahr. Und es wurde dann auch ein Job, Akkus zu bauen. Ich habe mich eigentlich dann in der Orgonomie nicht weiterentwickelt, keine eigenen Positionen entwickelt.

 

Also die anderen Leute, mit denen ich so zu tun hatte, die Ärzte, die anderen, die Orgonomie betrieben haben, die sind Therapeuten geworden. Volker Knapp z.B., der war auch Fotosetzer in der gleichen Zeit wie ich, und der ist dann Therapeut geworden und hatte in Berlin eine der bestgehenden körperorientierten Praxen. Senf war schon immer Wirtschaftswissenschaftler, der hat seine Sachen so durchgezogen, stark auf seiner eigenen Schiene gelebt. Die Leute um Heiko Lassek waren damals, als ich angefangen habe, Studenten. Sie haben die ersten Bion-Experimente gemacht, haben Labore eingerichtet. Da haben sich eben viele Leute gleichzeitig auf den Weg gemacht.

 

Das war eine bestimmte Gruppe. Leute, die sich mögen oder auch bekämpfen oder ihre Schwierigkeiten haben - jedenfalls eine Gruppe von zehn Leuten, die damals anfing, intensiv nach Reich zu arbeiten. Ich bin weder Therapeut noch Arzt geworden... und dann einfach.... ich bin einfach Lebenskünstler geblieben.

 

MATTHIAS ... und warst Bastler...

 

JÜRGEN Ja! Ich habe mich, was Orgonomie anbelangt, immer als Techniker begriffen - ab einer gewissen Zeit als Journalist, als Publizist. Für mich war das eigentlich immer so. - Es war wichig, daß die Vermittlung der Sachen sachgerecht passiert. Also die unsachlichen Dinge in der Presse über Orgonomie, daß die Leute, die über Orgonomie schreiben und keine Kenntnisse haben, daß sie zum großen Teil Überhaupt keine Fähigkeiten haben, über das Lebendige zu schreiben.

 

Nachdem ich mich von der Gruppe getrennt hatte, bin ich intensiv zusammen mit John einen spirituellen Weg gegangen, im tibetischen Buddhismus. Da sind wir richtig eingestiegen...

 

AXEL... wie? In Deutschland? Oder seid ihr nach Tibet gereist?

 

JÜRGEN ich bin fünfmal nach Nepal gefahren, immer so zwei, drei Monate. Ab den vierten Monat wird das Visum teuer in Nepal, pro Monat tausend Mark. Wir haben Lamas gehabt, Lehrer, und haben uns dort in der Szene rumgetrieben.

 

Also zwei Bereiche: einmal die Orgonomie und dann der Buddhismus. Wir haben sehr viele geistige Verrenkungen angestellt, um die beiden Sachen unter einen Hut zu bringen. Von meinem heutigen Standpunkt aus gesehen, war das schon eine sehr schizophrene Sache, weil wir uns aufgespalten haben in einen spirituellen Menschen, privat, der für sich betet, meditiert, der geistigen Praxis nachgeht und einen wissenschaftlich-öffentlichen Menschen, der Orgonomie betreibt, der Texte herausgibt, Bücher herausgibt, der Geräte verkauft. Und die beiden Sachen sind nie zusammengekommen, nur in der Person. Das ist eigentlich schon `n Ding für Leute, die nach Reich arbeiten. Ich finde das schon ganz schön schwierig, denn eigentlich geht es ja dabei auch darum, das Lebendige insgesamt zu begreifen und es nicht in schizophrener Art in Einzelteile aufzuspalten. Und ich finde ich das sehr konsequent, wenn Leute sagen, das sie mit Spiritualität gar nichts am Hut haben. Lowen z.B., Reich und Myron Sharaf - das sind Leute, die extrem anti-spirituell, anti-religiös eingestellt waren oder sind.

 

Ich habe Sharaf mal gefragt, auf der ersten Veranstaltung, auf der ich ihn traf, wie das denn mit Reichs Einstellung zur Religiosität und Spiritualität gewesen sei - es war ja zum Schluß so, daß er aus dem Gefängnis heraus die Betenden Hände" von Dürer geschickt hat und draufschrieb, daß der einzige Ausweg eigentlich schon das Beten ist. Ich weiß die Textstelle nicht mehr genau, jedenfalls in der Richtung. Und man hat nicht verstanden, warum Reich sich an Gott wendet. Und Sharaf ist wütend geworden! Der ist richtig sauer geworden! Der hat versucht, mich reinzulegen. Hat mir ne blöde Antwort gegeben. Das darf man mit mir nicht machen. Ich habe dann ein blödes Gesicht gemacht, war enttäuscht, habe mich wieder hingesetzt. Und dann hat er mich nach fünf Minuten gefragt, ob ich denn unzufrieden wäre. Und ich habe gesagt, ja natürlich, das war eine sehr unbefriedigende Antwort. Dann hat er mich hochgeholt und hat gesagt, ich solle Nein!" schreien, ich sollte das sozusagen therapeutisch bearbeiten. Ich habe mich wieder hingesetzt, und er fragte mich, ob es mir jetzt besser ginge...

 

MATTHIAS Hast dues denn gemacht - nein" geschrieen?

 

JÜRGEN Jaja, ich habe es gemacht. Aber ich habe gesagt, schlecht ging's mir vorher auch nicht. Ich war einfach unzufrieden. Und wenn ich unzufrieden bin, dann bin ich unzufrieden. Dann geht's mir nicht schlecht, sondern ich bin einfach unzufrieden. Diese Art von Therapie mag ich überhaupt nicht. Sachliche Probleme umzudrehen und zu meinen, es wäre ein emotionelles Problem von mir. Ich habe genug emotionelle Probleme, aber das ist nun keines!

 

Und Lowen z.B. ist auch extrem anti-spirituell eingestellt. Er hat sich von Pierrrakus damals getrennt, weil der angefangen hat, mit Medien zu arbeiten.

 

MATTHIAS Was heißt für dich eigentlich spirituell?

 

JÜRGEN Ich weiß, daß wenn mein Leben vorbei ist, meine Existenz nicht zu Ende ist. Und ich weiß, daß es Werte gibt, die über die materiellen Werte hinausgehen. Und wenn's mir schlecht geht, kann ich nicht beten. Also ich habe einen bestimmten Draht zu Gott, zum Höheren, zu spirituellen Welten. Wenn ich da bin, und es mir gut geht, wenn ich emotionell ausgeglichen bin, dann habe ich dazu ein besseres Verhältnis, als wenn's mir schlecht geht. Es hat also offensichtlich etwas mit meiner emotionellen Blockierung zu tun.

 

Ich hatte dadurch, daß ich mit dem Buddhismus zu tun hatte, ziemlich intensiv daran gearbeitet, spirituelle Erfahrungen zu machen. Ich habe mich richtig entschlossen, ich mach' das jetzt. Das hat mich fasziniert, so wie Reich mich faszinierte. Die Lamas haben mich fasziniert, die Wahrheit, die Offenheit, die geistige Weite. Das sind alles Sachen gewesen, die mich zutiefst beeindruckt haben. Das waren die einzigen Menschen, die mich beeindruckt haben, seitdem ich Reich gelesen hatte. Und ein paar Menschen, die ich in Amerika kennengelernt habe, die mit Reich noch zusammengearbeitet haben, die haben mich auch tief beeindruckt, in ihrer Offenheit, in ihrer Kontaktfähigkeit.

 

Und das habe ich dann zehn Jahre sehr intensiv gemacht und war dann sehr unzufrieden damit, weil ich die spirituellen Erahrungen, die ich machen wollte, nie gemacht habe. Ich habe sehr intensiv versucht, zu meditieren, aber ich habe es nie geschafft.

 

AXEL Heißt das, daß du eine Idee gehabt hast, was das sein sollte?

 

JÜRGEN Ja, es sollte'Spaß machen, es sollte irgendwie erfüllend sein. Ich wollte im Geist Reisen machen, vielleicht hätte ich was anderes machen sollen, vielleicht hätte ich mich hypnotisieren lassen sollen ...

 

AXEL ...oder Schiffe bauen, Dachstühle bauen ...

 

JÜRGEN ... das ist... Ja.... ich habe ja gebaut, Akkus, nicht wahr. Also die Erfahrung, mit der Hand in der Welt was zu verändern, die habe ich ja nun gemacht. Und die war ja auch erfüllend. Aber in meiner.... wenn du so willst, die zweite Reise, die nach innen, die Entdeckungsfahrt nach innen... Da sind schon ganze Welten zu entdecken.

 

Also ich habe Transzendentale Meditation gemacht - das hat funktioniert. Ich habe genau das erlebt, was die TM-Leute mir erzählten. Das habe ich dann erlebt, und dann war's das auch. Bei TM. Man meditiert ein Mantra, oder eine Schwingung, und die Schwingung packt man zwischen die Wahrnehmung und die eigene Identität. Man existiert dann in einer Art weißem Vakuum und erlebt nichts. Das dauert dann so zwanzig Minuten, in denen man nichts Böses macht. Das ist zwar sehr entspannend, aber es passiert auch nichts. Das ist langweilig. Bei den Buddhisten habe ich dann Millionen von Mantras gesagt, solche Riten mitgemacht, mir Einweihungen geben lassen. Doch das einzige, was vom Buddhismus geblieben ist, sind die Lamas, die eben diese Fähigkeiten haben sollten. Und mit der Zeit habe ich die Leute sehr dicht kennengelernt, bin denen zu nahe gekommen, und habe Konflikte mit denen bekommen.

 

Matthias Worin bestanden die Konflikte?

 

JÜRGEN Daß die Kinder da geschlagen werden. Und zwar hat unser Sohn mit dem Sohn einer Nonne gespielt. Sexuelle Spiele. Und der durfte das nicht. Der ist dann richtig gezüchtigt worden, von den Lamas und von einer Nonne. Das war für uns eine sehr schwierige Situation, denn wir haben in dem Haus gewohnt und wir haben den Kindern das erlaubt, was von der Doktrin verboten war. Sie wollten verhindern, daß... - unser Sohn war sechs und ihr Sohn war sieben. Sie wollten verhindern, daß die schwul werden. Ich habe mich in Berlin in der Schwulenszene rumgetrieben, und ich wußte, daß man nicht schwul wird durch Kinderspiele. Da waren die Oberhaupt nicht ansprechbar für die Problematik, sondern sie haben gemeint, man sollte Kinder schlagen. Und zwar nicht aus einer emotionellen Erregung heraus, sondern ganz bewußt züchtigen. Und ich stellte fest, daß Schlagen von Kindern in tibetischen Scchulen praktiziert wird, um sie zu Mönchen zu erziehen. Mönche kommen zwischen vier und sieben Jahren ins Kloster und legen Gelübde ab, z.T. sexuelle Gelübde. Sie müssen da den lieben langen Tag arbeiten und lernen. Sie haben keine Kindheit, keine richtige emotionelle Beziehung zu den Eltern und anderen Kindern, und um das zu machen, müssen sie gezüchtigt werden. Das macht kein Kind freiwillig.

 

Ich habe dann auch Filme gesehen, in denen Kinder mit Lederpeitschen rumgelaufen sind, ein Film von Reinhold Messner über Bhutan. Da wird gezeigt, wie die Kinder mit einer neunschwänzigen Katze herumlaufen, Lederpeitschen, die hinten noch kleine Metallstücke haben. Das sind richtige Folterwerkzeuge. Und ich habe damals nachgefragt, also nicht irgendwelche Lamas, sondern das ist bis zum Dalai Lama gegangen, warum sie eigentlich einerseits predigen, daß der Friede in der Familie anfangen soll und sie andererseits Kinder richtig züchtigen. Und über diesen Konfliktsind wir ausgestiegen.

 

AXEL Was haben die denn geantwortet?

 

JÜRGEN Sie haben geantwortet, daß sie Kinder mit Mitgefühl schlagen. D.h. sie nehmen eine mitfühlende Haltung ein, und dann haben sie heftig draufgehauen. Und das mag vielleicht bei manchen hochentwickelten, geistig hochentwickelten Leuten noch funktionieren. Nur das wird weiter unten in der Hierarchie weitergegeben, und da, wo wir gelebt haben, ist angekommen, man muß Kindern solange schlagen, bis sie sich nicht mehr wagen, sich sexuell zu betätigen. Das haben die auch wirklich getan, das ist keine Theorie mehr, sondern ein ganz manifestes Konflikt, wo wir uns mit unseren Kindern entscheiden mußten, wie gehen wir in dieser Situation damit um. Und über diese Konfrontation mit den Lamas haben sich eben viele Konflikte auf dieser Ebene, auf einer ganz normalen sexualökonomischen Ebene, ergeben. Wie geht man mit dem Leben um? Sie schulen eben nicht nur spirituelle Techniken, sondern sie versuchen auch, eine Kultur, eine monastische Kultur hierher zu transportieren. Das ist eine mittelalterliche Kultur, der wir, was Sexualökonomie angeht, extrem überlegen sind. Demokratie ist für diese Ebene ein Abstimmungsverhalten, das man anstrebt, wenn die Dinge besser funktionieren. Wenn es nicht funktioniert, dann wird die alte Hierarchie wieder ausgepackt.

 

AXEL Ich möchte noch einmal auf deine Broschüre zu sprechen kommen, auf das Interview mit Reich. Ich fand das schön daß du sagtest, ich glaube, ich wäre ihm zu Lebzeiten auch nicht so gern begegnet und was er dann geantwortet hat, seine Selbsteinschätzung, wie er zwischen den Menschen war, und selbst auch nicht weiter konnte.

 

JÜRGEN Er ist ein Vakuum, so richtig ein soziales Vakuum. Ich kann es verstehen, was er als Mensch gemacht hat. Ich glaube auch, daß er gar keine andere Möglichkeit gehabt hat. Ich habe das mit John sehr stark erlebt. Ich habe mit ihm genau den Konflikt gehabt. Er ist immer stärker geworden, emotionell und durch seine Lama-Arbeit auch geistig, und er war sehr überzeugt davon, daß das richtig ist, was er tut. Ich bin immer mehr in Entscheidungszwänge gekommen über die Beziehung.

 

Und als ich mich dann widersetzt habe, hat es auch einen Riesenrumms gegeben. Wir haben uns nie wieder gesehen. Das heißt dann auch, nein zu sagen, wie in der Situation mit Sharaf, nein zu sagen heißt auch, seine ganze Existenz zu zerstören. Das sind herbe Geschichten. Das dürfen Menschen eigentlich nicht miteinander machen.

 

Andererseits, wenn man solche Fähigkeiten wie Reich hat, ist es auch Scheiße, es nur deshalb nicht weiterzutreiben, weil andere nicht folgen können.

 

AXEL Unser Training war durchzogen von dem ominösen Begriff des Strömens. Ich war immer auf der Suche danach, bis ich endlich in den Chor eintrat und verkündete, daß ich es nun wüßte. Sicher war ich mir allerdings nie. Erst in den letzten anderthalb Jahren bin ich unmißverständlich in dieses Phänomen eingetaucht. Die Tür, durch die ich schreiten mußte, war der Absturz in die absolute Schutzlosigkeit und Blöße, dann da bleiben, lauschen, und ganz sublim empfand ich eine Bewegung, eine Welle von unermeßlicher Sanftheit und Zartheit.sich hinein. Das war für den Moment wie Nichtszwischen-mir-und-der-Weit.

 

JÜRGEN kennst du das Buch "Orgon und DOR"??

 

AXEL das kenne ich nicht.

 

JÜRGEN Ich beschreibe darin das Strömen als direkte Empfindung der Lebensfunktion.

 

MATTHIAS Ist das aus diesem Buch, das du geschrieben hast?

 

JÜRGEN Das hatte ich mal in einer Broschüre veröffentlicht und auch da reingenommen. Das ist eigentlich das gleiche. Aber das ist die Einführung. Da schreibe ich über das Strömen genau was Axel eben gesagt hat.

 

Das ist genau das Problem, daß die Leute andauernd davon reden, daß das eine zentrale Funktion ist, aber eigentlich kann das keiner vermitteln.

 

MATTHIAS Vermitteln ja sowieso nicht. Du kannst das ja nur erleben. Wenn du es nicht fühlst, dann weißt du nicht, was es ist. Es kann dir jemand beschreiben, aber es ist ja etwas, was man nur verstehen kann, wenn man es fühlt. Sonst entzieht es sich.

 

JÜRGEN Es wäre schon sehr schön, wenn man es vermitteln könnte. Auch therapeutisch. Vielleicht muß man das gar nicht therapeutisch vermitteln. Denn Reich hat mir in dem Gespräch ein paar Sachen erklärt, die ich sehr gut nachvollziehen konnte. Durch das Nachvollziehen wird es wieder einfacher, das Strömen zu spüren. Also es gibt eine geistige Ebene, auf der man arbeiten kann. Richtig nur Gedanken. Wo man sagen kann, okay, wenn das so geht, dann mache ich das so. Das funktioniert tatsächlich: eigentlich nur an das Strömen zu denken. Reich hat mir in einem Gespräch erklärt, daß Strömen ständig stattfindet. Es ist nur die Frage, ob man es schafft, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken.

 

MATTHIAS Das ist eine Erfahrung, die ich auch habe. Ich brauche nur daran zu denken, daß das existiert und schon fühle ich es. Esist nichts besonderes in der Situation, aber plötzlich kommt es wie so ein Rausch durch den Körper.

 

AXEL Für mich persönlich war die einschneidenste Maßnahme, den Ausdruck einzustellen. Ich wurde immer stiller und empfand meine Art des Ausdrucks eher als störend und unwahr und begriff mich zunehmend als intolerant meinen eigenen Empfindungen gegenüber. Mein guter Ratgeber in dieser Zeit sagte: Immer nachgeben. Und immer, wenn ich wieder etwas wollte, kam von oben Gib nach! Sink rein - bis in die Haarspitzen, bis in die Hüften, durch die Knie, in die Füße". Und irgendwann war ich dann überrascht, wie sublim das war. Gehört hatte ich von gewaltigen, explosionsartigen Bewegungen. Und tatsächlich war es dann derart fein und leise! Wenn ich da drin bin, ist es ein derartiges . Glückserleben und Glücksempfinden, ein Zustand größter Freiheit.

 

JÜRGEN Das ist eine Grundfunktion der göttlichen Liebe, was du eben beschreibst. Also um lieben zu können, muß man sich selbst lieben. Die Eigenliebe steht also immer vorne an. Solange man irgendwas in sich ablehnt, kann man sich nicht lieben und die logische Folge ist auch, daß man andere nicht lieben kann.

 

Also das wirkliche Annehmen seiner selbst ist die Grundlage überhaupt, um lieben zu können ...

 

MATTHIAS ... und es ist auf einer energetischen Ebene, das ist zumindest meine Erfahrung mittlerweile, dasselbe wie mit dem Feld zu expandieren - also sich auszudehnen über die Körpergrenze hinaus, in sich hineinzufallen, sämtliche Verkrampfungen loszuwerden. Das versetzt den Körper erst in die Lage, daß die Energie sich frei im Körper bewegen kann. Dann geht sie über das Feld, über die eigene Grenze hinaus. Alles zusammen ist Sich-Fallen-Lassen, Sich-Hingeben der inneren Pulsation des Körpers. Dieser Zustand ist für mich identisch damit, in Liebe zu sein.

 

JÜRGEN Für mich hat der Engelakkumulator etwas mit dieser Ebene, der Liebe und dem Strömen zu tun. Ich habe das zwar alles im Orgonakkumulator erlebt, aber im Engelakkumulator bekommt es eben genau diese geistige Ebene, die ich beim Meditieren und beim Orgonakkumulator vermißt habe. Der Orgonakkumulator ist ja wirklich eine ziemlich körperliche Geschichte: die Energie wird im Körper angeregt und dann passieren einfach organismische Funktionen, Prozesse.

 

AXEL Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen, über zwei Medien Kontakt zu Wilhelm Reich aufzunehmen?

 

JÜRGEN Das ist eine verrückte Geschichte. Der Thomas stand einfach hier vor der Tür, wollte mit mir sprechen, sagte, er würde gern Orgonakkumulatoren bauen und dann hat er mir erzählt, daß er mit Reich redet und mir gleich eine Kostprobe davon gegeben. Und das war sehr schön.

 

Ich habe festgestellt, daß Thomas und Susanne, also die beiden Medien, gar keine Ahnung von Orgonomie haben. Die haben zwar den Sharaf gelesen, das war aber auch alles. Das sind keine Spinner. Also es sind keine Geschichtenfälscher. Ich glaube soweit kann ich Menschen einschätzen, ob sie ernst meinen, was sie sagen oder nicht. Und das war im Herbst vorigen Jahres, da sind sie einfach in der Tür gestanden. Wir haben geredet. Sie sagten ein paar Sachen zu uns, die Heike und mich berührt haben - nicht nur positiv berührt haben. Sondern sie haben uns auch erschreckt, was da auf uns kommt. Wir haben Kontakt gehalten mit den beiden. Zweimal waren sie hier, und wir entschieden uns, bei ihnen in Südfrankreich Weihnachten zu verbringen.

 

Ich hatte einfach im Kopf, was mache ich daraus? Ist es für mich eine private Erfahrung, die ich durchlaufen lasse? Aber dann habe ich gedacht, naja am liebsten würde ich das veröffentlichen. Aber kann ich mir das leisten? Kann ich auf diese Ebene gehen? Ich habe das monatelang im Kopf bewegt. Ich könnte einen Roman daraus machen, daß ich mich nicht ganz dahinterstelle, aber die Information weitergehe und die Möglichkeit offenlasse, ob es nun Fiktion ist oder nicht.

 

Ich habe ein Tonband mitgenommen nach Frankreich, und als ich ankam, waren sie schon darauf vorbereitet, Interviews zu machen. Das war von beiden Seiten also gewollt. Wir haben uns abends hingesetzt und gesprochen.

 

AXEL Konkret also: du hast mit Thomas gesprochen, und er hat ...

 

JÜRGEN ..das sind verschiedene Ebenen, beide Medien... Sie leben zusammen. Sie haben beide Kontakt zu Engeln, und sie reden mit den Engeln so, als ob wir telefonieren. Und in den Gesprächen mit Susanne und Thomas, läuft das so ab, daß Thomas sozusagen die Verbindung klar hält, er ist so eine Art Techniker. Es gibt bei der medialen Übermittlung offensichtlich sehr starke Einflüsse von niederen Geistwesen, die immer wieder versuchen, sich einzuschleichen.

 

Wenn die beiden das machen, haben sie eine Technik, daß der eine dem anderen hilft, das klar zu halten. Dann laufen die Sachen noch immer sehr unter schiedlich ab. Susanne ist einmal so weit gekommen, daß sie Reich über ihre Stimme reden ließ.

 

Oft war es so, daß sie mit Reich geredet hat und wie eine Telefonistin gearbeitet hat. Wie mit einem Telefonapparat. Wobei der Telefonapparat jedoch selbst verstehen muß, was gemeldet wird. Sie kann in diesem Zusammenhang nichts sagen, was sie nicht versteht. Das ist das Problem dabei. Und wenn das Medium direkt redet, also channelt, dann können auch Sachen gesagt werden, deren Zusammenhang nicht klar ist. Von den Gesprächen waren nur wenige gechannelt.

 

Die meisten waren nur eine Art Telefonat, was trotzdem für mich immer ganz klar war. Also ich hab ihn auf Tonband gehört. Ich habe in Amerika fast alle Leute gesprochen, die ihn gekannt haben und noch leben. Ich habe den Sharaf ziemlich intensiv kennengelernt und Eva Reich. Ich hatte von allen einen bestimmten Eindruck über Reich bekommen.

 

Dieser Reich war eben wahnsinnig faszinierend als Redner. Alle haben es mir gesagt, sie haben niemals einen Menschen gesprochen, der so charismatisch redete wie er. Und die wenigen Bandaufnahmen, die von Reich noch existieren, haben mir das aufgezeigt. Man ist hin und weg. Er redet. Er redet druckreif, er redet total klar und mit voller emotionaler Beteiligung. Man muß einfach auch die emtiorielle Freiheit haben, um so reden zu können.

 

Die meisten Menschen sind entweder klar im Kopf und dann intellektuell, aber durch ihre Emotionen sind sie blockiert, und sie können nur auf einer bestimmten Ebene reden. So geht mir das auch. - Oder Menschen sind emotionell da, dann fehlt ihnen aber ziemlich viel vom Intellektuellen. Also: Politiker lernen zum Beispiel reden. Und so können sie nur bestimmte vorgefertigte Texte oder vorgefertigte Gedanken wiedergeben. Dieses charismatische Reden, mit voller Beteiligung, das kann man nicht herstellen. Das habe ich da erlebt, da die Inhalte für mich gestimmt haben.

 

Ich habe mit ihm über sexualökonomische Inhalte geredet, über Orgonomie, über die Probleme der Informationsübertragung und über Dinge, die ich nur mit Insidern besprochen habe. Dinge, die öffentlich überhaupt nicht bekannt waren. Das wird vielleicht im Interview im Detail gar nicht klar. Es waren einfach Inhalte da, die ich nie mit jemandem besprochen hatte, die ich auch noch nicht so gedacht hatte.

 

Die einzige Möglichkeit einer Fehlerquelle wäre eben, wenn die Medien in meinen Gedanken lesen könnten, dann müßten sie aber Gedanken in mir gelesen haben, die ich selbst noch nicht wahrgenommen habe. Das geht natürlich auch, daß das höhere Selbst die Verbindung zwischen göttlicher Welt und materieller Welt, Orgonomie und spiritueller Welt, daß ich mir früher da schon Gedanken gedacht habe, ...aber das wäre wirklich sehr weit gegriffen, wenn die Gedanken zu einer solchen Qualität führten.

 

Die Begegnungen mit Reich war sehr liebevoll. Da waren keine Bösartigkeiten, obwohl er oft sehr wütend geworden ist.

 

AXEL Waren das mehrere Gespräche?

 

JÜRGEN Acht Gespräche. Das war von vor Weihnachten bis nach Neujahr. Nicht jeden Abend, aber jeden zweiten. Und einmal hat sie mit Reich gesprochen und mit mir gesprochen, und sie hat zu jedem es sagt" gesagt, und da bin ich vollkommen durcheinander gekommen, wer jetzt was sagt. In einem der ersten Gesrpäche hat sie gesagt, er ist eben ein Dickkopf". Da habe ich nachgefragt, wer ist jetzt der Dickkopf, Reich oder ich? Und Reich hat sich aufgeregt. Also das ist ja eine Unverschämtheit, von mir zu behaupten, ich wäre ein Dickkopf. Natürlich bin ich (Jürgen) der Dickkopf. Das müßte ich doch wissen, daß nicht er der Dickkopf ist. Also es gab sehr oft Situationen, in denen er sehr direkt geworden ist. Wenn er zu Heike geagt hat, warum gehst du nicht an deine Begrenzung ran? Warum gehst du nicht dahin, dich wirklich zu betrachten."

 

AXEL Kommt er bald wieder, Reich?

 

JÜRGEN Ob er sich wieder inkarniert? Nee. Er will sich weiterentwickeln nach oben. Er ist jetzt nicht mehr Reich. Die Entwicklung geht nach oben. Es ist ganz klar, daß er sich auch noch weiterentwickeln muß. Er ist im Engelbereich, er ist ein relativ hohes Mrenschenwesen. Also er ist hochgekommen, er ist so hoch gekommen, wie man überhaupt nur hochkommen kann, wenn man als Mensch in diesem Bereich geboren ist, kein niederes Wesen. Aber es gab mehrere Situationen, wo noch andere, wirkliche Engel, mit im Gespräch waren. Da mußte Reich dann zugeben, daß er sie auch nicht wahrnehmen kann. D.h. Geistwesen können nur Wesen wahrnehmen, die niederer sind als sie selbst. Das geht uns Menschen auch so. Wenn wir einen Menschen treffen, der höhere Qualitäten, höhere geistige Qualitäten entwickelt hat, können wir das nicht wahrnehmen. Wir nehmen das als stupide war, als uninteressant, oder wir haben die Tendenz, sie abzuwerten. Die Wesen im Jenseits können das offensichtlich auch nicht. D.h. in diesen Bereichen können niedere Geistwesen nicht die höheren wahrnehmen. Nur wenn sie sich direkt in Kontakt befinden, dann gibt es die Möglichkeit, daß der andere sagt, was er ist.

 

In dem Zusammenhang hat er uns gesagt, er muß auch noch ´ne ganze Menge lernen. Er sieht, daß er jetzt in einem Bereich ist, der für ihn optimale Möglichkeiten bietet, aber es ist nicht die Heimat, in die er gehen will. Er will nach oben.

 

Angeschlossen an das Gespräch über Spiritualität - das wollte ich die ganze Zeit noch sagen: In dieser Konfrontation mit Thomas und Susanne mußte ich mir wirklich die Frage stellen, ob ich diese Zweispaltung, die Aufspaltung in den intellektuellen Menschen, der betet oder meditiert, der sich mit solchen Sachen beschäftigt und dem, der öffentlich ist, also der, der die Orgonomie vertritt, will. Da kann ich nichts tun. Insofern konnte ich den Schritt machen, und sagen, okay, es ist halt so. Das ist zu mir gekommen. Und dann habe ich mich entschieden, ich sage einfach ja dazu.

 

Aber Reich hat richtig Forderungen gestellt. Er will das veröffentlichen, er will berühmt werden. Er will dieses Mal richtig berühmt werden, nicht so wie beim letzten Mal. Er will, daß die ganze Welt von ihm spricht. Er hat gesagt, er will, daß jeder Mensch die Möglichkeit hat, Engelakkumulatoren zu benutzen. Da habe ich ihn gefragt, ob er wirklich 5 Milliarden Engelakkumulatoren haben will. Er hat gemeint, zweieinhalb würden auch reichen. Also das ist Reich, nicht wahr. Auf dieser Ebene. So habe ich ihn immer verstanden. Nicht kleckern, klotzen!

 

MATTHIAS Hast du schon Reaktionen darauf, auf diese Veröffentlichungen?

 

JÜRGEN Ja.

 

MATTHIAS Welcher Art?

 

JÜRGEN Die meisten Leute sind sehr positiv. Ich habe nur wenige Ablehnungen. Einen Brief habe ich bekommen, der hat sich beschwert, daß ich mystische Elemente in die Orgonomie einbringe und daß ich bisher immer derjenige gewesen sei, der das säuberlich getrennt hat. Von der Therapeuten- und Ärztezszene habe ich eigentlich äußerst positive Reaktionen bekommen.

 

AXEL Hast du eigentlich was Pragmatisches für uns? Wir haben einen Akku gebaut, den haben wir nach Österreich versandt, für eine Frau, die Multiple Sklerose hat. Ziemlich fortgeschritten. Es wurde ihr von einem Arzt angeraten, sich einen Akku hinzustellen und den zu nutzen. Hast du damit irgendwelche Erfahrung?

 

JÜRGEN Ich habe viel zu wenig Einsicht in das Wesen von Krankheiten, um zu sagen in welcher Situation ein Akku angebracht ist und in welcher nicht. Ich bin auch sehr vorsichtig geworden. Gerade die Patienten, die stark auf einen Akkumulator aus sind, da gibt es zum Teil richtige Gegenindikationen.

 

Heiko Lassek hat beispielsweise gesagt, Leberkrebs ist gegenindiziert. Voriges Jahr, da war jemand, der hatte Leberkrebs im letzten Stadium und lag im Sterben. Ich brachte ihm einen Akku. Dem hat es so gut getan, der ist nicht mehr rausgegangen. Der hat seine Tage im Akkumulator verbracht, weil er da keine Schmerzen hatte. Ein alter Mann, 85 oder 86 Jahre alt. Seine Familie hat ihm den Akku gekauft. Er war quittegelb am ganzen Körper, sah so gelb aus wie eine Zitrone, und hat starke Morphine, Schmerzmittel genommen.

 

Der hat alle Schmerzmittel absetzen können und hat die letzten Monate ohne gelebt und ist richtig friedlich gestorben. Der war mir dankbar.

 

AXEL Das möchte ich wohl glauben.

 

MATTHIAS Was ist nun bei diesem Engelakkumulator das Besondere?

 

JÜRGEN Da sind Rosenquarze drin, acht große Stücken. Die Bauweise ist halt mit Wolle von Schafen.

 

AXEL Die Schichtung ist normal ?

 

JÜRGEN Die Schichtung ist wie beim normalen Orgonakkumlator..

 

MATTHIAS ein normaler fünfschichtiger, mit Wolle, mit Stahlwolle und Blech innen. Also ein normaler Akku.

 

JÜRGEN Ja, genau!

 

AXEL Und die Rosenquarze, wie hast du die da reingebaut?

 

JÜRGEN Die liegen einfach drin in den Ecken. Also Reich hat mir sehr genaue Konstruktionsanweisungen gegeben, wie ich die Quarze behandeln soll. Die müssen in einer bestimmten Art und Weise behandelt werden, müssen in einer bestimmten Art und Weise zerlegt werden, müssen gewässert werden, müssen gereinigt werden. Es gibt bestimmte Funktionen, die ich erfüllen mußte, um das machen zu können. Reich wollte, daß ich es anmelde - patentrechtlich. Das habe ich auch gemacht, ist noch nicht durch. Deshalb sage ich die Details nicht. Später werde ich das veröffentlichen, sobald das alles durch ist, um anderen auch die Möglichkeit zu geben, einen Engelakkumulator zu bauen, einen Akku nach Bauanleitung nur mit dem Unterschied, daß ich nur das private Bauen erlauben werde.

 

Bauen und kommerzielle Anwendung wird an eine Lizenz gebunden sein. Sodaß also weiterhin für Privatleute die Möglichkeit besteht, sich das Ding einfach selbst zu bauen.

 

AXEL Ich würde ihn ja gerne mal ausprobieren.

 

MATTHIAS Ja, ich auch.

 


 

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«Gott» ist die Natur, und Christus ist die Verwirklichung des Naturgesetzes.


Gott (Natur) hat die Genitalien bei allen Lebewesen geschaffen. Er hat das getan, damit diese nach natürlichen, göttlichen Gesetzen funktionieren. Deshalb ist es weder Sakrileg noch Blasphemie, dem Verkünder Gottes auf Erden ein natürliches, göttliches Liebesleben zuzuschreiben. Dieses ist im Gegenteil die Verwurzelung Gottes in der reinsten Tiefe des Menschen.


Diese Tiefe existiert im Leben von Anfang an. Die Fortpflan- zungsfunktion kommt erst in der Pubertät zur Genitalität hinzu.


Die göttliche, genitale Liebe ist schon lange vor der Fortpflan- zungsfunktion da; deshalb wurde auch die genitale Umarmung von der Natur bzw. von Gott nicht nur zum Zweck der Fortpflanzung geschaffen.

 

Wilhelm Reich, aus dem Vorwort des "Christusmord"

 


 

Im Hintergrund sehen Sie das Standbild einer grafischen Darstellung von Kreiselwellen. Unter diesem Link finden Sie Kreiselwellen in einer bewegten Trick-Animation. (Für eine bildschirmfüllende Darstellung betätigen Sie bitte die Taste F11). Diese grafische Darstellung kann die Kreiselwellen nur annähernd zeigen. Was Sie tatsächlich am Himmel sehen, kann sich davon erheblich unterscheiden.

Kreiselwellen sind optische Erscheinungen der Orgon-Energie, die immer nur subjektiv wahrnehmbar sind, d.h. man kann sie nicht fotografieren oder filmen - sie existieren nicht als eigenständiges, objektives Phänomen. Deshalb gehören sie für den Verstand nicht zur "Realität" - dennoch können sie von fast allen Menschen wahrgenommen werden. Hier auf www.orgon.de finden Sie detallierte Anleitungen (auch als kostenloses mp3-Hörbuch), wie Sie die Lebens-Energie sehen, hören und fühlen können.

Es ist sehr einfach ...

Probieren Sie es aus!

 

 

„Haben Sie schon mal über wirkliche Freiheit nachgedacht Willard? Freiheit von den Meinungen Anderer, sogar von den eigenen Meinungen?“

 

Colonel Walter E. Kurtz im Film Apocalypse Now