Die Falle

AAO = Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln












Man kann eine Falle verlassen. Um jedoch aus einem Gefängnis ausbrechen zu können, muß man erst zugeben, daß man im Gefängnis sitzt. Die Falle ist die emotionale Struktur des Menschen, seine Charakterstruktur. (...)

Die erste Aufgabe ist, den Ausgang aus der Falle zu finden. Wie die Falle beschaffen ist, interessiert überhaupt nicht, abgesehen von dieser einen entscheidenden Frage: Wo ist der Ausgang aus der Falle? (...)

Der Ausgang ist für alle, die in der Falle sind, deutlich sichtbar, und dennoch scheint niemand ihn zu sehen. Jedermann weiß, wo der Ausgang ist. Dennoch scheint niemand eine Bewegung darauf zu zu machen. Mehr noch: Wer sich auf den Ausgang zubewegt oder wer auf ihn zeigt, wird für verrückt erklärt oder man nennt ihn einen Verbrecher oder einen Sünder, der in der Hölle braten sollte. Es stellt sich heraus, daß das Problem nicht die Falle ist und noch nicht einmal die Schwierigkeit, den Ausgang zu finden. Das Problem liegt bei denen, die in der Falle sitzen.

Wilhelm Reich, Christusmord





Den Kommunen wird es, was auch immer der gute Wille ihrer Mitglieder sei, niemals gelingen, das, was sie wollen, nämlich menschliche soziale Beziehungen, d.h. zwangsläufig, andere als kapitalistische zu erschaffen. Aber wenn es nicht gelungen ist, einen neuen Menschen ins Leben zu rufen, weil es nicht möglich ist, den Sozialismus in einem Land aufzubauen, ist es leider ganz gewiß, daß es nicht wirklichkeitsnäher ist, sich davon Erfolg zu verhoffen, ihn in einer einzelnen Wohnung oder einem einzelnen Bauernhof zu errichten.

Emile Marenssin, Von der Vorgeschichte zur Geschichte, in: Stadtguerilla und soziale Revolution


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